Weltcup-Finale in Rot-Weiß und Weiß-Rot

von  Mario Ammann,

erstellt am 07.10.2014
Kategorie: OL, Leistungssport

Gernot Kerschbaumer übersah beim Sprint leider ein Sperrgebiet und musste mit guter Laufzeit disqualifiziert werden

Die Blau-Gelben aus Schweden waren beim Weltcup-Finale in der Schweiz teilweise die Spielverderber der Rot-Weißen bzw. Weiß-Roten aus Dänemark und der Schweiz.

Fast hätte Gernot Kerschbaumer in Rot-Weiß-Rot auch beim ganz großen Konzert mitgespielt - Rang 10 beim Mitteldistanzlauf am Samstag.

Nationaltrainer Rolf Gemperle legte seine Stirn kurzzeitig in Falten, als er nach dem Zieleinlauf von Gernot Kerschbaumer beim Mitteldistanzlauf über den Lautsprecher die vorläufige Platzierung des Steirers hörte. Er zählte auf der Startliste die noch ausstehenden Läufer und hatte die leise Befürchtung, dass es vielleicht nicht für den anvisierten Top-Ten-Platz reichen würde. Man weiß es natürlich: "Kerschi" hat es gepackt und realisiert mit dem 10. Rang ein weiteres Topresultat.

So richtig mochte ihn aber das Ergebnis vorerst nicht freuen. Denn im Postenraum machte er fast alles richtig. "Leider waren aber zwei Routen – 3 und vor allem 8 – suboptimal." Bei Posten 9 von 23 lag er nur auf Platz 20. Die Verbesserung um 10 Ränge zeigt, wie gut Kerschi nachher lief. Auf Rang 2 fehlten nur 53 Sekunden! Mit der zweiten Top-Ten-Platzierung in diesem Jahr war er schließlich doch sehr zufrieden. 

Am Sonntag hätte Kerschbaumer gerne noch einen drauf gesetzt. Er lobt die wie üblich hervorragende Atmosphäre mit vielen anfeuernden Fans entlang der Strecke: "Es machte richtig Spaß zu laufen, auch wenn es enorm anstrengend war." Kerschi hatte ein gutes Gefühl bei den meisten Routen und stempelte den Schlussposten mit der 13-besten Zeit. Eine Zielzeit blieb ihm verwehrt, weil er gleich nach dem Start – wie andere auch – ein temporäres Sperrgebiet missachtet hatte und disqualifiziert werden musste. Schade!

Robert Merl musste beim Villacher Wochenende verletzungsbedingt auf einen Start verzichten. Trainings- und Wettkampfpause ließen beim Weltcup-Finale keine Höhenflüge erwarten. Für den Salzburger war es wichtig, endlich wieder laufen zu können. Auch wenn sich ein paar Fehler eingeschlichen haben, spricht er von drei Wettkämpfen in der Schweiz, die "im Grossen und Ganzen gut verlaufen" sind. Seine Platzierungen: Rang 42 am Samstag und Rang 32 am Sonntag. 

Ursula Kadan erwischte beim Middle einen ganz schlechten Start und musste schon bei Posten 1 einen Rückstand von mehr als einer Minute einstecken. "Das hat mich leider so nervös gemacht, dass ich auch die nachfolgenden Posten alles andere als sauber anlief." Dann kam Ursi aber besser in Fahrt und es gelang ihr ein ziemlich gutes Rennen. Nur die mit den Männern identische lange Route 7-8 war auch bei ihr nicht optimal. Diese Teilstrecke war eine Schlüsselstelle und gab viel zu reden. Anja Arbter – wie Laura Ramstein ebenfalls beim Mitteldistanz-OL im Einsatz und am Ende der Rangliste klassiert – war selbst am Sonntag noch nicht sicher, welche Route für sie die beste gewesen wäre.

Ursi hatte sich beim Middle mehr erhofft als Rang 37 und nutzte den Sprint vom Sonntag für eine deutliche Steigerung. Bei Posten 1 war sie zwar wieder nicht top, der Rest des Rennens gelang ihr aber ganz gut. Die beiden grundsätzlich identischen Bahnen waren sehr anspruchsvoll und boten auf jedem Teilabschnitt mindestens zwei Routen. Im Nachhinein hätte man da und dort auch anders entscheiden und so "wohl ein paar Sekunden einsparen" können, ist das Fazit von Ursi. Mit Rang 18 konnte sie ihre Erwartungen erfüllen. Rang 31 im Gesamtweltcup bedeutet für Ursula Kadan gegenüber der bisherigen Bestmarke eine Verbesserung um 5 Plätze. 

Die Schlusswertung im Überblick:

29. Robert Merl, 149 Pt.
36. Gernot Kerschbaumer, 137 Pt.
138. Helmut Gremmel, 4 Pt.

31. Ursula Kadan, 151 Pt.
131. Anja Arbter und Laura Ramstein, je 3 Pt.

Fotos: Mario Ammann

Link zur Veranstalter-Homepage: www.ol-weltcup.ch

Ursula Kadan war mit dem 18. Rang im Sprint zufrieden

Für Robert Merl war nach der verletzungsbedingten Pause nicht mehr drin

Für Anja Arbter ging es hauptsächlich darum, Erfahrung zu sammeln

Nach dem "Heim-Weltcup" ebenfalls um eine Erfahrung reicher: Laura Ramstein


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