Sprintdistanz
28.09.2002; Sümeg; Ungarn
OL,
eine publikumswirksame Sportart?
Wer den Sprintbewerb bei der
OL-EM miterlebt hat kann das nur bestätigen. Offenes, kupiertes Gelände mit
einem „Feldherrenhügel“ in der Mitte, von dem die gesamte Strecke überblickt
werden kann. Kurze Steher, Routenwahlfehler oder komplette Blackouts – nichts
entgeht dem Zuseher. Aber an den Leistungen der österreichischen
SpitzenläuferInnen gab es heute überhaupt nichts auszusetzen.
Lucie
gibt Vollgas
Schon bei der ersten Zwischenzeit
war klar, Lucie will es heute wissen. Als sie ins Ziel kommt liegt sie sogar zwischenzeitlich
auf Rang zwei, auf die Zehntelsekunde zeitgleich mit der Schwedin Karin
Hellmann. Am Ende waren nur Vroni König-Salmi (SUI), Elisabeth Ingvaldsen (NOR),
Anne Margrethe Hausken (NOR) und Heather Monro (GBR) schneller als Lucie. Die
große Favoritin Simone Luder, die ihren Vorlauf souverän gewonnen hatte, wurde
ihrer Favoritenrolle auch gerecht. Allerdings nur bis zum drittletzten Posten.
Bis dahin lag sie nämlich noch deutlich in Führung. Macht eine schweizer
Siegläuferin einen Fehler, dann springt einfach eine andere ein und wird
Europameisterin – zum Beispiel Vroni König-Salmi.
Jan weiter konstant im
Spitzenfeld
Unter den Augen seiner
Kollegen konnte Jan die 3,2km lange Strecke nach der Middle Distanz wiederum
ausgezeichnet bewältigen, das hohe Tempo in dem offenen Gebiet wurde einigen
Favoriten zum Verhängnis. Der Weltcup Gesamtführende Pasi Ikonen scheiterte
bereits im Vorlauf, Björnar Valstad verschenkte seine Titelchancen wie einige
andere durch einen Fehler – den man sich einfach nicht leisten konnte.
Zehntelsekunden konnten zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Nach einem
couragierten Start kam Jan mit nur 10 Sekunden bei der 1. Zwischenzeit vorbei. Mit
vollem Einsatz lief Jan schlussendlich auf den ausgezeichneten 25 Platz. Die
bisherige Saison verlief bisher sehr nach dem Geschmack des jungen BoKu-Studenten.
Nach seinen ersten zwei Staatsmeistertiteln konnte er seine Stellung als
konstantester OL Österreichs nun auch international bestätigen.
An den folgenden zwei Tagen steht nun noch die Entscheidung der klassischen Distanz aus. Beide Läufe werden im ehemaligen Gebiet der WM 1983 ausgetragen und werden den Athleten alles abverlangen. Tiefe Gräben, dichter Bewuchs und selektive Routenwahlen werden laufentscheidend sein. Am Sonntag werden sich wiederum ca. 145 LäuferInnen der Qualifiktation stellen, denn nur 50 sind am Montag startberechtigt.
Staffel
25.09.2002; Sümeg; Ungarn
Ergebnis Damen:
1. NORWEGEN 112:48
Elisabeth INGWALDSEN 38:33
Brigitte HUSEBY 38:24
Hanne STAFF 35:51
2. SCHWEIZ 115:08
Brigitte WOLF 37:22
Vroni KÖNIG-SALMI 42:17
Simone LUDER 35:29
3. LITAUEN 115:17
Giedre VOVERIENE 37:14
Vilma RUDZENSKAITE 39:40
Ieva SARGAUTYTE 38:23
17. ÖSTERREICH 141:12
Andrea EISL 49:40
Lucie BÖHM 40:21
Brigitte GSCHÖPF 51:11
Ergebnis Herren:
1. FINNLAND 134:58
Jani LAKANEN 45:09
Pasi IKONEN 45:35
Mats HALDIN 44:14
2. SCHWEDEN 138:28
Johan NÄSMAN 45:12
Fredrik LÖWEGREN 48:24
Emil WINGSEDT 44:52
3. DÄNEMARK 138:39
Mikkel LUND 45:15
Rene ROKKJAR 47:57
Carsten JÖRGENSEN 45:27
16. ÖSTERREICH 151:04
Felix BREITSCHÄDEL 47:16
Jan ZAZGORNIK 50:13
Norbert HELMINGER 53:35
ÖSTERREICH 2 177:42
Wolfgang WALDHÄUSL 58:30
Stephan SEEBÖCK 57:46
Jürgen EGGER 61:26
Bericht:
European Orienteering
Championships
Staffel; 26.09.2002; Sümeg; Ungarn
Mitteldistanz als Modelevent
für die Staffel
Das war offensichtlich das
Motto der skandinavischen Herren. Nach dem Umfaller über die Mitteldistanz
zeigten die Männer aus dem hohen Norden dass Sie sehr wohl mit dem schnellen
ungarischen Gelände zurecht kommen. Am Mittwoch gab es keine einzige Medaille
für männliche Skandinaven, dafür räumten sie bei der Staffel Gold Silber und
Bronze ab. Gold ging an Finnland, Silber an Schweden und um Bronze kämpften
Dänemark, Norwegen und die Schweiz. Auf den letzen Posten konnte aber niemand
mehr mit Carsten Jörgensen mithalten und der Däne hätte beinahe noch den vor
ihm laufenden Schweden Emil Wingstedt eingeholt.
Sime sichert Medaille für die
Schweizerinnen
Nach der zweiten Läuferin sah
es nicht so gut für die berechtigten Medaillenhoffnungen unserer westlichen
Nachbarn aus. Vroni König-Salmi verlor viel Zeit auf der Schlussschleife und
übergab mit etwas Rückstand auf Simone Luder. Aber Sime zündete den Turbo und
konnte sogar noch auf den zweiten Platz vorlaufen. Einzig die Norwegerin Hanne
Staff war außer Reichweite. Für eine kleine Sensation sorgten aber die
Litauerinnen, die die Schwedinnen und Finninnen auf die Plätze 4 und 5
verwiesen.
Und was war mit den
Österreichern?
Eine Darmerkrankung machte
Andrea Eisl zu schaffen, sodass sie nicht ihre tolle Leistung von der Staffel
in Finnland wiederholen konnte. Lucie Böhm lieferte dann aber eine tolle
Aufholjagd und konnte etwa 10 Teams überholen. Die von ihr herausgelaufene
Platzierung konnte Brigitte Gschöpf aber leider nicht halten und am Schluss war
es dann der 17. Rang für unsere Damenmannschaft.
Felix Breitschädel zeigte wieder einmal, dass er der richtige Mann für den
Start ist. Nach dem ersten Läufer lag Österreich auf dem 9. Platz in der
Nationenwertung, ein Traumresultat. Eine Staffel besteht aber aus 3 Läufern und
Jan Zazgornik verlor durch 2 kleine Fehler den Kontakt zur Spitzengruppe. Auch
Norbert Helminger hatte keinen perfekten Lauf, aber dafür einen perfekten
Zielsprint. Der Tscheche Michal Smola fand in Norbert seinen Meister. 41
Sekunden war Norberts Zeit im Zieleinlauf. Carsten Jörgensen brauchte bei
seinem Zielsprint zur Bronzemedaille 46 Sekunden.
Unser zweites Herrenteam blieb leider weit hinter seinen Möglichkeiten. Schon
der Startläufer Wolfgang Waldhäusl verlor etliche Minuten und Stephan Seeböck
und Jürgen Egger taten es ihm gleich.
Als nächstes steht der Sprintbewerb auf dem Programm. Im offenen und kupierten Gelände werden die läuferisch stärksten OLer auftrumpfen.
Mitteldistanz
25.09.2002; Sümeg; Ungarn
Ergebnis Damen:
1. Gunilla
SVÄRD SWE 26:02
2. Brigitte WOLF SUI 26:25
3. Brigitte HUSEBY NOR 26:35
55.
(57.) Lucie BÖHM AUT (B-Finale)
59. (61.) Brigitte GSCHÖPF AUT (B-Finale)
72. (74.) Andrea EISL AUT (B-Finale)
Ergebnis Herren:
1. Mikhail MAMLEEV RUS 24:49
2. Yuri OMELCHENKO UKR 25:26
3. Jamie STEVENSON GBR 25:56
(4.) Troy de HAAS AUS 26:01
4. (5.) Emil WINGSTEDT SWE 26:02
5 (6.) Holger Hott JOHANSEN NOR 26:47
6. (7.) Thierry GUEORGIOU FRA 26:53
16.
(17.) Jan ZAZGORNIK AUT 27:37
36. (38.) Felix BREITSCHÄDEL AUT 29:17
64. (67.) Norbert HELMINGER AUT (B-Finale)
73. (76.) Stephan SEEBÖCK AUT (B-Finale)
77. (80.) Jürgen EGGER AUT (B-Finale)
90. (94.) Wolfgang WALDHÄUSL AUT (B-Finale)
Platzierung ohne Klammern: Europameisterschaftsplatzierung
Platzierung in Klammern: Weltcupplatzierung
Bericht:
European Orienteering
Championships
Middle Distance; 25.09.2002; Sümeg; Ungarn
Herren übertrumpfen Damen
Diesmal drehte das
Herrenteam den Spieß um und sorgte für gute Ergebnisse, während die Hoffnungen
der Damen nicht in Erfüllung gingen. Nach einem umfangreichen
EM-Vorbereitungsprogramm lief Felix Breitschädel in Hochform auf den 8. Platz
im Vorlauf mit nur 37 Sekunden Rückstand auf den Studentenweltmeister Emil
Wingstedt. Auch Jan Zazgornik qualifizierte sich souverän für das A-Finale,
während die Hoffnungen von Lucie Böhm im extrem schnellen Wald nicht in
Erfüllung gingen. Andrea Eisl verpasste den Einzug ins Finale um nur einen
einzigen Platz.
Motiviert im B-Finale
Trotz Wind und Regens
zeigten die ÖsterreicherInnen die sich nicht für das A-Finale qualifizieren
konnten starke Leistungen im B-Finale. Lucie Böhm als 5. und Brigitte Gschöpf als
9. bewiesen, dass ihnen dieses Gelände durchaus liegt. Norbert Helminger,
Stephan Seeböck und Jürgen Egger erreichten mit den Plätzen 13, 26 und 28
achtbare Ergebnisse.
Bestes Ergebnis seit langem
Die Sensation schlecht hin
lieferte aber Jan Zazgornik. Schon bei der Zwischenzeit ganz vorne mit dabei,
waren die Hoffnungen im Ziel groß. Auf den letzten Posten konnte der Badner
noch attackierten und einige Konkurrenten hinter sich lassen, sodass
schließlich der tolle 17. Rang feststand. Von solch einem Ergebnis konnten die
Österreicher in den letzten Jahren nur träumen. Da werden Erinnerungen an den
12. Platz von Hannes Pacher 1983 bei der WM in Ungarn wach. Der Lauf über die
klassische Distanz findet nämlich im WM-Wald von 1983 statt.
Hoffen auf die Staffel
Die läuferisch gute Leistung
von Felix Breitschädel, der 27. Platz (im B-Finale) von Norbert Helminger und
natürlich der Spitzenplatz von Jan Zazgornik lassen uns auf den morgigen
Staffellauf hoffen. Oder vielleicht zeigen die Damen ja einmal was sie wirklich
drauf haben.