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Oster-Trainingskurs des MTBO-Nachwuchskaders

Insgesamt nahmen 15 Nachwuchssportlerinnen und -sportler am MTBO-Osterkurs dabei. Dazu kamen noch einige interessierte Gäste.

Die beiden Haupt-Leistungsträger, MTBO-Junioren-Vizeweltmeister Andreas Waldmann und Rafael Dobnik (8. Platz an der Mitteldistanz bei der Junioren-WM 2013), waren diesmal mit anderen Kadern unterwegs, weswegen das Trainingsprogramm eher auf die jüngeren Kadermitglieder sowie auf das Damenteam zugeschnitten war.

Vor allem das Damen-Team im Nachwuchsbereich wird immer größer, da es erfreulicherweise einige junge und höchst talentierte Mädchen gibt, die einmal die Nachfolge der Mehrfachweltmeisterin Michaela Gigon antreten möchten. Es ist einfach "cool", sich flott und zugleich wendig mit dem Mountainbike durch das Gelände zu bewegen.

Ein großer Dank ergeht an die Vereine HSV Großmittel und HSV OL Wr. Neustadt bzw. Klaus Holzinger und Gottfried Tobler, die dankenswerterweise ihre zahlreichen MTBO-Karten zur Verfügung stellten, und die auch bezüglich Genehmigungen im Trainingsareal alles regelten, sodass der Kader problemlos trainieren konnte. Vor allem in den militärischen Einrichtungen (Militär-Übungsplätze) ist ein freies Training – schon aus Sicherheitsgründen – normalerweise nicht gestattet. Das österreichische Bundesheer und der ÖHSV sind seit Jahrzehnten wichtige und verlässliche Partner des ÖFOL; ohne diese Kooperation wäre im OL-Sport und im Mountainbike Orienteering vieles kaum möglich.

Hauptaugenmerk wurde bei diesem Trainingslehrgang auf das "Einfahren" (mit mäßigem Tempo) in die neue MTBO-Saison gelegt, wobei MTBO-spezifische Aspekte ohne Stress-Situationen vordergründig geübt wurden.

In Summe gab es 8 Spezial-Trainingseinheiten in vier Tagen, die physisch und mental sehr fordernd waren. Eigentlich gab es noch nie zuvor einen derart intensiven ÖFOL-MTBO-Nachwuchslehrgang im eigenen Land mit derart umfangreichen Aufgabenstellungen. Sieben verschiedene Karten wurden für die Trainings genutzt; darunter auch Karten, die noch nie zuvor für MTBO genutzt wurden bzw. wo eine Wettkampfdurchführung sicherheitstechnisch eine viel zu große Herausforderung und daher nicht machbar wäre. Auch wurden für diesen Kurs einige Karten von Fuß-OL auf MTBO-Norm umgezeichnet und einige ältere MTBO-Karten wurden korrigiert, sodass möglichst perfekte Kartenbedingungen für den Nachwuchs vorlagen.

Gleich drei Trainings fanden auf Bundesheer-Übungsplätzen statt.

In Großmittel waren vor allem das Fahren in den tiefen Panzerspuren und das Querfeldeinfahren ein wichtige Kriterien.

Am GÜPl Bad Fischau-Wr.Neustadt gab es perfekte Möglichkeiten, um Startübungen zu absolvieren und die Verfolgung von Konkurrenten zu simulieren. Diese Art von Wettkampf-Simulation soll den Bikern ermöglichen, Strategien durchzudenken, zu erarbeiten und zu verbessern, um diese dann bei Bewerben anwenden zu können. 

Am GÜPl Kottingbrunn war – im Rahmen einer Einerstaffel – der direkte und unmittelbare Gegnerkontakt Haupt-Trainingszweck; vor allem bei Staffel-Bewerben müssen die Jugendlichen lernen, ihre Nerven in Zaum zu halten.

In Zillingdorf-Bergwerk konnte bei geringem Straßenverkehr Sprint im Ortsgebiet – wie es bei fast jeder WM oder EM üblich ist – optimal trainiert werden. Bei internationalen Events finden immer wieder Sprints und Mixed Relays im siedlungsnahen Gebiet statt, was leider im MTBO-Sport nur sehr schwer trainierbar ist; und wenn, dann nicht im "high speed"-Tempo.

Die Waldschule bei Wr. Neustadt mit dem umgebenden "Großen Föhrenwald" am Steinfeld bot ausreichende Möglichkeiten, Langdistanzen mit langen Routen zu trainieren und in den "Flow" zu kommen.

Die Weinberge zwischen Bad Vöslau und Leobersdorf bildeten schließlich den Abschluss dieses Trainingskurses. Nach den sieben "Flachetappen" zuvor gab es beim letzten Training endlich auch einige Höhenmeter zu überwinden und diese in die Routenwahlen optimiert einzubauen.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer an diesem MTBO-Kurs hat sich die anschließend konsumierten Ostereier und –schinken wahrlich verdient; auch warten alle schon sehnsüchtig auf den Saisonstart in Marburg, wo auch die Selektion für die heurige Junioren-WM weitergeht.

Auch einige Elitefahrer (Tobias Breitschädel, Bernhard Schachinger), die berufsbedingt nicht am parallel laufenden Trainingskurs in Dänemark teilnehmen konnten, nutzten die Gelegenheit, um bei einigen Spezial-Trainingseinheiten mitzumachen, was natürlich eine große Aufwertung dieses Kurses war.

Auch wettermäßig hatte man großes Glück. Trotz Kälteeinbruchs anderorts (in Österreich) blieb der große Regen (oder gar Schnee) fern, weswegen es vorwiegend trockenen Untergrund und somit gute Trainingsbedingungen gab. 

Solche MTBO-Trainingskurse sollten eigentlich Standard im MTBO-Nachwuchsbereich sein und sollen in Zukunft vermehrt angeboten werden.

Die nächsten Kadersichtungen sind alle fünf Austria Cups der Frühjahrssaison 2014. Dazu kommen noch etliche internationale Events im nahen Ausland; so gibt es in den kommenden Monaten MTBOs in Nord-Italien (24./25 Mai, Friaul), der West-Slowakei (21./22. Juni, Pezinok), West-Ungarn (12./13. Juli, Tatabanja) sowie einige Tschechische MTBO Cups, die bereits als Vorbereitung für die Junioren-WM 2015 von Interesse sind. Auch wird es in den kommenden Wochen noch Kader-Trainings geben, um die speziellen MTBO-Fertigkeiten zu festigen.

Hauptziel der Jugend und der Junioren sind die Weltmeisterschaften in Nordost-Polen – zusammen mit der Elite und den Masters (23.-30. August, Bialystok). Die ersten Sichtungen im Rahmen dieses Ostertrainingskurses haben bereits einige wichtige Aufschlüsse für eventuelle Teamzusammenstellungen ergeben.

Fotos: Michael Melcher

von Michael Melcher in Leistungssport MTBO

30. April 2014