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Der neue NOLV Präsident

NOLV Präsident Nikolaus "Niki" Adenstedt
NOLV Präsident Nikolaus "Niki" Adenstedt

Nikolaus Adenstedt, Mitglied von Orienteering Klosterneuburg, wurde am 12. Februar 2020 von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten des Niederösterreichischen Orientierungslaufverbandes (NOLV) gewählt. Er folgt in dieser Funktion Ewald Mayer nach, der nicht mehr zur Neuwahl angetreten ist.
Im Interview erzählt Niki Adenstedt, wie er zum OL kam, was er beruflich macht und was er als NOLV Präsident vorhat.

Wie und wann bist du zum Orientierungslauf gekommen?
Niki: Meine damalige Freundin und jetzige Frau hat mich 1996 nach Schneegattern in OÖ zu einer Wochenendveranstaltung mitgenommen. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Wer war dein OL-Mentor?
Niki: Ich hatte eigentlich keinen, aber ich habe es drei Mal geschafft in die „clinics“ von Peo Bengstsen, die damals immer zeitgleich mit bzw. vor O-Ringen stattgefunden hat, hineinzukommen. Die schwedischen Trainer, die Professionalität und das Drumherum haben mich schon sehr beeindruckt. Zu einigen Trainern von damals habe ich immer noch Kontakt.

Welche Erfolge hattest du als junger Orientierungsläufer?
Niki:  Als „junger“ Orientierungsläufer waren meine Erfolge eher mäßig, da galt es eher nicht Letzter zu werden. Aber im Laufe der Zeit kristallisierte sich dann doch eine Gruppe an Orientierungsläufern heraus, mit denen man sich messen könnte.

In welche Länder, auf welche Kontinente hat dich OL geführt?
Niki: Fast alle Länder in Europa sowie Marokko, Canada und die USA.

Was waren deine schönsten OL-Erlebnisse?
Niki: Eines meiner optischen Highlights war, als ich einmal einen dicht bewaldeten, steilen, mit Felsen übersäten, düsteren Hang hinaufgeklettert bin und nachdem ich oben durch die letzten, fast undurchdringlich wirkenden Zweige geschlüpft bin, hat sich mir ein atemberaubender Blick auf eine rosa blühende, lichtüberflutete schottische Heide geboten. Das war 1999.
Emotional war auch letzten Herbst die Ö-Staffel, als ich mich unversehens mit meinem Sohn Peo (11) auf teilweise gleichen Teilstrecken im Kampf um die bessere Zwischenzeit wiedergefunden habe, und er letzten Endes es doch noch geschafft hat, vor mir ins Ziel zu kommen. Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut.

Und deine größten OL-Erfolge?
Niki: Beide meiner Kinder betreiben diesen Sport, Emily sogar sehr erfolgreich.
Zumindest einmal bei einem WRE in der Elite im Waldviertel gepunktet.
Jetzt doch schon einige A-Finali bei den Worldmaster (und dabei dann nie Letzter).

Woran erkennt man, dass OL dein Leben prägt?
Niki: Die Austria-Cup-Läufe haben in unserer familieninternen Wochenendplanung höchste Priorität und seit vielen Jahren ist ein Teil unseres Familien-Sommerurlaubs ein internationaler Mehrtageslauf wie zum Beispiel 2019 France-O oder heuer O-Ringen.

Welche Funktion übst du bei Orienteering Klosterneuburg aus?
Niki: Keine, aber wann mein Verein eine OL-Veranstaltung organisiert, helfe ich gerne am Tag des Events mit. Und wenn ich es mir dann aussuchen kann, dann helfe ich am liebsten beim Start mit. Früher – vor den Kindern – habe ich mehr Zeit gehabt und auch mehr mitgeholfen. Ach ja, und noch etwas, bei der alljährlichen Vereinsweihnachtsfeier bin ich immer für die Strudeln zuständig.

Was machst du beruflich?
Niki: Ich bin Architekt in einem Ziviltechnikerbüro, wo wir hauptsächlich für öffentliche Bauherren wie Städte, Gemeinden, das Bundesheer oder die UNO arbeiten. Das macht sehr viel Spaß, es gefällt mir sehr gut und deshalb arbeite ich auch leider sehr viel. Mein Beruf ist aber auch ein Grund, warum ich nicht so viel zum Trainieren komme wie ich will, weil es abends öfters doch noch etwas zu erledigen gibt.

Was hast du dir als NOLV Präsident vorgenommen?
Niki: Ich habe da keine Punkteliste, wo ich jedes Mal, wenn ein definiertes Ziel erreicht ist, es abhaken kann.
Da wir seit einigen Jahren eine stabile Zahl an aktiven Jugendlichen haben, ist es wichtig weiter Trainingstage, Trainingslager und gemeinsame Reisen zu Mehrtageswettveranstaltungen sowie den NÖ-Schulcup zu organisieren und zu unterstützen.
Viribus unitis – der NOLV besteht derzeit aus acht Vereinen und nur zirka dreihundert aktiven Läufern. Vielleich ist das aber sogar unsere Stärke. Wir müssen kooperieren und uns gegenseitig helfen. Ich würde mich freuen, wenn es weiterhin gelingt gute Veranstaltungen – mit einem kompetenten Team, guten Karten und technisch anspruchsvolle Bahnen – zu organisieren.
Ein Anliegen ist es auch die, von der NÖ-Landesregierung expliziert geforderte, Transparenz im Internet bezüglich Information, Budget, usw. umsetzten.

Der NOLV Präsident im Word-Rap…

OL Sprint – kann ich am besten
OL Mittel – je schwerer umso besser
OL Lang – verzeiht Fehler
OL Ultralang – verzeiht noch mehr Fehler, aber immer noch nicht genug
OL Staffel – absolute Emotion, da geht dann doch noch was
Medaille – wenn ich welche brauch, gehe ich zu meiner Tochter
Familie – Familienstaffel, vielleicht auch einmal Jukola
Präsident – das war immer sehr abstrakt, bis jetzt
MTBO – ja, aber lieber in Ungarn, da darf man überall fahren wo man will
Höhenmeter – mal geht es besser dann wieder schwerer, abhängig vom aktuellen Körpergewicht, ein schwieriges und vor allem langfristiges Thema
Wettkampfordnung – fair play – das gehört dazu
Mentale Vorbereitung – ganz wichtig, manchmal funktioniert es, aber leider tratsche ich vor dem Start immer zu viel
Zielsprint – Das Beste kommt zum Schluss:
schneller als Rol – sehr schwer;
schneller als Emily – ein epischer Sieg

Lieber Niki, vielen Dank für dieses Interview! Der ÖFOL freut sich auf eine harmonische Zusammenarbeit und wünscht dir für deine Amtszeit alles Gute.

Fotos: Martin Grünberger

Das Foto unten zeigt Niki Adenstedt mit seinen Vereinskollegen Martin Grünberger und Roland Reisenberger

von Elisabeth Kirchmeir in Verbandsmitteilungen

26. März 2020

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