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Lasst die Spiele beginnen!

Über 3.500 Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt werden bei den 10. World Games im polnischen Breslau für Spannung und Emotionen in den verschiedensten Disziplinen sorgen. Wie bereits vor vier Jahren im kolumbianischen Cali wird Österreich auch mit einer Delegation bei den Orientierungslauf Bewerben vertreten sein. Ursula Kadan, Laura Ramstein, Gernot Kerschbaumer und Robert Merl werden für Österreich auf die Jagd nach Top-Platzierung gehen – und dies nicht ganz alleine. Vierzig weitere Athletinnen und Athleten repräsentieren die österreichischen Farben an den diesjährigen World Games. Innerhalb des Team Austria sei auf jeden Fall bereits eine grosse gegenseitige Unterstützung quer durch alle Sportarten vorhanden, so Laura Ramstein, für die es die ersten World Games sein werden. «Ich erwarte eine spezielle sportliche Atmosphäre, die man in der ganzen Stadt spürt.»

Dies können die drei mit World Games-Erfahrung nur bestätigen. «Die Atmosphäre in Kolumbien war der Wahnsinn, wir sind dort wie Popstars behandelt worden», erzählt Robert Merl rückblickend auf die Tage in Cali. Dem stimmt auch Ursula Kadan zu: «Was sicher wieder toll und ein Kontrast zur WM sein wird, ist das gesamte Drumherum mit den vielen anderen Sportarten, der Größe des Events und den vielen Zuschauern.» Zusätzlich gab es vor der Abreise eine Verabschiedung durch den Bundespräsidenten. Kerschbaumer fügt aber auch an, dass punkto Vorbereitung dennoch mehr Ressourcen auf EM oder WM gelegt werden. «Aber das könnte sich in Zukunft ja noch ändern, falls die World Games in Österreich noch mehr an Stellenwert gewinnen.»

Ein Highlight folgt dem anderen

Hinsichtlich der Vorbereitung auf die Bewerbe in Polen blieb nach der WM nicht viel Zeit. Keine drei Wochen nach der abschließenden Staffel in Estland steht mit dem Sprint in der Breslauer Altstadt bereits der erste Lauf der World Games auf dem Programm. Dies sei kein Nachteil, meint Ramstein zur kurzen Zeitspanne zwischen den beiden wichtigen Events: «So konnte der Formaufbau gleich auf beide Bewerbe geplant werden.» Grundsätzlich sei die Vorbereitung ähnlich wie die auf eine WM verlaufen, dennoch hatten die World Games teilweise einen Einfluss auf die ganze Saisonplanung, so etwa bei Kadan: «Die World Games waren ein Grund mehr, dass ich mich heuer ein Stück in Richtung Sprint spezialisiert habe.» Ein paar zusätzliche Sprinttrainings hat auch Kerschbaumer eingelegt. «Um schnell in den Sprintmode zu wechseln», wie er berichtet. Da es aber nur einen Waldbewerb gibt und sich das Gelände dort nicht allzu sehr von dem z.B. in Österreich unterscheidet, seien spezielle Trainingslager nicht notwendig gewesen.

Wie wär’s mit Kanu-Polo oder Flossen-Schwimmen?

Nebst den Einsätzen in den Orientierungslauf-Bewerben bleibt hoffentlich auch etwas Zeit, einen Einblick in die – aus österreichischer Sicht – eher ausgefallenen Sportarten zu erhalten. So bieten die World Games Sportarten wie Flossen- und Rettungsschwimmen, Kanu-Polo oder Beachhandball eine internationale Bühne. Während die vier Athleten einige Sportarten wie beispielsweise das Sportklettern schon von zu Hause aus mitverfolgt haben, gilt der Fokus in den kommenden drei Tagen aber vorerst vollumfänglich dem Orientierungslauf.

Das Starterfeld setzt sich aus je 40 Damen und Herren zusammen. Die Plätze wurden primär anhand der Resultate der WM 2016 in Schweden vergeben, einzelne Startplätze wurden aber auch an regierende Weltmeisterinnen und Weltmeister, an die besten Nationen der verschiedenen Kontinente und nicht zuletzt an Gastgeber Polen vergeben. Die vier ÖsterreicherInnen werden versuchen, in diesem starken Feld an die Resultate der laufenden Saison anknüpfen zu können. Insbesondere die Vorfreude auf die gemeinsame Sprint-Staffel, welche den Abschluss der Orientierungslauf Bewerbe bildet, ist groß.

Höchste Zeit also, die «Olympischen Spiele der nicht olympischen Sportarten» auch für die OrientierungsläuferInnen beginnen zu lassen.

Programm

Homepage World Games

von Philipp Von Arx in Leistungssport OL

24. Juli 2017