EYOC 2003
Manuel Wiesberger schrammte im Sprint nur elf Sekunden an Gold vorbei
Mit Top-Leistungen starteten Österreichs Jugendliche in die Europameisterschaften 2003 im slowakischen Pezinok: Der Henndorfer Manuel Wiesberger kratzte mit einem ausgezeichneten Lauf an einem Stockerlplatz und landete schließlich nur elf Sekunden hinter dem ungarischen Sieger Istvan Zsebehazy auf Rang sieben. Uschi Polzer (17.) und Michi Zechner (20.) sorgten für tolle Plätze bei den Damen.
Pezinok, die Kleinstadt 30 Kilometer hinter der Grenze, hätte fast den ersten österreichischen Europameister gesehen. Zur Hälfte lag Manuel sogar noch in Front, ehe ein Mini-Routenwahlfehler rund um den Stadtteich die ganz große Sensation verhinderte. Dennoch waren Manuel und Coach Markus Buchtele hochzufrieden: "Manuel hat gezeigt, dass er ganz vorne mitmischen kann. Beim nächste Mal kann das Pendel schon in die andere Richtung ausschlagen." Im Schatten von Manuel sicherte sich Johannes Friessnig (TV Fürstenfeld) mit einer Minute Rückstand Rang 26. Neben den Stadtteich versagte ihm eine weitere Routenwahl durch die Häuserschluchten einen Sprung ganz weit nach vorne. Die weiteren Österreicher im extrem knappen H-18 Rennen: 45. Phillip Wiesberger (ASKÖ Henndorf) und 53. Ernst Bosina (NF Wien).
Bei den Damen konnte Uschi Polzer (SU Klagenfurt) ihren siebenten Platz aus dem Vorjahr nicht ganz verteidigen, mit Rang 17 (1 Min hinter der Siegerin) zeigte sie jedoch wiederum eine tolle Leistung in der D-18. Ebenfalls Ebenfalls zufriedenstellend platzierten sich die D-16 Mädchen. Michi Zechner (SU Klgft) holte sich den letzten Top 20 Platz, Stephi Killmann landete nur 4 Sekunden dahinter auf Rang 24. Agnes Harreiter erreichte den 50 Platz.
Die H-16-Läufer brachten durch Wolfgang Siegert (WAT) (28., 1.49 zurück) zumindest einen unter die TOP 30. Weiters: 38. Michael Balling, 45. Raphael Mallweger und 56. Tobias Killmann.
Die slowakische Organisation überzeugte mit einem optimalen Sprintgelände durch die Innenstadt von Pezinok mit Start und Ziel direkt am Hauptplatz. Am Samstag folgt der klassische Wettkampf und Sonntag die Staffel. Wir hoffen auf ein ähnlich erfreuliches Abschneiden der heimischen Nachwuchsathleten.
Langstrecke: Der erwartet schwere Arbeitstag
Der Respekt von Markus Buchtele vor der Langstrecke, im mit steinigen Passagen gespickten Wienerwald hinter Bratislava, erwies sich als berechtigt. Die Österreicher konnten an die Performance von Freitag nicht anschließen. Uschi Polzer, die sich besonders viel vorgenommen hatte, ließ bei einem Posten über sechs Minuten liegen und war im Ziel trotz gutem 24. Platz bitter enttäuscht. Stephi Killmann holte trotz einem ebenfalls durchwachsenen Lauf Rang 21 in der D-16. Für die Kolleginnen Michi Zechner und Agnes Harreither wurden es die Plätze 37 und 58. Dennoch haben die Mädels gesehen, dass bei weitergeführter guter Trainingsleistung und optimaler Vorbereitung Spitzenplätze durchaus im Bereich des möglichen sind.
Die Burschen, bis auf Michael Balling, alle das erste Jahr in ihrer Kategorie mussten heute besonders hart kämpfen. Ernst Bosina zeigte, dass er alles andere als ein Ersatzmann für das Team ist und landete mit rund 10 Minuten Rückstand auf Rang 37. Die "Wiesberger Brothers" und Jo Friessnig erwischten keinen optimalen Tag. Angesichts der Stärke der Konkurrenz sind die Plätze 46 (Jo), 49 (Manuel) und 50 (Phillip) jedoch keine Schande.
Bester Österreicher in der H15-16, denen der Umstieg von den österreichischen H-14-Strecken zu den internationalen H-16 - Strecken noch besonders zusetzt, wurde Raphael Mallweger als sehr guter 25. Tobias Killmann (34.), Wolfgang Siegert (41.) und Michael Balling (46.) landeten im Mittelfeld.
Trotz der ein wenig ernüchternden Tagesbilanz kann man resümieren, dass es mehr an harter (Trainings)-arbeit, als an Talent mangelt um ganz vorne mitzumischen. Bei manchen, wie etwa bei Uschi Polzer fehlte einfach das berühmte Quäntchen Glück.
Staffel: die Chance zur zweiten Sensation
Am letzten Tag, bei der Staffel, hofften wir noch einmal auf eine Sensation.
Unsere 3 StartläuferInnen unterstützten diese Hoffnung: Michael Balling war sogar nach 2/3 des Rennes im Führungspaket und fiel erst zum Schluss seines Laufes durch kleine Fehler auf den sehr guten 5. Platz zurück. Stephanie Killmann und Manuel Wiesberger kamen mit geringem Abstand im Mittelfeld zurück. Leider konnten unsere letzten LäuferInnen dann die Leistung der ersten nicht ganz fortsetzen und so kamen wir leider mit unseren Staffeln im geschlagenen Feld ins Ziel.
Aber:
Nun endlich, nach 2 durchwachsenen Läufen, zeigte Ursula Polzer ihre Klasse. In einer Mixed Staffel mit einer Schweizerin und einer Bulgarin laufend, bekam sie das "Staffelholz" von der Startläuferin aus der Schweiz als 7. Wie ein Zug startete sie langsam, überholte Läuferin um Läuferin, und war beim Zuschauerposten bereits 4. Durch vollsten Einsatz und kluge Routenwahlen lief sie auf die vor ihr gestarteten Läuferinnen auf und lies ihnen keine Chance. Ganz "alleine" durften wir sie im Ziel empfangen. Sie konnte es kaum glauben. "Was, ich bin erste?" fragte sie uns im Ziel. Mit der 2. Tageszeit aller Läuferinnen und einer glücklichen Ursula Polzer traten wir die Heimreise nach Österreich an.
Fotos
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Team Austria (mit Fotos)
Markus Buchtele
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