Am 19. Oktober 2001 fand seit längerer Zeit zum ersten Mal wieder ein ÖFOL – Trainerforum für OL, MBO und Ski-OL statt.
Als Veranstalter fungierte die ÖFOL – Ausbildungskommission, die Durchführung organisierten hauptsächlich Richard Schuh und Markus Kössler, Veranstaltungsort war das dafür hervorragend geeignete Seminarzentrum im HLSZ Seebenstein. In der Pause konnten sich die 30 TeilnehmerInnen an einem bereitgestellten Buffet laben.
Themen der Vorträge und der daraus resultierenden Diskussionen waren:
Vzlt. Riebenbauer vom HLSZ Seebenstein präsentiert einen kurzen historischen Abriss des Hauses, dessen gegenwärtige tolle Rahmenbedingungen für Leistungssporttraining auch später bei einer Hausführung bestaunt werden können.
Im Rahmen des Trainerforums wird der neue
BH-Sportfachoffizier
Obstlt. Norbert Boubela, der einerseits als erfolgreicher Aktiver,
andererseits als verdienter Funktionär dem österreichischen OL-Sport seit
Jahren bekannt ist, vorgestellt. Seine „Antrittsrede“ verspricht das Bemühen um
Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation zwischen OL-Fachverband und
Bundesheer, die dem OL-Leistungs- und Spitzensport zugute kommen sollte.
„OL-Doc“ Dr. Michael Wendler stellt ein Konzept zur Optimierung der medizinischen Begleitmaßnahmen für OLerInnen vor. Inhaltliche Schwerpunkte müssen allgemein-medizinische Gesundenuntersuchungen, Verletzungsprophylaxe und (im Anschluss- und Leistungsbereich) Leistungsdiagnostik sein!
In nach Alter gestaffelten genau definierten Stufenplänen gibt es Mindesterfordernisse an Untersuchungen. Besondere Aufmerksamkeit verlangen orthopädische Untersuchungen (spätestens ab Eintritt in Pubertät), internistische Sporttauglichkeitstests (ab D/H 15), Ergometrien (ab D/H 16) und in Folge zusätzlich Spiroergometrien und ausreichende Basislaboruntersuchungen zur Leistungsoptimierung!
Der OL-Doc stellt ÖFOL-Kaderuntersuchungsbögen (nach Altersstufe angepasst) vor. Diese Dokumente sollen mit den AthletInnen vom Jugendkader bis zur Elite „mitwachsen“, durch Trainer und Verbandsarzt einem Controlling (im Sinne Betreuung) unterliegen und letztendlich wichtige Aufschlüsse über Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit geben.
In der anschließenden Diskussion werden die Themen Finanzierung und Verpflichtung der Unterziehung von Untersuchungen angesprochen.
Es gibt neben der oft vorhandenen Krankenkassendeckung lokale, regionale, landesweite und bundesweite finanzielle Unterstützung der Untersuchungen. Ein kleiner Selbstbehalt darf wohl bei einem so wichtigen Thema wie Gesundheit nicht schmerzen!
Die Verpflichtung zur Unterziehung des medizinischen Programmes liegt im Kompetenzbereich des jeweiligen Kadertrainers! Neben dem „MUSS“ soll auch mittels Aufklärung und Motivation das „DARF“ hervorgehoben werden.
Felix Breitschädel präsentiert das von ihm in Zusammenarbeit mit Jürgen Egger ausgearbeitete und nun fertige neue ÖFOL-EDV-Trainingstagebuch. Es funktioniert auf Basis einer EXCEL-Datei und beinhaltet:
Das Programm wurde 2001
in seiner „Urform“ von mehreren OLerInnen aus verschiedenen Vereinen
erfolgsversprechend getestet (Bericht hierzu auch von
Martin Binder) und ab der Vorbereitungsperiode für die kommende Saison
als offizielles ÖFOL-EDV-Trainingstagebuch angekauft.
Die Verpflichtung der Verwendung des Programmes liegt im Kompetenzbereich des jeweiligen Kadertrainers!
ÖFOL-Juniorentrainer Richard Schuh referiert ausführlich über ein Leistungsmodell für den Juniorenkader, das ab kommender Saison Gültigkeit haben wird. Besonders eine Reihe von Tests (OL-spezifisch bzw. semispezifisch), die mit namhaften Trainingsberatern ausgearbeitet wurden, sorgt für Diskussionsstoff.
Michael Hohenwarter präsentiert ein von ihm ausgearbeitetes Konzept zur Strukturverbesserung des Fuß-OL-Kaders Elite mit klarer Abgrenzung der Kompetenzbereiche aller Beteiligten (ÖFOL-Präsident, Kaderkoordinator, Trainer, AthletInnen leistungsmäßig unterteilt in A-, B-, und C-Kader). Es ist ein System von „Fördern und Fordern“ nach dem Prinzip „wer unterstützt wird, muss sich auch an vorgegebene Rahmenbedingungen halten“. Finanzielle, aber auch sonstige trainingsbegleitende Unterstützung sollte einem kleinen, erfolgsversprechenden A-Kader vorbehalten werden, SportlerInnen des B-Kaders sollen motiviert werden, durch vermehrten Trainingseinsatz den Anschluss an die internationale Spitze und somit an den A-Kader doch zu schaffen. Gemeinsame Ziele müssen deklariert und verfolgt werden.
Bei der anschließenden Diskussion, bei der vor allem
Fuß-OL-Elite-Nationaltrainer
Agoston Dosek Argumente pro und contra deutlich macht, zeigt sich doch
unter den Anwesenden eine vorwiegende Bereitschaft, das System „Hohenwarter“
prinzipiell anzunehmen.
Richard Schuh stellt den Rahmentrainingsplan (Basis neues ÖFOL-Trainingsbuch) für Junioren 2002 vor und demonstriert somit auch das praktische Arbeiten für TrainerInnen mit der neuen Software.
ÖFOL-Präsident Friedrich Woitsch schließt um 22:30 Uhr nach 7 Stunden Tagung das Trainerforum 2001. Viele aktuelle Themen konnten nicht mehr angesprochen werden, sollen aber beim nächsten Trainerforum (bereits in Planung) Platz finden.
Dank an alle TeilnehmerInnen
Michael Prehsler