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CISM Silbermedaille für Ursula Kadan über die Langdistanz

Nach den beiden Einzelbewerben bei den 7. Militärtweltspielen strahlt eine äußerst glückliche Ursula Kadan über die Silbermedaille beim Langdistanzrennen.

Zum Erfolg führte eine nahezu perfekte technische und physische Gesamtleistung mit der sie sich gegen starke Gegnerinnen, unter anderem auch Medaillengewinnerinnen bei zivilen Titelkämpfen, durchsetzen konnte. Gold verpasste sie nur um 17 Sekunden. Aber alles der Reihe nach.

Bereits am Sonntag (20.10.) gab es für die Teilnehmer den Mitteldistanzwettkampf. Das Bewältigen vieler Höhenmeter und lösen fordernde Routenwahlen waren die Hauptkriterien um am Ende ganz weit vorne zu landen. Offizielle Ergebnisse gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkte noch immer keine. Grund dafür ist ein nicht final entschiedener eingebrachter Prostest wegen sehr stark zu vermutendem unfairen Verhalten der chinesischen Mannschaft.

Das österreichische Team war mit den erbrachten Leistungen vor allem unmittelbar nach der Zielankunft nicht ganz zufrieden. Auf viele gute Teilabschnitte folgten jedoch auch Phasen die nicht den Vorstellungen entsprachen. In Summe war es schwer, im für alle neuen und speziellen Gelände im Wettkampftempo, ohne Zeitverluste über die gesamte Distanz zu bestehen. Mit etwas Abstand betrachtet waren es aber keineswegs schlechte Leistungen und es konnten alle auch viel Positives für die Langdistanz mitnehmen.

Neben den Laufanalysen war das bestimmende Thema des Tages die Gespräche über das sehr wahrscheinliche unsportliche Verhaltenden der chinesischen Mannschaft. China will bei den Heimspielen auch dem Orientierungslaufsport seinen Stempel aufdrücken und überraschte alle Beteiligten mit Fabelzeiten seiner TeilnehmerInnen. Wie Anfangs erwähnt ist ein eingebrachter Protest einiger Nationen, darunter auch Österreich, mittlerweile in den allerhöchsten Etagen der CISM Verantwortlichen noch immer in Behandlung.

Einen Tag später erfolgte am Montag (21.10.) der Wettkampf über die Langdistanz. Leider nicht antreten konnte Matthias Reiner. Er musste aufgrund von weiterhin andauernden Beschwerden nach einer, bereits vor der Anreise erlittenen, Bänderverletzung auf einen Start verzichten. Unglücklich war auch Jannis Bonek (114. Platz). Er kämpfte sich tapfer mit, nach bereits kurzer Zeit auftretenden, Magenproblemen unter sichtlich großen Schmerzen über eine, ohnehin schon sowohl physisch als auch technisch, sehr fordernde Bahn.

Bei Nicolas Kastner (44.Platz) schlichen sich neben vielen guten bis sehr guten Postenabschnitten leider auch einige größere Schnitzer ein. Großes Herz zeigte an diesem Tag auch Robert Merl (22.Platz). Er musste wie Jannis Bonek in seinem Rennen mit dem Ablenkungsfaktor Schmerzen umgehen. Er erlitt bei einem Sturz in der Mitteldistanz ein Hämatom in der Wade und die daraus resultierenden sehr großen Schmerzen stellten ein Antreten bis kurz vor dem Start in Frage. Dadurch hatte er oft das Gefühl abgelenkt zu sein und konnte nicht wie gewohnt seine Stärken ausspielen. Dementsprechend groß war seine Enttäuschung über seine Leistung. Positiv: Er konnte den gesamten Wettkampf absolvieren und wird somit für die Staffel sehr wahrscheinlich auch einsatzfähig sein.

Mathias Peter (20.Platz) konnte bis auf einen großen Zeitverlust zum zweiten Posten ein größtenteils sehr gutes Rennen zeigen und war dementsprechend mit dem daraus resultierenden Top 20 Platz zufrieden. Auf einem sehr hohen Niveau war auch der Großteil der Leistung von Gernot Ymsén. Er absolvierte die meisten Teilabschnitte mit der selben Geschwindigkeit wie die Medaillengewinner. Verlor jedoch aber bei manchen Passagen ungewohnt Zeit und musste sich schlussendlich mit dem siebenten Platz zufrieden geben. Im Summe gute aber nicht ganz perfekte Leistungen und etwas gesundheitliches Pech. Das Herrenrennen gewann der Russe Dmitrii Tcvetkov vor Frederic Tranchand (FRA) und Ionut Zinca (ROU). Ausstehend ist aufgrund des fehlenden offiziellen Ergebnis der Mitteldistanz das Ergebnis der Mannschaftswertung.

Für schlussendlich dennoch viel Freude und lächelnde Gesichte sorgte die Leistung von Ursula Kadan. Sie konnte beinahe bei jedem Posten ihr Konzept zu hundert Prozent umsetzen. Entscheidend waren gute Routenwahlen und Selbstvertrauen beim Orientieren, welches sich durch das Einholen, der vor ihr gestarteten Schweizerin Elena Roos, welche am Ende dritte wurde, gleich zu Beginn des Rennens verstärkte. Beide trafen sich im Laufe das Rennens immer wieder im Wald, wobei Ursi immer selbst aktiv blieb und durch oft bessere Entscheidungen schlussendlich vor Roos blieb. Bei der abschließenden Siegerehrung stand nur die Russin Anastasiia Rudnaia um eine Treppe weiter und durfte sich, mit dem geringen Abstand von nur 17 Sekunden, über Gold freuen.

Am Mittwoch geht die Staffelentscheidung über die Bühne. Österreich wird, wenn gesundheitlich alles passt, mit den beiden folgenden Staffeln um hoffentlich Top Platzierungen kämpfen.

AUT 1: Mathias Peter-Gernot Ysmén-Robert Merl
AUT 2: Matthias Reiner-Nicolas Kastner-Jannis Bonek

von Martin Binder in Alle News OL Leistungssport

22. Oktober 2019