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Fordernde Mitteldistanzrennen in Obertilliach

Sonnenschein und Plusgrade sorgten für gute Stimmung ringsum, aber auch für schwierige Verhältnisse im Gelände. So wechselte die Schneebeschaffenheit zwischen Pulver bzw. harten Stellen in Schattenlagen und schwerem, feuchten bis sulzigen Schnee in den offenen Partien. Zudem mussten die Läuferinnen und Läufer aufpassen, dass sich nicht ein Ski im Tiefschnee abseits der Spur verfing, was zu einigen Stürzen führte.

Orientierungstechnisch lag die Herausforderung vor allem im Erkennen der richtigen Anlaufreihenfolge in den Schmetterlingen. Auch physisch war der Wettkampf fordernd, gab es doch einige harte Anstiege, teilweise auf nur schmalen Ski-Doo-Spuren, zu bewältigen; zudem kam der Druck eines Massenstartrennens.

Für Österreichs Nachwuchs waren dies zum Teil ungewohnte Faktoren. So berichteten die Starterinnen an der Jugend-EM (Alterskategorie -17), sie mussten genau schauen um im Gewirr der Posten auf der Karte stets die richtige Postenreihenfolge zu erkennen, und ließen im Zweifelsfalle bei gegenläufigen Abschnitten den schnelleren Alterskolleginnen den Vortritt. Lea Hnilica, Anna Lueger, Celina Dabernig und Jana Hnilica belegten – nur getrennt durch eine Rumänin auf Rang 35 – die Plätze 33 bis 37 unter 41 Starterinnen. Bei den gleichaltrigen Burschen zeigte sich Andrä Hölzl mit dem von ihm erlaufenen 25. Rang (von 41) zufrieden und erzählte von einem guten Rennen; Tobias Kugler lief als 20. ein, bei ihm fehlte jedoch ein Posten auf der SI-Card, weshalb er nicht gewertet wurde. Die Siege bei der Jugend gingen an Aleksandra Rusakova (Russland) und Nicola Müller (Schweiz) – beide hatten auch am Vortag das Rennen über die Sprintdistanz gewonnen.

Rafael Dobnik, Österreichs einziger Starter bei den Junioren (Alterskategorie -20), sprach von einem guten und harten Wettkampf – insbesondere die Querung eines Grabens auf einer schmalen Scooter-Spur hatte es in sich. Mit seinem 31. Rang (45 Starter) war er zufrieden. Gold holte sich hier der Vortageszweite Sergey Gorlanov (Russland). Bei den bis 20-jährigen Mädchen (35 Starterinnen) gewann die Finnin Tuuli Suutari. Die in wenigen Tagen 18-jährige Antonia Erhart lief auf Rang 29; ihre ein paar Monate jüngere Teamkollegin Lisa Krimbacher hatte einen guten Start zu verzeichnen, verlor jedoch zum dritten Posten mehrere Minuten und brach schließlich – nach etwa der Hälfte des Rennens – den Lauf ab.

Bei der Elite setzten sich durchwegs Favoriten durch.

Der Goldmedaillengewinner im Sprint, Lars Moholdt aus Norwegen, war auch über die Mitteldistanz der Schnellste; er hatte sich bereits vor der kurzen Schlussschlaufe in Arenanähe entscheidend absetzen können. Den Kampf um Silber schien der Russe Eduard Khrennikov bereits für sich entschieden zu haben, er musste aber beim letzten Posten zurücksteigen, da sein SI-Chip diesen nicht registriert hatte, und wurde so noch von seinem Landsmann Andrey Lamov und dem Schweden Erik Rost überholt, die nur durch eine Sekunde getrennt zu Silber und Bronze liefen. Tief enttäuscht fuhr Khrennikov als Vierter ein; er ist bislang der große Pechvogel dieser EM – in der Sprint-Staffel war er als Mitglied des zweiten russischen Teams, Zweitschnellste in der Tageswertung, ebenfalls leer ausgegangen.

Khrennikovs Staffelkollegin Mariya Kechkina konnte sich hingegen für die Enttäuschung des Vortages schadlos halten: Mit deutlichem Vorsprung lief sie als Erste der Damen über die Ziellinie und zu Gold über die Mitteldistanz; nach Bronze im Sprint ihre zweite Medaille bei der EM. Ihre bereits dritte Medaille holte sich Schwedens Top-Läuferin Tove Alexandersson, die an die zweite Stelle lief; mit Respektabstand folgte als Dritte die Russin Tatyana Oborina. Des weiteren in den Diplomplätzen Hana Hancikova aus Tschechien vor zwei weiteren Läuferinnen aus Russland, das somit vier Damen unter die ersten Sechs brachte – bei den Herren waren es drei unter die ersten Fünf. 

Österreichs Elite lief großteils im Rahmen der Erwartungen. Knapp außerhalb der Weltcup-Punkteränge (Top 35) platzierten sich Johann Kugler und Roland Fesselhofer als 37. bzw. 38. Bei Johann Kugler fehlten hierbei nur wenige Sekunden, lief er doch als Letzter eines schließlich nur durch fünf Sekunden getrennten Vierer-Pakets an Läufern ein. Stephan Varga, Bernhard Kogler und Max Habenicht belegten die Ränge 47, 50 und 52 unter 61 Startern. Bernhard Kogler meinte, die Strapazen der drei aufeinanderfolgenden Wettkämpfe wären schon zu bemerken gewesen, das Rennen hätte aber großen Spaß gemacht.

Drei Weltcuppunkte gab es für Anna Nilsson Simkovics, die bei den Damen auf Rang 33 lief. Im Interview meinte sie, sie hätte mit der Höhe zu kämpfen – Obertilliach liegt auf 1.450 m Seehöhe – und sich etwas mehr erwartet. Lisa Pacher lief auf Rang 37 unter 42 Starterinnen, Lisa Pirker beendete das Rennen nicht.

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in Leistungssport Ski-O

2. März 2016