BERICHT
Bei den erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaften für Mountainbike-Orienteering (MBO) war Österreich mit 5 Elite-Athletinnen, 6 Elite-Athleten, 1 Junior-Athleten, 1 Coach und 1 Mechaniker vertreten. ÖFOL-Präsident Fritz Woitsch, der beim gleichzeitig abgehaltenen IOF-Kongress die Interessen des ÖFOL vertrat, half, soweit es seine Zeit erlaubte, zusätzlich als "Mädchen für Alles" mit.
Die Stimmung und das Arbeitsklima im österreichischen Team war gewohnt großartig, die Leistungen ein Spiegelbild der Weltcupergebnisse der vergangenen beiden Jahren unter Bedachtnahme, dass mehr Nationen (27) vertreten waren und dass vor allem die französische Equipe sich für ihre Heim-WM besonders gut vorbereitet hatte.
Die im O-technischen Bereich durch viele Weggabelungen (teilweise sternförmig mit bis zu 11 wegführenden Wegen) und im radfahrtechnischen Bereich durch verschiedenartige Bodenbeläge (tiefer Sand, Steine, Schotter, Erde) und bissige kurze Up- und Downhills Bahnen waren absolut WM-würdig.
Der Wald von Fontainebleau, ein beliebter Erholungsort für Pariser, und das historisch denkwürdige Ambiente gaben der Großveranstaltung einen würdigen Rahmen.
Die Organisation war vor allem durch perfekte Infrastruktur und französischen Charme gekennzeichnet.
Besonders bei der durch die Kreativität der internationalen Sportler sehr stimmungsvollen Abschlussfeier wurden Freundschaften geschlossen und bekräftigt.
Herausragende Leistungen der Österreicher/innen
Michaela Gigon: Kurzstrecke 5. Platz, Langstrecke 8. Platz
Martina Prehsler: Kurzstrecke 14. Platz, Langstrecke 24. Platz
Dietmar Dörfler: Langstrecke 16. Platz, Kurzstrecke 30. Platz
Christian Gigon: Kurzstrecke 24. Platz
Stefan Cerwenka: Juniorenbewerb 1. Platz
Ergebnisse
KURZSTRECKE (5. Juli 2002)
DAMEN
Siegerin: L. Coupat FRA 30.24
Silbermedaille M. Vaisanen FIN 30.31
Bronzemedaille A. Bornhak GER 31.18
Österreicherinnen:
Michaela Gigon 5. Platz 32.40
Martina Prehsler 14. Platz 34.47
Kerstin Wieser 36. Platz 38.39
Nicole Senft 41. Platz 39.04
Nicole Wieser 54. Platz 43.40
HERREN
Sieger M. Tervala FIN 27.13
Silbermedaille A. Berger SUI 27.49
Bronzemedaille J. Gillmann FRA 27.59
Österreicher:
Christian Gigon 24. Platz 30.56
Dietmar Dörfler 30. Platz 31.05
Peter Entenfellner 42. Platz 32.16
Siegfried Opetnik 79. Platz 35.22
LANGSTRECKE (6. Juli 2002)
DAMEN
Siegerin: P. Tommola FIN 76.52
Silbermedaille E. Viner AUS 77.59
Bronzemedaille A. Bornhak GER 78.29
Österreicherinnen:
Michaela Gigon 8. Platz 80.17
Martina Prehsler 24. Platz 90.00
Nicole Senft 32. Platz 92.11
Kerstin Wieser 39. Platz 96.43
Nicole Wieser 60. Platz 111.19
HERREN
Sieger J. Makila FIN 90.10
Silbermedaille J. Gillmann FRA 91.31
Bronzemedaille A. Berger SUI 92.21
Österreicher
Dietmar Dörfler 16. Platz 100.31
Christian Gigon 32. Platz 106.19
Thomas Wieser 46. Platz 111.29
Peter Entenfellner 49. Platz 112.30
Siegfried Opetnik 71. Platz 121.11
Martin Fürnkranz 96. Platz 138.30
JUNIORENBEWERB (3 Etappen, inoffizielle "Juniorenweltmeisterschaft")
Stefan Cerwenka 1. Platz
SENIORENBEWERB (3 Etappen)
Klaus Lagler 3. Platz
KURZANALYSE UND AUSBLICK
Langdistanz und der Umstand, dass in vier aufeinanderfolgenden Tagen täglich harte Wettkämpfe zu bestreiten waren, zeigte, dass nur jene AthletInnen "durchhielten", die auch enorm hohe Trainingsumfänge gewohnt waren.
Obwohl das erfolgreiche französische Team teilweise mit dem Spezial-Mountainbike- Weltcupteam Frankreichs ident war, muss festgehalten werden: Die meisten MBO-WM-MedaillengewinnerInnen kommen aus dem Orientierungs (oft Ski-OL)- und nur selten aus dem Mountainbikebereich!
Speziell bei Kurzstrecke und Staffelbewerb war durch enorm hohes Fahrtempo und die hohe Anzahl der Kontrollposten ein taktisches Kräfteeinteilen nicht möglich und führte daher bei vielen favorisierten FahrerInnen, leider auch teilweise bei österreichischen LeistungsträgerInnen, zu O-Fehlern. Spezielle Trainingsformen in zukünftigen Trainingscamps sollten unsere FahrerInnen optimal vorbereiten können!
Das österreichische Damenteam verspricht viel Hoffnung für große zukünftige Erfolge. Um Weltklassefahrerin Michaela Gigon (5. und 8. Platz,) drängen sich weitere Nachwuchstalente. Der
14. Platz von Martina Prehsler in der Kurzdistanz, Leistungsbestätigungen auf Langdistanz und Staffelbewerb, waren, auch MBO-international gesehen, eine Riesenüberraschung. Kerstin Wieser und Nicole Senft konnten ihre aufsteigende Form der Quali-Bewerbe halten und mit vielen namhaften Spitzenfahrerinnen mitbiken. Nächstes formuliertes WM-Ziel (Australien 2004) kann nur Medaillengewinn heißen!
Das österreichische Herrenteam der Zukunft scheint eine gute Mischung aus erfahrenen Weltcupbikern (Dietmar Dörfler - 16. Platz auf der Langstrecke, Thomas Wieser - stellte leider erst beim Staffelbewerb sein enormes Leistungspotential unter Beweis, Peter Entenfellner - seriöse Leistungen in Einzelbewerben, toller Staffellauf, Christian Gigon - Spitzenrennen Kurzdistanz, leider Defekt in der Staffel) und Nachwuchsfahrern (Stefan Cerwenka - Sieg im Juniorenbewerb, Michael Stroi, Bernhard Schachinger) zu werden. Durch die enorm hohe internationale Leistungsdichte wird eine Spezialisierung auf eine Distanz bald unumgänglich! Ziele für Weltcup 2003 und WM 2004: Top 10 Platzierungen!
Die Betreuung war bedingt durch enorm hohen Arbeitsumfang am Rande ihrer Belastbarkeit (Coaching, Mechanik, Massage, Medizin, Funktionärstätigkeit, Chauffeure, ...). Speziell für die WM in Australien muss in diesem Bereich Kompetenzaufteilung und Finanzierungskonzept vorbereitet werden. Spitzenerfolge werden sicher nur unter optimalen Rahmenbedingungen möglich sein, Aktive müssen sich auf ihre Wettkämpfe vorbereiten können!
MBO WM
Team Porträts
Bericht von Michael Prehsler
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