Staffeldiplome für Junioren und Elite

von  Andreas Waldmann,

erstellt am 05.07.2018
Kategorie: MTBO, Leistungssport

Zum Abschluss der MTBO Europameisterschaft standen die Staffelbewerbe am Programm: Für die Junioren klassische 3er Damen bzw. Herrenstaffeln, für die Elite eine Mixedstaffel bestehend aus 1 Dame und 2 Herren.

Das Zielgelände war dasselbe wie bei der Mitteldistanz am Vortag, das Wettkampfgelände war neu und bot schnell befahrbares Gelände mit teilweise sehr dichtem Wegenetz sowie technisch anspruchsvolle Abfahrten und einen langgezogenen Anstieg zurück zum Zielgelände.

In der Elite war die Position der Dame frei wählbar. Österreich 1 starte mit Michaela Gigon, gefolgt von Andreas Waldmann und Kevin Haselsberger. Österreich 2 wurde von Tobias Breitschädel, Florian Exler und Katja Walther gebildet.

Michaela Gigon übergab im Mittelfeld liegend an Andreas Waldmann: „Meine Beine waren heute leider nicht die Schnellsten.“ Andreas Waldmann fuhr ein sauberes Rennen und konnte auf den Anstiegen einiges an Zeit aufholen und übergab auf Diplomkurs liegend an Kevin Haselsberger. Dieser fuhr ebenfalls ein starkes Rennen und konnte den 6ten Rang in der Nationenwertung sichern (8ter Platz gesamt).

Österreich 2 lag nach einem starken Start von Tobias Breitschädel auf Platz 4, nach einem Sturz von Florian Exler ging einiges an Zeit verloren, Katja Walther beendete das Rennen auf Platz 20.

 

Nach diesem erfolgreichen Abschluss der Europameisterschaft blickt das österreichische MTBO Nationalteam mit Vorfreude auf die Heimweltmeisterschaft von 6.-12. August in Zwettl. Nach einer kurzen Erholungsphase und individuellem Trainings folgen ein Trainingswochenende im Waldviertel und die Worldrankingevents in Faak a. See bevor es ernst wird. Anfeuernde Zuschauerinnen und Zuschauer wären von den Teammitgliedern bei der WM sehr gerne gesehen: Herzliche Einladung!

Das abschließende Staffelrennen stand auch bei den Junioren unter dem Motto: „Dramatik pur“. Obwohl das Terrain gleich war wie beim vorangegangenen Mitteldistanzbewerb, wurde fast ausschließlich dem „semi-open“-Teil der Karte genutzt. Obwohl es fast 24-Stunden zuvor zum Regnen aufgehört hatte, gab es auf etlichen Wegen noch riesengroße Wasserlacken, mit nicht sichtbarer Tiefe. Neben den Wegen waren zumeist Dornenranken und andere Dickichtarten, die nicht einluden vom Weg abzuweichen. Mensch und Material wurden somit wieder auf eine harte Probe gestellt, entweder nass und dreckig oder zerschunden und blutig.

Bei den männlichen Junioren gaben sich 10 Nationen ein abschließendes „Stelldichein“, bei den Mädels waren noch 7 Teams mit dabei.

Lea HNILICA entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer „bombensicheren“ Startfahrerin; so auch diesmal. Zwar waren die führenden Staffeln aus Tschechien, Litauen und Russland gleich einmal vorne weg, doch dahinter lieferte sich Lea ein Duell mit Finnland und Frankreich, wobei die Österreicherin die besseren Nerven hatte und als 4.Nationenstaffel übergeben konnte. Lena SCHNETZ – bei ihrem ersten internationalen Staffeleinsatz – wollte die Sache ganz besonders gut machen, wurde zwar überholt, hielt aber den Anschluss an Frankreich und an die zurückfallenden Lithauerinnen. Leider gab es auf der Schluss-Schleife ein Missgeschick, indem sie ihren vorletzten Posten der knapp neben dem Vorwarnposten der Vorrunde postiert war, zu früh stempelte und weiterfuhr. Erst beim „vermeintlichen“ Zieleinlauf – als sie bei diesem Posten nochmals vorbeikam – bemerkte sie ihr Missgeschick und fuhr die 10-Minuten-Schleife nochmals in der richtigen Reihenfolge. Zudem fuhr sie sich einen Dorn ein, und ihr Reifen war plötzlich ohne Luft. Dennoch kämpfte sie bis zur Übergabe und hoffte, daß Schlussfahrerin Jana HNILICA noch nach vor kommen könnte.

Jana fuhr ein tolles Rennen, fuhr eine der besten Laufzeiten des gesamten Feldes und kam schließlich ohne größere Fehler als 6.te ins Ziel, was einen Diplomplatz für die Juniorinnen bedeutete. Dieselbe Teamaufstellung bei den Mädchen, wird es auch bei der WM in 5 Wochen im Waldviertel geben. Dann jedoch ohne Defekte.

Die Junioren starteten in der Aufstellung Jakob Kratky, Paul Kratky und Tobias Micko,; vor dem Rennen erschien ein 7.Platz als das realistische Ziel. Zuschauen mußte an diesem Tag leider Georg Koffler, der die interne Staffel-Quali am Vortag bei der „Middle“, knapp verloren hatte. Jakob fuhr ein ausgezeichnetes Startrennen und übergab an an 5.ter Stelle liegend an seinen älteren Bruder Paul, der bislang eine fehlerfreie Woche hinter sich hatte. Doch leider passierte knapp bei Streckenhälfte das Unglück, als er ausweichen wollte und quer fahren musste. Ein irreparabler Reifenschaden – der sich auch mit Pannenspray nicht reparieren lies –veranlasste ihn, das restliche Rennen zu Fuß – das Rad schiebend – fortzusetzten und zu beenden (unter dem Motto: „aufgegeben wird in einer Staffel nie; wer weiß was noch passiert).

Tobias Micko als Schlußfahrer hatte zwar schon einen großen Rückstand, erzielte aber dennoch ein Spitzen-Fahrzeit auf seiner Runde und beendete das Rennen auf dem vermeintlichen 9.Platz. Doch dann kam die große Überraschung in Form von Disqualifikationen von gleich mehreren Teams (Frankreich, Schweden, Litauen, u.a.), da falsche Posten gestempelt wurden. Somit rückte das ÖFOL-Team auf Platz 5 vor und gewann ein hochverdientes Junioren-EM-Diplom.

Somit hatte sich das Motto: „Nie Aufgeben“, doch wieder ausgezahlt.

Im Zuge der Vorbereitung auf die Heim-WM im Sommer, gibt es in den kommenden Wochen eine Reihe von MTBO-Spezialtrainings, organisiert durch die NW-Kadertrainer. Interessierte MTBO-Freunde können auf Eigenkosten und freiwilliger Spende gerne daran teilnehmen.

Infos können bei Michael Melcher ( mapbobo1@gmail.com ) erfragt werden: Datum, Trainingsorte und Treffpunkte.


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