MTBO "PISTENRALLY" ZUM WELTCUPFINALE IN DER SLOWAKEI
Neues Land - neue "MTBO-Sitten". Donovaly ein kleiner Ski-Ort in der Niederen Tatra erinnerte stark an das Wechsel- u. Semmeringgebiet bei uns in Ostösterreich. Zuletzt war diese Region auch Austragungsort internationaler Ski-OL-Wettkämpfe. Fast im selben Gebiet waren auch wir Mountainbike-Orientierer unterwegs. Das Wegenetz war nicht allzu dicht, und die wenigen vorhandenen Steige waren gepflastert mit spitzen Steinen und Wurzeln. Außer im Wald durfte und mußte auch überall gefahren werden. Was bei uns völlig unvorstellbar ist, ist in Osteuropa angesichts vieler unbewirtschafteter Flächen und spätherbstlicher Vegetation kein Problem. Schwierig ist vor allem die ständige Umstellung auf die landesspezifischen Regeln zur Befahrbarkeit des MTBO-Geländes. Gerade in Osteuropa, wo prinzipiell fast alles erlaubt ist, kann es passieren, daß man mögliche legale Abkürzungen einfach nicht wahrnimmt.
Gut ein Drittel des Wettkampfes ging dann auch über Skipisten und halboffenes Gebiet. Ruppiger Untergrund und teilweise recht hohes Gras, gaben immer das Gefühl, mit angezogenen Bremsen unterwegs zu sein. Zudem schickte uns der Bahnleger nicht nur einmal von der Talstation zum Lifthäuschen am Berg. Die Langdistanz wurde so zur "1000 Höhenmeter-Expedition" ohne Sauerstoffgerät.
An diesem Tag gab es noch ein zusätzliches Handicap zu bewältigen. Am Vorabend zur Langstrecke hatten die Veranstalter eine wirklich gut gelungene Weltcupabschlußveranstaltung organisiert. Eine Riesentombola mit Verlosung um Mitternacht hielt die Teilnehmer davon ab früher ins Bett zu gehen. Michi Gigon hatte ein richtiges Los und wurde so stolze Besitzerin von 50 Rollen Klopapier. Zudem war durch das Sponsoring einer örtlichen Brauerei Bier für alle gratis erhältlich, während man für Fruchtsäfte bezahlen mußte!! Zunächst waren sich die Athleten angesichts der Nebenwirkungen des Hefe-Eurolyt-Getränkes etwas unsicher. Die Konkurrenten wurden ganz genau beobachtet. Als dann die Führenden im Weltcup, die Brüder Jaroslav und Miroslav Rygl aus Tschechien, mangels gut dotierter Sponsorverträge doch die Gratisgetränke bevorzugten, ( manche sprachen auch schon von den (K)rygl-Brüdern) wurde so manch schlechtes Gewissen der übrigen Sportler beruhigt. Auch auf der Tanzfläche waren die Top-10 im Weltcup lange zu sehen, was als äußerst fair einzustufen war, denn so hatten wirklich alle am nächsten Tag die gleichen Bedingungen.
Für mich endete das Rennen nach etwa 100 Minuten mit einem Riß der Kette, auch die Kombizange beim Verpflegsposten half nichts mehr. Kette kaputt - der "Kolbenreiber" im Radsport. Doppelt bitter: bis zum Defekt hatte ich den besten Lauf des Jahres, lag an 8. Stelle bei der Zwischenzeit. Aufgrund fehlender Streichresultate, war ein Rückfall in der Weltcup-Gesamtwertung unvermeidbar. Auch Dietmar Dörfler mußte aufgrund seiner Schlüsselbeinverletzung Rennen auslassen. Daher fehlten auch ihm diese Punkte für eine bessere Plazierung in der Endwertung. Leider blieb uns in der Slowakei eine Spitzenplazierung verwehrt. Es schmerzt im ehrgeizigen Sportlerherz, wenn man weiß, daß man es eigentlich besser kann...
Die Resultate in der Slowakei:
Damen Kurzdistanz:
1. Antje Bornhak (54.40);
10. Greta Köchl (61.01);
17. Ingrid Ulreich (68.20);
19. Michaela Gigon (71.15)
Damen Langdistanz:
1. Antje Bornhak GER (99.35);
9. Greta Köchl (118.11);
16. Michaela Gigon (128.30);
18. Ingrid Ulreich (135.40)
Herren Kurzdistanz:
1. Jaroslav Rygl CZE (56.29);
20. Dietmar Dörfler (68.22);
22. Thomas Wieser (69.23);
36. Opetnik Siegfried (77.19);
38. Thomas Hnilica (78.01),
41. Martin Fürnkranz (81.10);
42. Markus Kössler (81.21)
Herren Langdistanz:
1. Mika Tervala FIN (131.19);
17. Dietmar Dörfler (148.14);
32. Thomas Hnilica (170.01);
33. Markus Kössler (170.38);
37. Siegfried Opetnik (174.30),
42. Martin Fürnkranz (184.13)