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Weltcup-Sprint in Schweden nicht gewertet

Beim Sprint in der schwedischen Hafenstadt Lysekil war das kontaktlose Zeitnahmesystem AIR+ von SPORTident zum Einsatz gekommen. Ein paar Stationen waren dabei dem Vernehmen nach falsch programmiert, sodass diese nur sehr langsam reagierten. Aus diesem Grund mussten einige Läuferinnen und Läufer nach Passieren der Station umkehren und verloren so teilweise mehrere Sekunden – gerade im Sprint können diese über mehrere Plätze entscheiden. Bei einigen wurden Posten auch gar nicht registriert.

Die fraglichen Stationen wurden noch während des Wettkampfes von den Organisatoren ausgetauscht; offizielle Proteste einiger Nationen folgten. Schlussendlich entschied die Jury, den Bewerb zur Gänze zu annullieren, da nicht alle Teilnehmenden unter den gleichen Bedingungen gelaufen waren.

Bitter war dies vor allem für den zur Zeit sehr stark laufenden Belgier Yannick Michiels – seine vor kurzem über 5.000 Meter aufgestellte persönliche Bestzeit liegt bei 13:47 Minuten – der vor dem Schweden Jonas Leandersson und dem Schweizer Daniel Hubmann die schnellste Zeit im Sprint von Lysekil gelaufen war. Dies wäre nicht nur sein erster Sieg in einem Weltcup-Lauf sondern auch der erste belgische Sieg in einem Weltcup gewesen.

Schnellste des nicht gewerteten Rennens bei den Damen war die Schwedin Tove Alexandersson – es wäre ihr vierter Weltcup-Sieg im fünften Lauf in diesem Jahr gewesen – vor Emma Klingenberg aus Dänemark und der Schweizerin Judith Wyder.

Auch wenn der Wettkampf annulliert wurde, konnte das österreichische Team diesen eher lauflastigen Sprint nutzen, um sich mit der fast vollkommen anwesenden Weltspitze zu messen. Die Platzierungen wären wohl im mittleren Drittel des Feldes (116 Herren, 95 Damen) gelegen, und Weltcup-Punkte auch bei einem regulären Rennen – wenngleich auch teilweise knapp – nicht zu erreichen gewesen.

Die Kommentare der österreichischen Athletinnen und Athleten fielen unterschiedlich aus: Während Robert Merl nach seiner überstandenen Verletzung recht zufrieden war, und sich zuversichtlich zeigte, die läuferischen Defizite bis zur WM gutmachen zu können, hatte Gernot Kerschbaumer das Gefühl, nie richtig auf Touren gekommen zu sein. Helmut Gremmel wählte die entscheidende lange Route zum fünften Posten schlecht, konnte sich aber gegenüber der Langdistanz verbessern. Anna Simkovics war mit ihrem Lauf durchaus zufrieden, wenn auch die eine oder andere Sekunde vielleicht noch hätte eingespart werden können; Laura Ramstein zeigte sich mit ihrem Tempo und ihren Routen nicht zufrieden.

In der Analyse fiel die Erklärung des Teamcoaches Rolf Gemperle für die Rückstände der österreichischen Läuferinnen und Läufer deutlich aus: "Wenn es rein läuferisch ist, haben wir Österreicher einfach hartes Brot zu beißen."

Mit Zuversicht geht das Team am Sonntag in die abschließende Mitteldistanz in Munkedal.


Links:

Homepage Weltcup Norwegen/Schweden 2015
Inoffizielle Ergebnisse Sprint Lysekil
Live-Ergebnisse Mitteldistanz Munkedal (7. Juni 2015)
IOF LiveCenter – GPS-Tracking & Web-TV der Bewerbe in Schweden

von Robert Merl & Erik Adenstedt in Leistungssport OL

6. Juni 2015