18. und 19. Mai - START DER MBO SAISON IN ÖSTERREICH
Am Pfingstwochenende fand im oberösterreichischen Sipbachzell bei Kremsmünster der Auftakt des heurigen MBO-Bank-Austria-Cups statt.
Organisierender Verein war der HSV Kremstal; Karl LEX und Johannes SCHENK waren an beiden Tagen wechselweise einmal Wettkampfleiter und dann einmal Bahnleger.
Leider hat dieses verlängerte Urlaubswochenende mit vielen ausländischen Pfingst-OLs bzw. Trainingskursen bewirkt, daß sich von den ca. 120 gemeldeten Läufern nur etwa 90 Biker tatsächlich hierher gewagt hatten.
Alle diejenigen die jedoch hier starteten bereuten ihr Kommen keineswegs. ÖFOL-Vizepräsident und ÖHSV-OL-Bundeschef Karl LEX - dem viele schon "OL-müdigkeit" nachgesagt hatten - hat im MBO seine neue Liebe zum OL entdeckt und mit dieser Veranstaltung für neue Maßstäbe gesorgt.
Für diese MBO-Premiere in Oberösterreich lies Karl Lex mit Unterstützung des ÖHSV auch originelle Preise und Andenken an diese Veranstaltung herstellen (T-Shirts, Kappen). Nicht ohne medialen Hintergedanken: ein MBO-Weltcup in Oberösterreich soll in Bälde ins Haus stehen!
Ursprünglich hätten beide Bewerbe in Oberschlierbach auf der Karte "Grosser Jäger", in unmittelbarer Umgebung von Kirchdorf/Krems stattfinden sollen.
Doch aufgrund von akutem Borkenkäferbefall und den daraus resultierenden großflächigen chemischen Säuberungsarbeiten im Wald wurde dieses Gebiet vor einigen Monaten zum absoluten Sperrgebiet erklärt. Ein Wettkampf in diesem Gebiet hätte möglicherweise gesundheitliche Nachwirkungen gezeigt, da dort äußerst starke Pestizide eingesetzt worden sind.
So mußte Karl LEX innerhalb von nur wenigen Monaten ein neues Gebiet ausfindig machen, eine Karte herstellen und auch eine sinnvolle Bahn ins Gelände bringen. Und nicht zu vergessen, ein entsprechendes Einverständnis mit der örtlichen Jägerschaft und den Grundbesitzern herstellen.
Gefunden wurde von den HSV Kremstal-"Scouts" das Gebiet rund um die Fischteiche "Schacher". Altes ehrwürdiges OL-Terrain: [ÖMS-Staffel ´88 / RL-OL ´89/ reg.CISM ´99]. Da auch die OL-Karte bereits in digitalisierter Form vorlag, war es für OL-Spezialisten wie Karl Lex und Johannes Schenk eine Leichtigkeit, daraus eine gute MBO-Karte zu erstellen.
Karl LEX durchwanderte einige Wochen das Wettkampfareal, nahm die wesentlichsten Änderungen auf und legte die MBO-Wegwertigkeit lt. ISOM 2000 fest. Johannes SCHENK digitalisierte die Geländearbeit und war auch für den Kartendruck verantwortlich.
Einzig auf einen "neutralen" ÖFOL-TD wurde "vergessen"! Der hätte dann zwar fast nichts auszusetzten gewußt, aber er hätte zumindest den einzigen Kritikpunkt dieser beiden MBO´s hintanhalten können: nämlich, daß für die älteren Senioren + -innen an beiden Tagen eine 1:10.000er Karte verwendet hätte werden sollen.
So gab es für alle Klassen am Samstag eine 1:15.000er-Karte (längere Distanz mit Kartenwechsel), während es am Sonntag für alle eine 10.000er-Karte gab (Kurzdistanz ohne KW).
So wie auch im Ski-OL die Tendenz in Österreich dahin geht, in einem relativ kleinen Gebiet ein dichtes Spurennetz zur Verfügung zu stellen, so ähnlich könnte auch beim MBO [v.a. durch die Einsatzmöglichkeit von SI] ein möglicher Trend hin zu kleinen Karten mit dichtem, befahrbaren Wegenetz (ohne Fußgänger) sein.
I völlig ebenen Teich- und Sumpfgebiet von Schacher wurde dies eindrucksvoll demonstriert. Alle 200-300m eine mögliche Abzweigung, für eine Routenwahl. Schnelle, sichere Entscheidungen waren gefragt.
Und auch Obacht auf andere im Rennen befindliche Fahrer. Da manch ein Weg (je nach Klasse) bis zu 5 Mal pro Tag befahren bzw. gequert werden konnte, mußte natürlich auch sehr vorsichtig agiert werden.
Glücklicherweise hatte auch der Wettergott an beiden Tagen ein Einsehen mit den Fahrern; die Wege waren trocken und gut befahrbar, selbst die Pfade durch den Sumpf waren einigermaßen befahrbar. Fahrerisches Können und Topmaterial waren eine Grundvoraussetzung für eine gute Plazierung.
Hätte es jedoch geregnet [während des Laufes oder auch die Tage davor], so hätte es eine furchtbare Schlammschlacht gegeben! Ein Fahren wäre lt. auskunft vom Bahnleger Johannes Schenk fast unmöglich gewesen.
14,4km (Luft) mit max. 50Hm bei 21Posten für H19+H35- bzw. 11,1km[Luft] mit ca. 30Hm bei 20Posten für D19 [+D35-/H45-/H55-/H15-18]; so lauteten die technischen Daten der samstägigen Bahnen. Erschwert wurde dieser Tag durch brütende Hitze knapp an die 30 Grad C.
"Lokalmatador" Peter ENTENFELLNER, wurde seiner Favoritenrolle voll gerecht. Der Einsatz seiner ca. 5000€-Rennmaschine hat sich gelohnt. 197,5 RL-Punkte nach 2 Rennen und somit die Führung im BA-Cup, und vielleicht auch schon das WM-Ticket sind der Lohn dafür.
Die Überraschungstaktik am ersten Tag ging bei Peter Entenfellner (HSV Kremstal) - der nur mehr MBO´s fährt (keine Fuß-OLs und keine Ski-OLs mehr) - voll auf. Sein Vorsprung am ersten Tag auf den zweitplazierten Thomas Wieser knapp über 5Minuten. Siegerzeit [56:42].
Thomas Wieser hatte jedoch großes Pech; erstmals probierte er an diesem Tag schlauchlos zu fahren (WM-Test), und just gerade da passierte es, daß ein Ziegel seinen Mantel aufriss und er die letzten 5 Posten auf der Felge dahinfahren mußte. Der 2.Platz in 61:50 ging sich aber noch knapp aus.
Allerdings hätte er lt. eigener Einschätzung an diesem Tag - auch ohne "Patschen" - gegen Peter Entenfellner trotzdem keine Chance gehabt.
Die große Überraschung aber war der 3.Platz des jungen Oberösterreichers vom HSV Ried, Bernhard SCHACHINGER, der in 62:27 Rang 3, noch vor Mitfavoriten Dietmar DÖRFLER (HSV Baden) belegte.
Bei den Damen waren die großen Dominatorinnen des letzten Jahres nicht am Start (Antje Bornhak fehlte ebenso wie umstandshalber Greta Novak und Ingrid Ulreich / aber auch bei den Herren ist die Abwesenheitsliste, v.a. durch Verletzungen groß wie nie: Klaus Lagler, Thomas Hnilica, Christian Gigon, Florian Soukup).
So war der Weg frei für Michaela GIGON (OLT Transdanubien), die an beiden Tagen souverän gewinnen konnte.
Am Samstag 18.5. gewann sie in 54:56 vor der MBO-Quereinsteigerin Nicole SENFT (HSV Wr. Neustadt) in 59:20 und der erfahreneren Kerstin WIESER (HSV PINKAFELD), die sich mit ihrem 3.Tagesplatz auch den ÖHSV-Meistertitel holte.
Auf der verkürzten Strecke am Sonntag 19.5. (9,5km [luft] ohne HM und 12 Po) benötigte die Siegerin Michi GIGON nur 37:48 min. Auch hier wiederum knappe Zweite: Nicole SENFT (41:04) und Dritte: Kerstin WIESER (42:33).
Bei den Herren gab es auf der 12,1km langen Strecke bei 14Posten diesmal einen neuen Sieger. Dietmar DÖRFLER zeigte nach dem samstägigen Gewöhnungseffekt, daß er nach wie vor stets heißer Sieganwärter ist. 44:32 lautete seine Tagesbestzeit, dagegen konnte auch der an diesem Tag wieder nahezu perfekt fahrende Peter ENTENFELLNER nichts ausrichten.
Er wurde in 46:06 Zweiter, während Thomas WIESER mit 48:10 den 3.PLatz belegte, knapp vor einem weiteren Überraschungsnachwuchsmann: Michael STROI (HSV Ried) in 48:32.
Während am kommenden Wochenende (25.5.-26.5) die Fuß-OLer in Mödling bzw. Hirtenberg um ÖMS Medaillen (Mannschaft bzw. Sprint) kämpfen werden, sind dieMBO- WM-Kandidaten in Ungarn bei den ungar. MBO-Meisterschaften im Einsatz.
Auf nationaler Ebene geht es --aufgrund der 1.MBO-WM Anfang Juli in Frankreich -- heuer leider erst im Herbst weiter. Im September wird im Raum Wien dann vom OLT Transdanubien gemeinsam mit dem OLC Wienerwald die MBO-Staatsmeisterschaft durchgeführt werden.
Ergebnis 1.Tag
1.Tag Split
Ergebnis 2.Tag
2.Tag Split
Bericht von Michael Melcher
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