Forum: Das ist kein vom ÖFOL betriebenes Kommunikationsforum. Die Inhalte müssen sich nicht mit der Meinung des ÖFOL Vorstandes decken

Begeisterte MTBOler von Großbritannien über Litauen und Slowenien bis nach Österreich!

Um diese Unterschiede noch deutlicher zu zeigen folgt nun ein Bericht eines OL „Neulings“ über die Sprintdistanz in Blumau/Neurißhof und der eines OL „Erfahrenen“ über die Langdistanz im Rosaliengebirge über Katzelsdorf.

3. MTBO Austriacup aus der Sicht eines OL „Neulings“

Am 30.4.2016 wurde ein kleiner Ort, namens Neurißhof in NÖ, zum Austragungsmittelpunkt des internationalen MTBO-Cup. Im Vorfeld bekam ich nur mit, dass die magische Zahl von 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen geknackt werden sollte. Erfolgreich wurde die Werbetrommel gerührt und voilá rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten am Samstag.

Seit über einem Jahr bin ich Mitglied der Gruppe Go.Harzberg Bad Vöslau und bestreite seither Orientierungsläufe zu Fuß, genieße Übungseinheiten bei Go.Harzberg und habe eine große, warmherzige Orientierungslauf-Familie kennengelernt.

Meine momentanen OL-Wettkampf-Erfahrungen beziehen sich nur auf die Teilnahme bei der Wintertour und dem NOLV-Cup. Somit kam ich mir wie das kleine Mädchen mit den großen, staunenden Augen vor, als der Samstag anbrach und Klaus und Tobi mit einem Pferdeanhänger (Materialtransport) auf den Vorplatz der Feuerwehr Neurißhof vorfuhren.

Die Teams Go.Harzberg und HSV Großmittel, rund um Klaus Kramer, Klaus Holzinger und Tobias Micko, rückten um 9 Uhr an und warteten auf den Startschuss für die letzten Aufbauarbeiten dieses Tages.

Sorgfältig wurde der Hänger ausgeladen und der Vorplatz der Feuerwehr verwandelte sich unter vielen fleißigen Händen in eine Wettkampfzentrale. Schilder, Listen und Transparente wurden aufgehängt, Preise in Säckchen gepackt, Startsackerln hergerichtet sowie die EDV angeschlossen.

Allmählich entdeckte ich auch, dass die meisten Helferinnen und Helfer in einer Doppelfunktion anwesend waren. Am Vormittag halfen sie beim Aufbau mit, jedoch am Nachmittag ging es dann ab in die Botanik und mit Kompass und Oberschenkelkraft strampelten auch sie um einen der begehrten Plätze auf dem Podest mit.

Währenddessen ein Team in einiger Entfernung den Start aufbaute, setzte ein anderes Team die Posten, die zuvor alle „gestempelt“ wurden, aus. Sehr erstaunt war ich, dass diese Postensetzung mehrfach durch verschiedene Leute kontrolliert wurde. Bereits Wochen davor und am Vortag war jemand unterwegs, der den Standpunkt doppelt markierte. Vormittags wurden die SI-Stationen ausgesetzt und nochmals der richtige Standpunkt kontrolliert. Letzten Endes fuhr Thomas Wieser durch das Gelände und bestätigte somit alle Posten.

Im Laufe der Vorbereitungsarbeit verschlug es mich in den Zielbereich und dort erwarteten wir mit Wasserspenden die Ankunft der Sportler und Sportlerinnen. Eifrig liefen die Fotografen umher und versuchten so viele Eindrücke wie möglich festzuhalten und davon zeigten sich viele. Es war beeindruckend zu sehen, welche Emotionen sich auf den Gesichtern im Ziel widerspiegelten, sich kleine Grüppchen formierten und das eben Erlebte geteilt und analysiert wurde. „So machen wir es auch“, schmunzelten Petra und ich.

Da ich selbst nur die Karte kannte, jedoch schrecklich neugierig war, interviewte ich einige der Mountainbiker und Mountainbikerinnen, wie ihnen das Gelände gefallen hatte. „Wenig Steigung, aber anspruchsvoll“, lautete durchaus der wohlwollende Kommentar nach dem ersten Verschnaufen.

Normalerweise dient das Gelände dem Militär und ist Sperrgebiet. Doch für spezielle Events – wie dieses hier – wird es freigegeben und so galt es Routen u.a. speziell für Familien, für die Jugend, für Hobbysportler und für die Elite zu gestalten.

Faszinierend fand ich auch den internationalen Charakter dieser Veranstaltung. Leute, die in der Nähe meines Lieblingsberges, dem Großen Speikkogel (Grenzberg Stmk. /Kärnten) wohnen, sowie Leute aus Großbritanien oder Litauen traf ich hier in Neurißhof. „So viele Sprachen auf einem Haufen“, staunte ich.  Fragen wie „Was nehmen die Leute auf sich, um hier mitfahren zu können?“, „Wie weit fahren die Leute hierher?“ und „Wie bekannt ist MTBO eigentlich?“ drängten sich mir auf und erweiterten meinen Blick. Sport ist eine wunderbare Möglichkeit sich selbst und viele Facetten des Lebens zu erkunden. MTBO wirkt auf mich wie eine Nische, die viele Orientierungsläufer ergreifen, ob jung oder älter, ob aus gesundheitlichen Gründen oder aus abenteuerlichen.

Abschließend gratuliere ich den Veranstaltern, den beiden Teams Go.Harzberg Bad Vöslau und dem HSV Großmittel, zu diesem strahlenden und siegreichen Tag sowie der entspannten Atmosphäre.

 

4. MTBO Austriacup aus der Sicht eines OL „Erfahrenen“

Nachdem am Vortag in Blumau/Neurißhof der 3. Nationale MTBO Bewerb über die Sprintdistanz ausgetragen wurde machten sich die rund 200 StarterInnen aus 7 Nationen auf den Weg in das bei Wr. Neustadt gelegene Katzelsdorf, genauer gesagt in das Rosaliengebirge. Die Österreichischen Meisterschaften und Staatsmeisterschaften über die Langdistanz standen an, ein Bewerb der wieder einmal unter der Obhut von Familie Tobler stand, was immer etwas Gutes verheißt!

Der Wettkampf erstreckte sich von Beginn an durch die steilen Gräben und über die steilen Hänge über Katzelsdorf. Teile der Karte waren schon von diversen Fuß – OLs bekannt, der Großteil allerdings war neues Wettkampfgebiet, welches sich ausgezeichnet für die MTBO Langdistanz eignete.

Lange Routen, steile Anstiege und schnelle Abfahrten prägten die Bahnanlage, bei der man doch des Öfteren ins Schwitzen kam, sei es körperlich als auch geistig, wenn man die richtige Wegeinfahrt erwischen wollte und nicht zig Höhenmeter umsonst überwinden wollte. Wenn man das allerdings alles hinter sich hatte, ging es noch im Auslaufbecken der Leitha zur Sache. Kräfte sammeln und zum Schluss noch einmal in der Ebene „pressen“, hieß es hier.

Bis auf den Schlussteil war aber wirklich Eines die oberste Devise: Höhenmeter sparen. Wer das am besten zustande brachte konnte das Rennen mehr oder weniger schon für sich entscheiden.

Am besten in der Herren Elite schaffte das Kevin Haselsberger, der jedoch aufgrund eines falschen Postens die Staatsmeister-Medaille dem jungen Andreas Waldmann überlassen musste, nur wenige Minuten vor Tobias Breitschädel und dem Litauer Jonas Maiselis. Die Staats-Bronze sicherte sich Bernhard Schachinger.

Bei den Damen verlief das Rennen hinter Emely Benham, die mit über 10 Minuten siegte, um einiges knapper. Innerhalb 40 Sekunden gewann abermals Michaela Gigon die Staatsmeisterschaft vor Marina Reiner und Sonja Zinkl.

Somit kristallisieren sich auch schon die ersten Ranglistenkämpfe heraus, Michaela liegt im Moment nur 2,4 AC-Punkte vor Marina, und bei den Herren führt zur Zeit Florian Exler mit 0,2 Punkten vor Tobias Breitschädel und mit 1,5 Punkten Rückstand Andreas Waldmann – das Jahr wird spannend!

 

Ebenfalls spannend am kommenden Pfingstwochenende wird der MTBO Weltcupauftakt im Elsass, Frankreich, wo Österreich mit einem stark besetzten Team um Medaillen mitkämpfen wird.

Alle Informationen dazu unter http://www.mtbo2016.fr/en/welcome-2/

Ergebnisse Sprint: http://www.oefol.at/anne/files/uploaded/event_1716_ergebnis-2.html

WinSplits Sprint: >WinSplitsOnline<

Fotos Sprint: >Fotos<

Ergebnisse Lang: http://www.oefol.at/anne/files/uploaded/event_1663_ergebnis.html

Zwischenzeiten Lang: http://www.oefol.at/anne/files/uploaded/event_1663_zwischenzeiten.html

Rangliste (nach den ersten 4 Bewerben): http://www.oefol.at/fileadmin/user_upload/Austria_Cup/MTBO/2016/MTBO_Austria_Cup_2016_Stand_nach_4_von_10_Bewerben.pdf

Video1: https://www.facebook.com/blaz.marot.5/videos/1090483971024435/

Video2: https://www.youtube.com/watch?v=1WECHUW-qfM&feature=share

von Roswitha Krell Tobias Micko in Austria Cup MTBO

9. Mai 2016