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Not an MTBO – this was a Spartan Race!

Nachdem für die Junioren des MTBO-Nachwuchsteams der Sprint am Vortag bereits als offizieller EM-Bewerb gegolten hat, zählte die Langdistanz als erstes Rennen der diesjährigen Europameisterschaft für die Damen und Herren des Elite-Teams.

Die Nacht zuvor

Wie schon von diversen Wetterberichten vorausgesagt, wurden die Hügel über Budapest in der Nacht vor der Langdistanz von starken Regenschauern und Gewittern heimgesucht, welche den Wettkampfwald rund um Nagykovácsi in eine Schlammschlacht-Arena verwandelten. 

Das Rennen

Unter den so gegebenen Voraussetzungen startete das Rennen für unsere Junioren und das Elite-Team mit einer gewissen Vorfreude. Blicke in die Zielquarantäne auf Masters, die ihr Rennen bereits absolviert hatten, ließen die schlammigsten Erwartungen wahr werden.

"The hardest race I have ever done", so Vize-Europameisterin und MTBO-Urgestein Olga Shipilova-Vinogradova. Einmal weg von geschotterten und befestigen Straßen, und die Chancen, das Rad mehr tragen als fahren zu dürfen, stiegen rasant in die Höhe. Der tiefe Lehm in den Steilhängen erforderte feinste Fahrtechnik und auch Mut auf’s Extremste; die Schaltwerke einiger Teilnehmer machten die äußeren Beanspruchungen nicht mit und gaben den Geist auf.

Michaela GIgpon, tags zuvor Weltmeisterin bei den Damen -40, konnte mit ihrer steigenden Leistungskurve einen 9. Platz inmitten der Weltspitze erkämpfen. Kevin Haselsberger konnte sich mit Rang 17 zwar im vorderen Drittel, jedoch hinter seinen persönlichen Erwartungen positionieren. Bernhard Schachinger (26.) und Andreas Waldmann (27.) verpassten nur knapp die Top 20.

Da sich Österreichs Juniorinnen für die Mitteldistanz schonten, ein kurzer Blick auf die Ergebnisliste der Junioren. Dieser reicht, um die extremen Bedingungen im Gelände zu erkennen: 1/3 des gesamten Starterfeldes beendete das Rennen frühzeitig aus verschiedensten Gründen (Stürze, defektes Material, Versinken im Gatsch, etc.).

Tobias Micko brachte nach seinem Diplom am Vortag abermals auf die sechtsbeste Zeit ins Ziel, die bittere Erkenntnis eines Fehlstempels erwartete ihn dann jedoch auf seinem Zeitstreifen.

Bei den Masters holte Dietmar Dörfler (H55-) seine zweite Silbermedaille, Katja Walther sicherte sich mit einer beherzten Fahrt den dritten Platz in D40-.

Das Rennen danach

Der härteste Wettkampf begann nach der Schlammschlacht im Wald, die teilweise über vier (!) Stunden dauerte: 350 Fahrräder mit jeweils ein paar Kilo steinhartem Lehm mussten mit zwei müden Gartenschläuchen gereinigt werden. In dieser Wertung blieb das österreichische Team unschlagbar: Der eigene Kärcher war Goldes wert und bekommt ab jetzt immer einen fixen Startplatz bei Großereignissen! 

Samstag kämpft das österreichische Team um gute Ergebnisse in der Mitteldistanz und um die Startplätze in der abschließenden Staffel am Sonntag.


Links:

Homepage MTBO Hungary 2018 
Live-Seite (Live-Ergebnisse, Start- & Ergebnislisten, GPS-Tracking)

von Jana Hnilica & Tobias Micko in Leistungssport MTBO

30. Juni 2018