Studenten-WM 2002 Varna - Staffel
Wieder kein österreichisches Staffelwunder
Im bulgarischen Dickicht versanken leider wieder einmal die Hoffnungen auf
vier gleichmäßige Staffelläufer. Mit Platz 12 bei den Herren und Platz 9 bei
den Damen wurde das Schlimmste noch vereitelt.
Bereits nach dem Startläufer Felix Meizer zeichnete sich ab, dass sich die
Erwartungen, endlich einmal vier gute Läufe über die Bühne zu bringen, nicht
in Erfüllung gehen werden. Im extrem schwierigen Anfangsdickicht verlor er
nach großem Fehler den Kontakt zur Spitze und musste praktisch vom Ende des
Feldes seinen Lauf "neu" beginnen. Florian Kölbl als 2.Läufer machte es
leider seinem Zimmerkollegen nach. Dank Matthias Mahr, der einen famose Lauf
hinlegte, und Tobias Breitschädl, der auf der Schlussstrecke mit einem
grandiosen Lauf noch die Ukrainer und Ungarn abfangen konnte, wurde der 12
Platz ins Ziel gerettet. Am positivsten war die Tatsache, dass alle, trotz
des miserablen Beginns, um jede Sekunde kämpften, auch wenn es schon
ziemlich aussichtslos ausschaute.
Frankreich konnte nach 2000 erneut den Mannschaftstitel in die Grande Nation
holen. Polen überraschte durch den sensationellen 2. Platz und verwies
Mitfavorit Finnland auf Rang 3. Im Dschungel von Varna mussten an diesem Tag
auch andere OL-Nationen, mit durchwegs guten Läufern am Start, ihre Chancen
auf Medaillen begraben.
Bei den Damen startete Lisi Hohenwarter zufrieden stellend. Nach drei
Läufern schaute es auch bei den Damen, obwohl der Wille alles zu geben
erfreulicherweise vorhanden war, nicht gerade rosig aus. Die wieder genesene
Fruszi Hejjas konnte als Schlussläuferin noch den 9. Platz erkämpfen.
Den Sieg holten sich überraschend die Girls aus Großbritannien vor Schweden
und Tschechien.
Als Kurzresümee der Studenten-Weltmeisterschaften kann man mit den
Leistungen im Großen und Ganzen sicherlich nicht zufrieden sein. Einzelne
Schwalben (Teilerfolge) wie der gute 30.Platz von Tobias Breitschädl oder
der 40.Platz von Florian Kölbl plus einige persönliche Erfolgserlebnisse
einzelner Athleten machen noch keinen Sommer (positives Gesamtergebnisse).
Die Stimmung im Team war, trotz kleinerer Vorfälle, nicht schlecht. Wenn
auch die Ergebnisse, aus welchen Gründen auch immer, nicht optimal waren,
werden die Österreicher beim studentischen Abschluss-Abend sicherlich eine
bessere Figur machen. Nach einer harten WM-Woche darf auch ordentlich
gefeiert werden.
Die Weltmeisterschaften in 2004 Pilsen/Tschechien geben uns jedenfalls die
Chance in wettkampfähnlichen Gebieten zu trainieren. Die
Staatsmeisterschaften in Gmünd sind dazu schon die erste Gelegenheit.
Fotos
Studenten-WM 2002 Varna - Kurzdistanz
Tobias Breitschaedl erreichte auf der Kurzstrecke Platz 30.
Tobias Breitschaedl und Eva Ponweiser erreichten auf der Kurzstrecke das
A-Finale. Die restlichen Laeufer scheiteren teilweise leider knapp bzw.
aufgrund des ueberhohten Risikos mit "Ausfall".
In einer Mischung aus ungarischem Dickichtwald und Wienerwald-Graeben konnte
Tobias Breitschaedl seine Leistung auf der Klassik-Distanz vergessen machen.
Trotz kleiner Fehler im Vorlauf fuers A-Finale qualifiziert, erreichte er
dort einen sehr guten 30.Platz.
Auch wenn der Blick auf die Karte ein
einfaches Gelaende vermuten liess, fielen einige Athleten dieser scheinbaren
"Leichtigkeit" zum Opfer und landeten im Dickicht. Mit einem optimalen Lauf
haette Tobias Breitschaedl sogar die Chance auf eine kleine Sensation in den
Beinen gehabt.
Der Franzose Thierry Gueorgiou konnte seinen Titel
verteidigen und siegte sowohl im Vorlauf als auch im Finale souveraen. Der
Finne Kim Fagerudd, auf der Klassik-Distanz lange in Fuehrung liegend,
konnte die Silbermedaille abholen. Der Schweizer Marc Lauenstein, ab der
Haelfte gemeinsam mit Gueorgiou schnappte dem Bulgaren Nikolai Dimitrov noch
die Bronzemedaille weg.
Die Ergebnisse der oesterreichischen Herrren im
B-Finale haben keine grosse Bedeutung. Die Zielsetzung war fuer jeden
einzelnen und lag eigentlich schon beim Staffellauf. Sicherheit gewinnen
(Matthias Mahr mit gutem Lauf) oder Schauen wir einmal wenns geht dann
Risiko, wenns nicht geht dann Schonung (Florian Koelbl).
Bei den Damen konnte Eva Ponweiser mit vollem Risiko (hop oder drop) ihren
guten Vorlauf leider nicht wiederholen. Nach schwerem Anfangsfehler bei
Posten 2 war der Rest nur noch ausrollen bis ins Ziel direkt am Schwarzen
Meer. Fuer Lisi Hohenwarter galt es nach zwei verkorksten Laeufen fuer die
Staffel wieder Boden unter ihren Fuessen zu gewinnen, was ihr mit einem
inoffiziellen guten B-Lauf auch gelang. Brie Gschoepf im Vorlauf
fehlgestempelt plagte im B-Finale leider die Verdauung.
Fuer die morgige Staffel hoffen alle einmal auf einen Oesterreichertag
naemlich dass ALLE Oesterreicher sowohl bei den Herren als auch bei den
Damen mit der wiedergenesenen Fruszi Hejjas eine ausgeglichene gute
Leistung, ohne Ausfall, erreichen koennen. Das Ergebnis ergibt sich dann
ohnehin von selbst.
Ergebnisse
Studenten-WM 2002 Varna - Classic-Distanz
Dornendickicht und Sand war nicht unser Land
Zum Auftakt der Studenten WM lief es für die Österreicher nicht nach Wunsch. Lediglich Florian Knöbl bei den Herren als 40. bzw. Eva Ponweiser bei den Damen als 50. konnten mit ihren Leistungen zufrieden sein.
Bereits in der Vornacht zur Classic Distanz begann sich das Unglück abzuzeichnen.
Fruszi Hejjas plagten plötzlich Fieberschübe, Schüttelfrost und Übelkeit, sodass an einen Start nicht mehr zu denken war. Stark in Mitleidenschaft genommen wurde auch ihre Zimmerkollegin Lisi Hohenwarter, die kaum ein Auge zugetan hatte. Dementsprechend enttäuschend daher auch ihr Lauf. Völlig übermüdet und ohne Konzentrationsfähigkeit während des gesamten Wettkampfes blieb leider nur der 55. Platz, was sicherlich nicht ihrem Leistungsniveau entsprach. Bleibt zu hoffen, dass sie vor der Kurzstrecke bessere Schlafbedingungen findet. Ebenfalls enttäuschend der 52. Platz von Brie Gschöpf, die es nicht einmal der Mühe wert fand zur Info-Besprechung über den Classic-Lauf zu erscheinen. Die Einstellung lässt Grüßen! Im Wiederholungsfall wurden durch die Teamführung Konsequenzen angekündigt. Erfreulich bei den Damen die persönliche Leistung von Eva Ponweiser, die zwar keine Top-Platzierung erlief, aber immerhin ihr Leistungspotential ausschöpfte und damit die Aufstellung rechtfertigte.
Bei den Herren war die Konkurrenz und das Starterfeld sicherlich höher einzuschätzen. Emil Wingstedt, 4.Platzierter beim diesjährigen 5 Tage-OL in Schweden, wurde seiner Favoritenrolle gerecht und holte nach 1996 in Ungarn zum 2.Male den Studenten-Titel. Thierry Gueorgiou, dreifacher Weltmeister 2000 kam über den 10.Platz nicht hinaus, was das gute Starterfeld unter Beweis stellt.
Darin fand sich Florian Kölbl am Besten zurecht. Mit einer ansprechenden Leistung erreichte er auf dem sandigen Boden und gegen das Dornengestrüpp den 40. Rang. Tobias Breitschädl, nicht optimal unterwegs, verstempelte kurz vorm Ziel noch einen Posten. Felix Meizer als 50. , Matthias Mahr bei seinem internationalen Debüt als 55. bzw. Philipp Haider als 63. blieben unter ihren Erwartungen.
Für die Kurzstrecke sind trotz des nicht optimalen Beginns alle guter Hoffnung, sich platzierungsmäßig zu verbessern.
Das Studenten OL Team startet bei der WM in Varna-Bulgarien!
Brigitte Gschoepf, Fruszi Hejjas, Lisi Hohenwarter, Eva Ponweiser bei den
Damen sowie Tobias Breitschaedl, Florian Koelbl, Philipp Haider, Matthias
Mahr und Felix Meizer bei den Herren repraesentieren den rot-weiss-roten
O-Sport auf Studentenebene.
Welche Ergebnisse bei diesen Titelkaempfen erzielt werden haengt natuerlich
vom Teilnehmerfeld ab, was indirekt die Wertigkeit dieser Titelkaempfe
widerspiegelt. Erwartungsgemaess sind die Top-Nationen nicht mit ihren
absoluten Spitzenlaefern am Start. Mit Emil Wingstedt (Swe), Thierry Gueorgiou Fra (3facher Weltmeister in Frankreich 2000),
,
Mikka Hernelahti Fin,
Pavel Naumov Rus,
Marc Lauenstein Sui,
Ingo Horst Ger,
Petr Losmann Tch,
Francois Gonon Fra,
Robert Dittmann Ger, bei den Herren bzw. Karin Schmalfeld bei den
Damen sind doch einige Weltcuperprobte Laeufer am Start. Schwer
einzuschaetzen sind die Laufer aus dem Osten (Russland). Die schwaecheren
Nationen sind durchaus mit ihren besten Kraeften vertreten.
Leider koennen wir Oesterreicher nicht mit dem bestmoeglichem Aufgebot an
den Start gehen. Es stellt sich die Frage, sind unsere Spitzenlaufer schon
so gut, dass sie es nicht mehr noetig haben in die "Niederungen" des
Studentensports hinabzusteigen, oder ist es der "unattraktive"
Austragungsort oder spielen andere Motive fuer das Nichtantreten in
Bulgarien eine Rolle. Thomas Krejci hat 2000 in Frankreich jedenfalls
gezeigt, dass die Zielsetzung Studenten/WM durchaus lohnend sein kann,
wenngleich er vor zwei Jahren 2x knapp an eine Medaille vorbeigelaufen ist.
Mit unserem diesjaehrigen Team sind keine Wunderdinge zu erwarten. Trotzdem
bleibt die Hoffnung, dass jeder ueber sich hinauswaechst und zu einem gutem
Gesamtergebnis beitragen kann. Ein gutes Ergebnis als Barometer sowohl in
der persoenlichen Zielsetzung jedes Einzelnen bzw. im allgemeinen Interesse
fuer den Stellenwert des oesterreichischen O-Sports, aber auch fuer den
zukuenftigen Stellenwert im Unisport (Budget) wuenschen sich jedenfalls die
beiden Betreuer Markus Buchtele und Hannes Pacher.
Wer nun die Erwartungen in unserer Mannschaft erfuellen kann, wer sie
uebertrifft oder leider, wie so oft, unterschreitet koennen wir in den
naechsten Tagen erfahren.
Morgen geht es mit der klassischen Distanz in sehr schnellem, flachen
Duenengelaende (Ungarn laesst gruessen)los.
Studenten WM
Bericht von Hannes Pacher
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