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MTBO Hitzeschlacht im Bakony-Gebirge

5.+6. MTBO-Austria-Cup in Farkasgyepü/Pápa

Ein weiteres AC-Weekend konnte am 8. und 9. August 2020 trotz der eher unsicheren „Corona-Zeit“ erfolgreich über die Bühne gebracht werden. Im MTBO-Austria-Cup waren es bereits die Bewerbe 5 und 6, die stattfinden konnten. Es war auch der erste Austria Cup im heurigen Jahr, der zum „Originaltermin“, also ohne Verschiebung oder Verlegung durchgeführt werden konnte.

Zentralort war das Dorf Farkasgyepü im ungarischen Bakony-Gebirge ca. 20km südlich der Stadt Pápa.

Der Wettkampf war Teil des bereits traditionellen „Pannon-2-days-MTBO“, das von Peter Vajda und seinem Team seit Jahren organisiert wird. Österreichischer Veranstaltungspartner war, so wie bei den AC´s in Sopron Anfang Juli, der ÖTK Wien.

Das Wettkampfterrain war neu im AC-Programm, ein wienerwaldähnliches Terrain, mit reinem Laubwald, tiefen Tälern und Gräben und auch mit vielen Pfaden und Wanderwegen durchsetzt. Die ungarischen OL-Freunde konnten bereits vor zwei Jahren einen ungarischen MTBO-Cupbewerb dort bestreiten.

Intensive Forstarbeiten in einigen Geländeteilen machten das Fahren auf den schmalen, mit dichtem Unterholz bewachsenen Trails und „erlaubten“ Schneisen äußerst schwierig und waren Teil von kniffligen Routenwahlen.

Mitteldistanz am Samstag

Am Samstag fand ein Mitteldistanz-Bewerb statt. Die Bahn war für alle Kategorien äußerst selektiv, da der Bahnleger die Strecken nach IOF-Normen „modelliert“ hat. Daher gab es relativ lange Fahrzeiten und man musste sehr viel umfahren und die meisten Posten wurden in dichte Wege- und Schneisensysteme gesetzt. Als weitere Komponente kam die große Hitze ins Spiel.

35 Grad hatte es am Samstag-Nachmittag zur Nullzeit um 14.00 Uhr. Durch das ständige „Auf-und-Ab“ summierten sich auch die Höhenmeter.

Die Herren-Elite-Klasse hatte eine Streckenlänge von 11,5km (Luft) = 16km (ideal) mit 400HM bei 18 Posten zurückzulegen.

Kevin HASELSBERGER (NF Villach) zeigte nach seinem „verkorksten“ Wochenende in Judenburg, dass er dies gut weggesteckt hat und wieder am Sprung zur Führung im MTBO-AC ist. Auch international kann sich seine Leistung an diesem Wochenende durchaus sehen lassen. Das komplette italienische Nationalteam, das sich bestmöglich auf die kommende MTBO-EM in Finnland vorbereitet, war am Start und bot dem ÖFOL-Team gute Vergleichswerte.

Kevin bewältigte die Mitteldistanz in starken 51:13 min und fuhr damit einem überlegenen Tagessieg entgegen. Ihm am nächsten kamen die Italiener Dante OSTI in 55:08 (2.Pl.) und Fabiano BETTEGA in 59:53 (3.Pl.). An der 4.Position der Tageswertung Andreas WALDMANN (OLT Transdanubien) in 62:54 (2.Pl.-AC), dahinter auf Platz 6, Tobias BREITSCHÄDEL (ASKÖ Henndorf) als 3. im AC in 63:22.

Bei den Damen hingegen gab es auf der 10,5km (Luft) = 15km (ideal) + 280HM + 16Posten langen Strecke ein überraschendes Ergebnis, denn die O-Routine setzte sich gegenüber physischer Stärke durch. Michaela GIGON (OLT Transdanubien) konnte all ihre Erfahrung ausspielen und siegte mit ausreichendem Vorsprung in 55:15, sowohl im AC als auch in der Tageswertung.

Die Ungarin Bianka TAMAS, die für den ÖTK Wien startet, sicherte sich nach gutem Wettkampf erstmals Platz 2 in 58:32. Die große Favoritin Marina REINER (NF Villach) machte zu viele Fehler im „Wegelabyrinth“ und kam in einer Zeit von 62:45 nur auf Platz 3 in der AC- & Tageswertung.

Insgesamt gab es ein Teilnehmerfeld von ca. 140 Startern aus 4 Ländern. Prominentester Starter war der Schweizer Ex-Ski-Abfahrtsweltmeister Peter Müller, jetzt begeisterter MTBOler, der in der H60-Klasse international stets vorne mit dabei ist.  Statistik der Starter: 75-Ö, 55-HUN, 6-ITA, 1-SUI. Das heißt, dass auch bei einer ungarischen Meisterschaft 180km von Wien entfernt durchaus mehr Österreicher am Start sind als „Einheimische“.

Langdistanz am Sonntag

Am Sonntag fand bei ebenso heißem und trockenem Wetter der Langdistanzbewerb, gleichzeitig ungarische Meisterschaft, statt. Das Gelände war mit noch tieferen Tälern durchsetzt wie am Vortag, besonders im Schlussteil spürte man die vielen Höhenmeter deutlich! Der Focus der Bahnlegung war an diesem Tag auf lange, komplexe Routenwahlen gelegt. Vor allem aber der Schlussanstieg (75HM) zum letzten Posten hatte es „in sich“. Durch diese äußeren Umstände wurden die Fahr- und Siegerzeiten deutlich angehoben.

Für die Eliteklasse der Herren hatte Bahnleger Peter Vajda 23km Luftlinie bzw. 36km Idealroute mit mindestens 600HM bei 20Posten vorgesehen; mit weniger als 750Höhenmeter kam wohl kein Elitefahrer durch.

Kevin HASELSBERGER zeigte auch an diesem Wettkampftag, dass er derzeit der Beste im heimischen Team ist. Mit seiner Zeit von 94:33 war er neuerlich deutlich voran. Wiederum reihten sich drei italienische Fahrer direkt hinter ihm ein: Riccardo ROSSETTO (2.Pl. in 98:30), Luca DALAVALLE (3.Pl. in 101:05), Fabiano BETTEGA (4.Pl. in 103:53). Dahinter wiederum Andreas WALDMANN in 104:08 als zweitbester Österreicher auf Platz 5 der Tageswertung. Auch an diesem Tag wurde Tobias BREITSCHÄDEL (106:18) 3.er im Austria-Cupbewerb.

Revanche für die Niederlage am Vortag nahm sich Marina REINER auf der Langdistanz. 20km Luftlinie bzw. 32km Idealstrecke bei mindestens 500HM und 18 Posten waren die Streckendaten für die Damen-Elitebahn (auch H-20 und H40-).

Obwohl Marina auch am Sonntag keinen fehlerfreien „Lauf“ zustande brachte, war ihre physische Überlegenheit ihren Konkurrentinnen gegenüber deutlich spürbar. Mit ihrer Zeit von 109:38 war sie fast 11 Minuten schneller als die Zweiplatzierte an diesem Tag, die Ungarin Anna FÜZY (120:29). Fast „gleich auf“ mit Anna und auf Platz 3 in der Tageswertung (120:54) Michaela GIGON (2.Pl. AC). Bianka TAMAS war als Drittplatzierte im Austria Cup auch diesmal wieder vorne mit dabei (128:58).

Schnellste(r) auf dieser Bahn war allerdings nicht Marina mit ihrer Zeit, sondern Hannes HNILICA in der H18-20-Kategorie. An seine Zeit von 106:29 kam niemand heran. Am ehesten noch sein Konkurrent bei den Junioren Lukas WIESER (110:46).  Auch der Seriensieger der H40-, Manfred STOCKMAYER, blieb mit seiner Klassensiegerzeit von 111:57 hinter den schnellsten Junioren.

Tipp: Der Route Gadget ist online!  Umso mehr Starter/innen ihre Routen eintragen oder hochladen, umso interessanter wird es für alle. Siehe auch eigenen Artikel auf der ÖFOL Seite mit Infos und Hilfestellungen.

Link:  http://www.oefol.at/cgi-bin/gadget/reitti.cgi

EM in Finnland

Für die Elite und die Junioren waren diese beiden Bewerbe auch Sichtungsbewerbe für die MTBO-Europameisterschaft, die bei der IOF – trotz „Corona-Krise“ und vieler Bedenken und Hindernisse immer noch am Terminplan steht und auch höchstwahrscheinlich stattfinden wird.  Anfang September wird in Finnland diese Europameisterschaft und ebenso die World-Masters-MTBO durchgeführt. Viele Nationen werden allerdings aufgrund von  Einreiseverboten und Quarantänemaßnahmen nicht teilnehmen können.

Der ÖFOL stellt den österreichischen Athleten und Athletinnen in dieser schwierigen Situation frei, ob sie die Mühen, die mit einer Teilnahme und Einreise nach Finnland zusammenhängen, auf sich nehmen wollen.

Nationales MTBO-Finale am Rauchwarter Badesee

Das MTBO-Finale (7. + 8. MTBO-AC) wird nun am 19. und 20. September 2020 im Südburgenland stattfinden. Wettkampfort wird das Gebiet rund um den Badesee Rauchwart sein. Gleichzeitig wird am Samstag die Österreichische Meisterschaft auf der Langdistanz ausgetragen.

Fotos: Laura S., Thomas W., Michael M.

von Michael Melcher in Mountainbike-OL MTBO

11. August 2020

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