Weltcupfinale - eine Ära geht zu Ende

von  Gernot Kerschbaumer,

erstellt am 06.10.2013
Kategorie: OL, Leistungssport

Gernot Kerschbaumer unterwegs in der Stadt Baden (Foto von Kimmo Hirvonen)

Im schweizerischen Baden gingen die letzten beide Weltcupbewerbe der Saison über die Bühne.

Als Laufbühne für die Mitteldistanz am Samstag diente die Karte "Tüüfelschäller", am Sonntag hetzten die weltbesten Orientierer durch die "Baden City".

Während am Samstag alle gemeldeten Läufer startberechtigt waren, durften am Sonntag nur die 40 bestklassierten Damen und Herren des Gesamtweltcups an den Start gehen. Ziel war es für Österreichs Teilnehmende, Ursula Kadan (OC Fürstenfeld), Gernot Kerschbaumer (HSV Pinkafeld) und Robert Merl (ASKÖ Henndorf) ihren Finalplatz abzusichern, was nicht ganz einfach war, denn das Reglement sah vor, dass nur die besten zwei Ergebnisse aus den drei WM-Läufen und dem Samstagslauf für die Gesamtwertung herangezogen wurden und alle drei hatten bereits je zwei Mal gut in Finnland bei der WM gepunktet.

Die Mitteldistanzstrecke bot großteils typisches Schweizer Mittelgelände. Ein kleiner Teil war aber orientierungstechnisch völlig anders anzulegen, denn hier säumten steile Hügel, Senken und Felsen das Gelände. Gute Mikro-Routenwahlentscheidungen waren gefragt. Beide Teile hatten gemeinsam, dass die steilen Passagen aufgrund des vielen Regens extrem rutschig waren.

Ursi durfte mit ihrem Lauf zufrieden sein und belegte den 30. Platz. Über ihren 65. Weltcupsieg in ihrem vorletzten Weltcuprennen freute sich Simone Niggli (SUI). Sie gewann klar vor Annika Billsatam (SWE) und Nadia Volynska (UKR).

Bei den Herren belegten Kerschi und Robi die Ränge 30 bzw. 37. Kleinere Fehler bzw. nicht optimale Routenwahlentscheidungen kosteten beide bessere Platzierungen. Bei den Männern führte Daniel Hubmann vor Matthias und Andreas Kyburz einen Schweizer Fünffachsieg an.

Tags darauf gab es die große Abschiedsshow von Simone Niggli. Aber auch Matthias Leonhardt und Matthias Merz zogen das letzte Mal das Schweizer Nationalteamdress über. Simone spulte wie gewohnt Posten für Posten runter und konnte sich im Ziel über ihren 66. Weltcupsieg freuen. Nachdem Tove Alexandersson (SWE) hinter Judith Wyder (SUI) und Emma Klingenberg (DAN) den vierten Platz belegte, ging auch der Gesamtweltcupsieg an Simone, zum insgesamt 9. Mal. Danach ließ sie sich von den Tausenden Zusehern verdienterweise feiern und von der internationalen OL-Bühne verabschieden.

Ursi kämpfte hart, entschied sich aber bei den vielen Routenwahl-entscheidungen zu oft für die langsamere und belegte so den 35. Platz. Den Gesamtweltcup beendete sie auf dem 55. Rang. Kerschi und Robi kamen im routenwahlmäßig interessanten Rennen gut über die Runden. In ihren Sphären gab es äußerst knappe Zeitabstände. Kerschi kämpfte sich auf den 16. Platz, Robi unterlief ein Fehler mehr, wodurch er im Ende nur zwölf Sekunden aber gleich zehn Plätze auf seinen Teamkollegen verlor und somit den 26. Platz belegte.

Im Herrenrennen entpuppte sich die Schweizer Phalanx wiederum als unüberwindbares Hindernis. Lediglich Jonas Leandersson (SWE) verhinderte als Dritter einen abermaligen Fünffachtriumpf der Eidgenossen. Der Tagessieg ging ebenso wie der Gesamtweltcup an Matthias Kyburz, der am Ende den Turbo zündete und so Martin Hubmann noch klar auf Platz zwei verwies.

Kerschbaumer schaffte aufgrund der doppelten Punktezahl im letzten Bewerb noch den Sprung auf Platz 18 im Gesamtweltcup. Merl erreichte mit Platz 44 seine bisher beste Platzierung in der Endabrechnung. Natürlich hängt die Gesamtwertung auch stark davon ab, wer an welchen Bewerben an den Start geht. Gepunktet haben heuer auch noch Erik Nilsson-Simkovics (121.) und Elisa Elstner (96.)

Auch wir möchten Simone und den beiden Matthiassen zu ihren außerordentlichen Karrieren gratulieren und ihnen alles Gute für ihre Zukunft wünschen.

Am Freitag vor den Weltcupbewerben wurde eine Mixed-Sprint - Staffel mit "touch-free" Sportident angeboten, wie es auch bei der WM in Italien zur Anwendung kommen soll. Laura Ramstein, Robi, Kerschi und Ursi nutzten diese Möglichkeit um erste Erfahrungen mit dem neuen System zu sammeln.

 

Einen 60 minütigen Zusammenschnitt aus österreichischer Sicht gibt es am:
Dienstag, 8.10. um 20.15 Uhr auf ORF Sport +.
Kommentator: Boris Kastner-Jirka
Co-Kommentatorin: erstmals Österreichs derzeit beste Orientierungsläuferin: Ursi Kadan

Wiederholungen des Beitrages:
Mi, 09.Okt. um 08:15 und 23.15 Uhr, 10.Okt. um 02:15 Uhr und Sa, 11.Okt. um 05:15 Uhr

 

Veranstaltungs-Homepage:

www.ol-weltcup.ch

Robert Merl sichert sich mit seiner Leistung über die Mitteldistanz den Einzug ins Finale (Foto von Kimmo Hirvonen)

Ursula Kadan konzentriert unterwegs (Foto von Kimmo Hirvonen)

Der Nationaltrainer Rolf Gemperle bei der Laufanalyse mit Ursula Kadan


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