OL-Wochenende der Superlative
"An diesem wunderschönen Herbstwochenende war diese perfekt organisierte Doppelveranstaltung, das größte Sportereignis nach der CISM im Juni, der erste sportliche Lichtblick nach der Hochwasserkatastrophe in dieser Region. Ich bin auch vom regen Interesse überrascht", waren die Worte des Bürgermeisters von Gmünd, Herrn Opelka.
Dem HSV Wr. Neustadt mit ihrem Teamleader Gottfried Tobler und seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Mitarbeitern kann man wirklich nur zu dieser bestens vorbereiteten und genauso durchgeführten Doppelveranstaltung gratulieren. Ausgezeichnete Karten, pompöser Ziel- und Siegerehrungsaufbau und ein reibungsloser Ablauf trugen das Seine dazu bei, dass nur Lob von Seiten aller Teilnehmer über die beiden Wettkämpfe zu vernehmen war.
Am Samstag wurde im Rahmen der Bundesländerstaffel von Beginn weg durch interessante Bahnlegung für einen spannenden Rennverlauf gesorgt. In der Einzelstaffelwertung konnte sich überraschender Weise das Team Burgenland 2 gegenüber dem Team Steiermark 1 und dem Team Salzburg 4 durchsetzen. In der Bundesländergesamtwertung, für die die Platzziffern der besten 3 Staffeln des jeweiligen Bundeslandes ausschlaggebend sind, holte sich wie im Vorjahr die Steiermark den Titel. Nur knapp geschlagen geben, nämlich nur um einen Punkt, mussten sich die Salzburger und landeten somit auf dem 2. Rang. Den 3. Platz sicherten sich die 3 Staffeln des Burgenlandes.
Zum großen Highlight dieses Wochenendes wurde erwartungsgemäß die Staatsmeisterschaft über die klassische Distanz.
Bei den Damen wurde Lucie Böhm vom ASKÖ Henndorf (65:40) ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte überlegen vor ihrer Klubkollegin Andrea Eisl (71:18) und Michaela Gigon (OLT Transdanubien; 72:01).
Lucie meinte über ihr Rennen: "Ich habe kaum Fehler gemacht, nur einmal kam ich von der Idealroute ab. Weil ich mich nicht mehr so stark fühle wie vor einigen Jahren, habe ich versucht, so viel wie möglich zu umlaufen. Schon vor dem Wettkampf habe ich gewusst, dass es sich ohne groben Fehler für den Staatsmeistertitel ausgehen müsste. Für mich war es technisch nicht so schwer, wie ich vorher vermutet habe."
In der Herren-Eliteklasse sorgte schon die Startaufstellung für einen äußerst spannenden Rennverlauf. Eine erste Richtzeit legte Miroslav Seidl aus Tschechien im Rahmen des WorldRankingEents auf der 14,5km langen Strecke mit 380 Höhenmetern vor (91:22), die es für die folgenden Herren zu unterbieten galt.
Als erster kratzte Brantner Martin (HSV Pinkafeld) an dieser Zeit. Er lief von Beginn an ein beinahe fehlerfreies Rennen, holte auf der langen Teilstrecke den 4min vor ihm gestarteten Stephan Seeböck (HSV Wr. Neustadt) ein und erreichte mit aus der Partnerarbeit resultierend verschärftem Tempo eine Endzeit von 93:22.
Für eine neue Bestzeit in der Staatsmeisterschaftswertung sorgte dann Norbert Helminger (ASKÖ Henndorf) in 90:55. Zu diesem Zeitpunkt schienen sich seine Worte nach der CISM: "Mit diesem Wald habe ich noch eine Rechnung offen" zu bewahrheiten.
Nur noch ein Favorit, nämlich Jan Zazgornik vom HSV Baden, hatte die Chance ihm noch den Titel wegzuschnappen. Mit einer Zwischenbestzeit "schockte" er von Beginn weg alle Titelfavoriten. Vor dem letzten Posten vernahm der Badener die hektischen Worte des Platzsprechers, die ihm mitteilten, dass er nur noch eineinhalb Minuten Zeit hatte um die Zeit von Norbert Helminger zu unterbieten. Mit einem starken Finish, in dem er alles gab, erreichte er mit 7 Sekunden Vorsprung das Ziel (90:48) und konnte sich somit einen 2. Staatsmeistertitel in dieser Saison sichern.
Jans Worte zu seinem Lauf: "Ich habe wie immer sicher begonnen. Auf der langen Teilstrecke von Posten 4 auf 5 ließ ich mir bei der Routenwahl länger Zeit und bin sie wie vorgenommen gelaufen. Während des gesamten Rennens habe ich nichts riskiert und immer gewusst wo ich bin. Ab Posten 19 habe ich einen leichten Krampf verspürt, ab dem 22. schon stärker angeschlagen, dann folgte ein Fehler beim 25. Kontrollpunkt sowie ein 30 Sekundenfehler bei Posten 28. Dieses Gelände war ein staatsmeisterschaftswürdiges. Es hat mir richtig gefallen."
Für die Zukunft hofft man seitens der österreichischen OL-Kader dieses neue hochinteressante, technisch sehr anspruchsvolle, teilweise skandinavienähnliches OL-Gelände für Kadertrainingskurse nutzen zu können.
Fotos
Bundesländerstaffel
StaatsMS klassik/WRE
Bericht von Richard Schuh 0676/6221359
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