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Kogelmeeting als Saisonauftakt

Rund fünf Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin fand am 22. und 23. August 2020 der Auftakt zur nationalen Wettkampfsaison im Fuß-Orientierungslauf statt: Anstatt der für 29. März angesetzten und wegen der Covid-19-Pandemie abgesagten Österreichischen Meisterschaft im Mannschafts-Orientierungslauf wurden vom HSV OL Wr. Neustadt auf einer neu aufgenommenen Orientierungslauf-Karte im Kogelwald bei Draßburg zwei Einzelbewerbe – die Österreichische Meisterschaft über die Langdistanz (1. Austria Cup) und ein Mitteldistanz-Bewerb (2. Austria Cup) – durchgeführt.

Wegen der noch immer gültigen Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen wurden die jeweils rund 470 Starter/innen auf drei zeitlich getrennte Kontingente aufgeteilt. Das Organisationsteam mit Wettkampfleiter Harald Lipphart-Kirchmeir an der Spitze und seiner Gattin Elisabeth Kirchmeir als Covid-19 Beauftragter meisterte die damit verbundenen Herausforderungen großartig und sorgte an beiden Tagen für einen reibungslosen Ablauf.

Als Wettkampfzentrum diente die Sportanlage des ASV Draßburg, wo genug Platz für die angereisten Orientierungsläufer/innen zur Verfügung stand. Dank des Covid-19-Sicherheitskonzepts konnte die Ansteckungsrisiko auf ein Minium gesenkt werden.

Im Zeichen des Infektionsschutzes

Unter anderem kamen Einbahnregelungen zur Anwendung, per Lautsprecher wurde aufs Abstandhalten hingewiesen, die Teilnehmer/innen wurden gebeten, von den extra aufgestellten Händewasch-Stationen Gebrauch zu machen. Bei den Duschen gab es eine Zutrittsregelung, sodass sich nie mehr als vier Personen in den Räumlichkeiten aufhielten, alle von mehreren Personen benutzten Flächen wurden regelmäßig desinfiziert.

Für die Siegerehrung am Samstag wurde ein „Self Service Konzept“ gewählt: Medaillen und Sachpreise konnten am Platz der Sieger persönlich abgeholt werden. Die Sieger/innen freuten sich über Produkte von Felix, Szigeti Sekt und Sport Sticks von Natural Products & Drugs sowie über Haribo-Fruchtgummi, zur Verfügung gestellt von der Handelskette Hofer.

Neben dem erheblichen logistischen Aufwand aufgrund der epidemiologischen Lage trat der sportliche Aspekt bei der gesamten Veranstaltung jedoch niemals in den Hintergrund.

Vom Start bis zum Ziel – alles gut durchdacht

Bahnleger Markus Plohn hatte auf der neu aufgenommenen Karte (Kartenzeichner: Tibor Erdelyi) interessante und faire Bahnen für beide Bewerbe konzipiert.

Das Startteam unter der Leitung von Gerhard Koiser schleuste die zahlreichen Läufer/innen vorbildlich ins Gelände, das Technikteam unter der Leitung von Constantin Kirchmeir achtete darauf, dass die Ergebnisse nach dem Auslesen immer rasch online angezeigt wurden.

Das Ziel befand sich am Samstag direkt im Wettkampfzentrum – beim Zielsprint entlang einem ansteigenden Weg und über eine steile Böschung hinauf mussten noch einmal alle Reserven mobilisiert werden. Am Sonntag lag das stille Ziel ca. 1 km vom WKZ entfernt.

Eugen Kainrath als routinierter Technischer Delegierte  hatte die Organisatoren während der gesamten Vorbereitungszeit und direkt beim Bewerb vorbildlich unterstützt und für ein hohes Qualitätslevel der Veranstaltung gesorgt.

Routenwahl über lange Strecken

Die Langdistanz forderte von den Orientierungsprofis klare Routenwahlentscheidungen – es stellte sich mehrfach die Frage „mitten durchs Grün oder doch besser umlaufen?“

Dazu kam an diesem Samstagnachmittag enorme Hitze – bis zu 35 Grad sollen gemessen worden sein. Ein Gewitter kündigte sich zwar gegen 16 Uhr am Horizont an, zog aber – zum Glück – unverrichteter Dinge wieder ab.

Bei den Herren 21 Elite siegte Mathias Peter (OLC Graz) in 1:20:29 vor Nicolas Kastner (Naturfreunde Wien – 1:24:33) und Robert Merl (ASKÖ Henndorf – 1:27:42). Bei den Damen 21 Elite setzte sich Ursula Fesselhofer (OC Fürstenfeld) mit 1:05:49 an die Spitze, Zweite wurde Anja Arbter (Naturfreunde Wien  1:06:58), Dritte Anika Gassner (Naturfreunde Wien – 1:13:50).

In den Jugend- und Senioren-Kategorien wurden die Österreichischen Meister/innen gekürt, wobei eine Siegerzeit besonders hervorzuheben ist: Pierre Kaltenbacher (HSV OL Wr. Neustadt) stempelte den Zielposten in der Kategorie Herren ab 40 nach 1:02:17 h, Thomas Radon (Naturfreunde Wien) kam als Zweiter erst rund 26 Minuten später ins Ziel.

Alle Ergebnisse ÖM Langdistanz (1. Austria Cup), 22. August 2020

RouteGadget Samstag

Bitte ladet eure Bahnen in den RouteGadget hoch – bei spannenden Entscheidungen wird eine Videoversion angefertigt und veröffentlicht!

Mitteldistanz: Feinorientieren im Dickicht

Am Sonntagvormittag profitierten die frühen Startzeiten noch von der morgendlichen Kühle. Das Gelände war bereits vom Vortag bekannt, die Postenstandorte jedoch neu. Teils war der Wald gut belaufbar, teils zeigte jedoch die Vegetation ganz andere Dimensionen, als dies beim ursprünglich für den Bewerb geplanten Termin Ende März der Fall gewesen wäre. Vor allem das Brombeergestrüpp und die mancherorts meterhohen Brennnesseln machten den Läufern und Läuferinnen zu schaffen.

Einige Posten waren besonders schwierig anzunavigieren, höchste Konzentration war erforderlich, um die Bahnen präzise zu absolvieren. Bravourös gelungen ist das Robert Merl (ASKÖ Henndorf), der sich in 37:39 in der Kategorie 21 Elite als Sieger eintrug, gefolgt von Mathias Peter (OLC Graz – 38:04) und dessen Vereinskollegen Georg Gröll (38:34).

Bei den Damen 21 Elite stellte auch am Sonntag Ursula Fesselhofer (OC Fürstenfeld) mit einer Zeit von 44:30 ihre Bestform unter Beweis. Zweite wurde wiederum Anja Arbter (Naturfreunde Wien – 46:34), gefolgt diesmal von Jasmina Gassner (Naturfreunde Wien – 46:42).

Alle Ergebnisse Mitteldistanz (2. Austria Cup), 23. August 2020

RouteGadget Sonntag

Gastfreundlichkeit auf höchstem Niveau

Der ASV Draßburg als Gastgeber im Wettkampfzentrum tat alles, um den Orientierungsläufern und -läuferinnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Hervorzuheben ist vor allem die Bewirtung durch das engagierte Küchenteam, das nach den anstrengenden Läufen für Erfrischung und Stärkung sorgte.

Positiv fiel nach diesem gelungenen Wochenende das Feedback der Teilnehmer/innen aus: Nach der langen Covid-19-Durststrecke war die Freude über die ersten Austria Cup Bewerbe im Jahr 2020 groß.

Fotos: Markus Plohn, Elisabeth Kirchmeir

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von Elisabeth Kirchmeir in OL

24. August 2020

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