Anja Arbter Weltklasse

von  Nationalteam,

erstellt am 09.05.2018
Kategorie: OL, Leistungssport

Im Mitteldistanzfinale der Europameisterschaften in der Schweiz konnte die Badnerin Anja Arbter genau dort fortsetzen, wo sie in der Qualifikation am Tag zuvor aufgehört hatte.

Anja lief abermals ein orientierungstechnisch einwandfreies Rennen, demonstrierte erneut, dass sie diese Saison läuferisch einen Sprung vorwärts gemacht hatte und durfte sich am Ende des Tages über den ausgezeichneten elften Platz freuen: "Es war ein technisch sehr sauberer Lauf. Ich konnte das Vorgenommene gut umsetzen. Dass meine Karte dreckig und schlecht lesbar wurde hat mich kurz rausgebracht. Ich bin sehr glücklich über das Resultat!"

Damit aber nicht genug. Auch dahinter gab es für einige der gleich sieben österreichischen Finalistinnen und Finalisten Grund zur Freude. Ursula Kadan ließ sich auch nach einem Fehler im ersten Streckendrittel nicht aus der Ruhe bringen und erkämpfte sich den dreizehnten Platz: "Technisch nicht ideal (ein größerer Fehler und eine vielleicht nicht optimale Route) und läuferisch hat mir etwas der Biss gefehlt, umso glücklicher bin ich über Platz 13 und eine neue persönliche beste Platzierung über die Mitteldistanz!"

Hervorzuheben ist weiters, dass mit Laura Ramsteins 24. Platz und Anna Nilsson-Simkovics 37. Platz alle vier Damen einen Rang in den Weltcuppunkterängen belegten.

Laura resümierte: "Gegen Ende ging es immer besser. Am Anfang wollte ich zu direkt laufen und habe ein paar unnötige Gräben mitgenommen bzw. ein paar unnötige Meter gemacht. Danach habe ich alle rutschigen Passagen, wenn möglich gemieden."

Anna meinte zu ihrem Lauf: "Gut begonnen, ein Fehler in der Mitte. Heute war es wirklich zum Kämpfen. Natürlich wäre auch mehr möglich gewesen, aber immerhin schaffte ich es in die Weltcuppunkteränge."

Robert Merl sorgte im österreichischen Herrenteam nach einem technisch starken Rennen für eine weitere Top-20-Platzierung bei diesen Europameisterschaften: "Technisch bin ich durchaus zufrieden heute. Anscheinend verlor ich aber bei den vielen Grabenquerungen mehr Zeit als gedacht. Wieder in den Top 20, das freut mich und motiviert mich für die verbleibenden Bewerbe."

Matthias Reiner und Mathias Peter flogen im letzten Streckenabschnitt nach Fehlern leider noch aus den Weltcuppunkterängen und klassierten sich auf den Plätzen 44 und 51.

Matthias Reiner: "Ich war etwas unsicher da und dort. Wirklich ärgerlich waren aber die Fehler am Ende. Wie auch immer. Dass ich ins Mittelfinale gekommen bin, gibt mir Auftrieb und motiviert."

Mathias Peter: "Es war heute so richtig zum Kämpfen, teilweise wie in den steilen Gräben rund um Graz, wenn es so richtig nass ist. Bis zum Durchlauf lief es ideal, danach verließen mich aber etwas die Kräfte und dies mündete leider in einen großen Fehler, der mich weit zurückschmiss. Im Ziel war ich natürlich zuerst enttäuscht. Jetzt werde ich aber das Gefühl vom guten ersten Streckenabschnitt mitnehmen."

Betrachtet man die Karte von außen, so schaut alles halb so wild aus. Aber die Wirklichkeit zeigte ein anderes Bild: Grün, rutschig, schlammig, steil, unübersichtlich. Hier hieß es kämpfen, durchbeißen, aber gleichzeitig mit Gefühl die richtigen und schnellen Grabenquerungspassagen finden. Plastikfolien für die Wettkampfkarten wären bei dieser Schlammschlacht wohl auch kein Nachteil gewesen.

Der Medaillenkampf war vor allem bei den Damen an Dramatik kaum zu übertreffen. Die Juniorin Simona Aebersold (SUI) lag in Führung, und das Publikum rechnete mit einer neuen klaren, kaum erreichbaren Bestzeit von Tove Alexandersson (SWE). Ihr unterlief aber ein 2,5-Minutenfehler zum vorletzten Posten und die Sprint-Europameisterin konnte sich nur mit zehn Sekunden Vorsprung die Führung schnappen. Die Finnin Marika Teini, beim Durchlauf noch Zweite mit einer Minute Rückstand, nutzte die Gunst der Stunde und übernahm mit acht Sekunden Vorsprung die Führung, dies trotz verletzten Fußes. Aber keine zwei Minuten später ließ die Schweizerin Julia Gross das Publikum aufjubeln. Dies aber nur kurz, denn sie hatte Posten 10 überlaufen und musste so disqualifiziert werden. Damit hießen die Medaillengewinnerinnen Teini, Alexandersson und Aebersold.

Bei den Herren konnte sich im Laufe des Rennens Matthias Kyburz (SUI) immer weiter absetzen und so seinem zweiten EM-Gold dieser Meisterschaften entgegenlaufen. Sein Landsmann Florian Howald zeigte ein starkes Finish und konnte so noch den Norweger Olav Lundanes auf den Bronzeplatz verdrängen – Doppelsieg für die Schweiz.

Am Donnerstag gehen die Europameisterschaften mit der Sprint-Staffel in die nächste Runde.


Fotos: Nathalie Huber


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