TRAINERFORUM – 2.Treffen, Faakersee  29.8.2002

 

Teilnehmer: Markus Buchtele, Richard Schuh, Michael Prehsler, Curt Maier, Michael Wendler, Karl Lang, Gäste: Michi Hohenwarter, Merit Thea Lillehov und Martin Pongratz 

 

Beginn: 19:15

 

Protokoll wie angekommen? Wo angekommen?

Maier hat Einladung bekommen, war auch schon an Seebenstein interessiert

 

Reihum Bericht der Teilnehmer, was sie erkundet haben:

 

Bericht Prehsler: Viele Rückmeldungen, zum Teil erfreulich. Von 42 ausgesendeten sind 15 Fragebögen zurückgekommen:

 

Zusammenfassung Fragebögen:

            Alle die geantwortet haben sind noch immer im OL aktiv, zT auch anderswo.

            Zwei Drittel arbeiten noch als Trainer irgendwie

            individueller Trainer 1 nein, 5 ja, der Rest hat hier nicht geantwortet

            Einige im Verein, fast keiner im Landesverband

Keine angemessene Entlohnung, 7 bekommen symbolische Entlohnung, 2 Trainern war die Anerkennung genug

Mehrheit hat keine ausreichende Zeit, Trainer zu sein.

Überwiegend besteht großes Interesse, als Trainer zu arbeiten.

Ausgeglichen beantwortet ist die Nachfrage nach Trainerarbeit.

Fortbildungsinteresse ist durchwegs gegeben.

Die Mehrheit hätte gerne mehr Bezahlung und mehr Anerkennung

 

Persönliche Bemerkungen zeigen zum Teil schon stark ideelle Motivation, wie Arbeit mit Freunden, Mitgenuß von Erfolgen, Freude an Sportpsychologie

 

Verschiedene Anregungen in , die diskutiert werden können:

Bei der Ausbildung verpflichtet sich der Trainer, in den nächsten 10 Jahren dem OL in Österreich in irgend einer Art  zur Verfügung zu stehen.

 

àAnalyse Prehsler.

Als Antwort sollte man den Trainer Hilfestellungen geben, wie sie Trainertätigkeit besser zeitlich und finanziell managen könnten und wie sie klarere Prioritäten setzen könnten (Privatleben, Beruf, Trainer, eigener Wettkampfsport)

Idee einer diesbezüglichen Fortbildung im kleinen Rahmen mit denen, die die Fragebögen geschickt haben.

 

Kommentar Buchtele: Wenn man auf Sportlerseite mehr fortbildet, wird auch mehr Verständnis für die Trainerarbeit entstehen

 

Bericht Wendler:

Grundaussage zum Ergebnis meiner Nachforschungen: Entgegen meinen Wunschvorstellungen und Einschätzungen:

 

In der Öffentlichkeit gibt es keine positive oder negative Beurteilung der Trainerarbeit an der Basis, denn es gibt das Thema Trainer nicht!

 

Einzelne Ausnahmen bestimmen die Regel, einzelne Sportarten folgen eigenen Gesetzen.

 

Beobachtet wurden von mir allgemeine Sportzeitungen, Fachzeitungen, Tagespresse, unsere Verbandsveröffentlichungen

 

Zu Beginn Orientierungslauf:

Zu meinem Entsetzen mußte ich feststellen, das die Sommersportart Orientierungslauf in den Steirischen Medien im Juli und August nicht vorhanden war. Beurteilung daher überflüssig.

Sportmedien allgemein: OL praktisch nicht vorhanden.

Eigene Veröffentlichungen: Nationaltrainer wird von Michael Grill regelmäßig in Orientierung zu Analysen gebeten, manchmal wird der eine oder andere Trainer in einen Nebensatz erwähnt.

Laufsportmedien: Eine löbliche Ausnahme im „Laufsport“ das Porträt von Lucie Böhm durch Heiner Bobersky (früher schon großer OL-Förderer): Hier war die Zusammenarbeit von Lucie und Ulu Aeschlimann besonders hervorgehoben. Doch kleine Ironie der Geschichte: das halbseitige Foto der beiden war von .... Michael Wendler.

 

Orientierungslauf International: In den skandinavischen Medien vor allem immer ausführliche Berichte bei Wechsel der diversen National-Trainer. Bei den Einzelsportlern steht deren eigenes Profil im Vordergrund.

Der CompassSport zeigt, daß in Großbritannien Trainerarbeit mehr honoriert wird: Seit Jahren regelmäßige Tipps von Trainern in der Zeitung, in letzter Zeit Serie „O-coach is Slow-Coach“: H-50 Vater ist Trainer von H21E Läufer, beide diskutieren Zielsetzung und Analyse bei regionalen Wettkämpfen, die sie auf der selben Bahn laufen.

Auch im mehrseitigen Porträt aus Anlass des Rücktritts von Yvette Baker ein ganzes Kapitel “many coaches“.

 

Laufsport: Für mich auffallend, daß vor allem dann über Trainer berichtet wird, wenn diese Ehepartner, Väter etc. sind und herausragende Athleten betreuen (österreichische Läufer-Ehen dieser Art gab es einige), zuletzt im Laufsport beim Frauenlauf der Bericht über eine junge Läuferin (13) auf Platz 3, deren Trainer-Stiefvater Wilhelm Lilge ist.

 

Sonstige Sportarten:

Vor allem Sportarten mit gigantischem finanziellem Aufwand, wo die Öffentlichkeit Rechenschaft haben will über die Verwendung der Gelder, dort wird über die Trainer geredet in den Medien. Jedoch nicht über deren fachliche Arbeit sondern eher als Gesellschaftstratsch. Ganz im Vordergrund der Schiverband und Tennisverband .

Vereinzelt etwas mehr Background bei besonders hervorragenden Personen dank ihrer persönlichen medienwirksamen Ausstrahlung (Beispiel Walter Mayer). Aber das ist es schon.

 

Fußball als Mannschaftssport spielt eine Sonderrolle: Jeder Zuschauer glaubt, selbst Trainer sein zu können und daher stehen Trainerleistungen von der untersten bis zur höchsten Liga im Mitelpunkt des Mediensinteresses und oft wird Versagen der Mannschaft unreflektiert dem Trainer in die Schuhe geschoben. Damit geht’s uns unbekannt und unbedankt Werkenden ja gut. Beispiele sind täglich in den Medien, da Fußball alles in den Schatten stellt.

Bei den anderen Mannschaftssportaten sind die Trainer vor allem unter Insidern ein Thema, kaum in der breiten Öffentlichkeit (Eishockey, Handball, Basketball).

 

Bei allen anderen Sportarten stehen die Trainer im Abseits und werden höchstens bei Erreichung olympischer Stockerlplätze gnädig von den Medien zitiert (siehe z.B. Segler in Sidney). Ansonsten wird durchwegs das Bild vermittelt, daß der Einzelsportler in Österreich ohne Trainer werkt.

 

Sonstige Medien : In der Zeitung der BSO Wettbewerb zur Wahl des besten Trainers des Jahres. Zeigt, daß von dort sehr wohl Interesse besteht, die Leistungen der Trainer ins mediale Spiel zu bringen.

 

àResumee:

 

Die Arbeit des Trainers muß vorerst überhaupt zum Thema in der Öffentlichkeit gemacht werden, damit man diese Arbeit positiv besetzen kann.

 

Vorschläge:

Portrait-Serie „Trainer und Schützling  (wie von mir in Ärztekammerzeitung)

Fixe Kurzinterviews mit den Trainern nach Meisterschaftstiteln (unter dem Motto: “Was hast Du gedacht in dem Moment, als dein Schützling gewonnen hat“).

Trainer als Wissensvermittler und Meinungsbildner auf der Homepage.

Trainerforum kommentiert oder diskutiert Öffentlichkeitsarbeit (zB Berichte Studenten-WM)

Fortbildung (auch mit Trainern aus anderen Sportarten). Idee dazu von Markus Buchtele: ÖFOL sollte dabei Teilnahmezertifikate ausgeben als Zusatzmotivation.

ÖFOL Medienbeobachtung auf das Thema Trainer spezifizieren mit Bericht beim nächsten Trainerforum.

 

Sonstiges:

Zu den Fortbildungen: Buchtele: Die Sportler sollten auch weitergebildet werden. Wendler: Wichtig, da dadurch auch die Kommunikation zwischen Sportler und Trainer verbessert wird!! Schuh: Nur wo gute Kommunikation da ist, wird die Trainerarbeit funktionieren.

Karl: Bei Jugendlichen auch die Eltern informieren, was auf  Kursen geschieht.

 

Bericht Buchtele

 

Nachforschungen bei verschiedensten Institutionen ergab keine Möglichkeit, daß persönliche Trainer subventioniert oder honoriert werden.

Von Dachverbänden gibt es Subventionen für Vereinstrainer.

Sporthilfe hat keine Trainerdotierungen.

 

Die Honorierung der OL-Trainer auf nationaler Ebene sind für Außenstehende schwer nachzuvollziehen.

Trainer-Tagsatz im Elite und Jugendbereich 40,- EU

 

àÜberlegungen:

Zue Erleichterung Unterstützung von Läufern anderer Nationen beiziehen, die zum Beispiel im schwierigen Gelände Posten setzen.

Eliteläufer helfen bei Jugendkursen

Wendler: Vertrag zwischen Sportler und Trainer könnte Klausel enthalten, daß ein bestimmter Prozentsatz der finanziellen Subventionen an den Trainer weiterfließt. Auch als symbolische Leistung im Sinne „Was nichts kostet ist nichts wert“.

Schuh: Wenn andere die Medienarbeit nicht machen, muß der Trainer auch diesen Bereich abdecken, dann fließen Gelder leichter.

 

Bericht Lang

 

Als Beispiel der Trainerfortbildung mit Badmintonverband gesprochen, dort werden ausländische Trainer eingeladen, die neue Trends vorführen. Sportler zahlen, Trainer kostenlos. Wird weiter sich informieren

 

Bericht Schuh

 

Berichtet über Leistungskriterien Kader Schilanglauf und Biathlon Saison 2002 / 03

 

Nationalmannschaft: WM / Weltcup / Olympiade unter de ersten 6 oder Medaille in der Staffel und 1x bis unter die ersten 12 und 1x unter die ersten 30 im Weltcup, Weltcup-Gesamtwertung unter die 30.

 

A-Kader: Olympiade: 1x unter die ersten 40 (Einzel), Staffel unter die ersten 6, Weltcup: 1x bis 30 und 1x bis 40 (Einzel), Gesamtweltcup bis 60. Platz.

 

Junioren: (können auch im A-Kader sein): Junioren WM unter die ersten 8 oder 2xunter 12

 

B-Kader: Weltcup-Start Trainer-Entscheid, Junioren WM 1x unter die ersten 20, Jugend WM 1x unter 8 und 1xunter 12, Europacup 5x rückstand unter 6%

 

C-Kader: reine Nachwuchskader

 

Trainingsgruppe 1: National-/ A-Kader  (6 Athleten)

Trainingsgruppe 2: Junioren- / B-Kader (6-8 Athleten)

 

Jugendtrainingsgruppen: In Eisenerz, Stams, Saalfelden und Schladming. Momentan je 12-15 Athleten. Langfristiges Ziel pro Standort 10 Nachwuchsathleten, davon aber 5 fördern.

 

 

Trainer / Betreuer:

Hauptberufliche und Nebenberufliche mit Werksvertrag mit ÖSV  (Biathlontrainer Jahrespauschale)

Tagesbetreuer mit Vergütungssatz (500-700,- ATS)

 

Trainer möglichst immer österreichische. Ausländische für Spezialsparten, und nur für diese verantwortlich.

 

Unterstützug der Athleten im ÖSV:

 

Bekleidung: Gratis vom ÖSV haben die wichtigen Funktionäre, National und A-Kader. B und C-Kader bekommen nur Teile, Rest auf Selbstbehalt.

 

Ausrüstung: LL-Schi gratis 6 Paar bei 1.-10. Platz im Weltcup, 4 Paar bis zum 25. Platz im weltcup.

Alle anderen zum Kaderpreis ca 60% ausgesuchte Schi

 

Kursunterstützungen: National und A Kader alle anfallenden Kosten im In und Ausland, B und C Kader in Österreich alle Kurse, im Ausland auf Trainerentscheid.

 

 

àResumee

Wir dürfen nicht mögliche Kontingente auffüllen, sondern wir dürfen nur gute Athleten in Kader und Leistungszentren nehmen, auch wenn das Kontingent nicht voll.

 

Buchtele: Die Kaderrichtlinien sollten auf der Homepage sein oder in einem weiter verbreiteten Verteiler sein. Lang: Im Verband müssen die Postverteiler nochmals überprüft werden. Auch die Trainer sollten die Informationen für die Kaderläufer bekommen.

 

Vorausschau der nächsten Aktivitäten im Trainerforum:

 

Voraussichtlich ÖFOL Trainer-Fortbildung Krafttraining im OL am 4.10.02 in Seebenstein, Anmeldeschluß 29.09. Richard Schuh, 20 EU Unkostenbeitrag Sportbekleidung, Laufschuhe, Beginn 15:00

Einladung geht an alle staatlichen OL-Trainer und Regionalkaderbetreuer

 

Veröffentlichung Fortbildung auf der Homepage!

 

Vorschlag Nächstes Trainerforum 14.11.02 (?), Ort voraussichtlich Graz. Themen: Überprüfung der erreichten Ziele (Prehsler: Resumee Fortbildungsveranstaltung, Planung Zeitmanagementkurs, Wendler: Medienarbeit, .........)

 

Ende 24:00