"Jon Borno" in Italia
Donnerstag 4. September 2003 Giorno d'arrivo
4 unerschrockene HSV Pinkafelder (Di Bindo, Il Genio Kerscho, Markus Longus, Raso Pongo) zogen mit Pongos extra für die Italienreise angekauften VW Polo ins Bella Italia um den dort Ansässigen bei den Campionati Italiani das Fürchten zu lehren bzw. um die Herzen der weiblichen Fans zu erobern.
Nach einem Erfrischungsstopp in Faak a. See, einer unbeabsichtigten Städtebesichtigung von Vicente gelang es dem roten Polo schließlich und endlich seine 4 Insassen sicher in Folgaria (Trentino) in einem angemessenen Hotel unterzubringen, wo sie nach dem abendlichen Auslaufen mit einem 4 Gänge - Menü empfangen wurden. Da sich die Reisestrapazen bei jedem Einzelnen bemerkbar machten, wurde auf die nächtliche Trainingseinheit verzichtet.
Freitag 5. September 2003 Giorno di monettos
Nach einem mehr oder weniger unruhigen Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück besorgten sich die Quattro Formaggi (4 Freunde) die Startunterlagen für die bevorstehenden Wettkämpfe (Sprint, Lang, Staffel). Da die Italienischkenntnisse der 4 ähnlich ausgeprägt waren (und noch länger sein werden) wie ihre Curlingbegabungen kam es zu leichten Dissonanzen bei der Übersetzung der Wettkampfinformation. Dieser Umstand schien die 4 Fs nicht weiter zu beunruhigen, weil sich auch das Organisatorenteam (zumindest der Englisch sprechende Part) noch nicht ganz im Klaren zu sein schien, wie diese Veranstaltung schlussendlich ablaufen würde. Um die Zeit bis zum Start zu überbrücken, wurde von den 4 Fs eine kleine Einkaufstour durch das spätere Wettkampfgebiet gestartet, was jedoch nicht auf der Liste illegaler Tätigkeiten aufschien.
Als der Hahn 17:30 vom Kirchturm krähte ging der erste Eliteläufer (die Läufer der anderen Kategorien hatten ihren Lauf schon hinter sich) ins Rennen, nachdem es dem Veranstalter innerhalb weniger Stunden (max. 1,5) gelungen war einen mächtigen Start-Zielaufbau auf den Hauptplatz Folgarias aus dem Boden zu stampfen. Il Genio Kerscho verließ als 5. der Startliste die Startrampe, um nach kurzem Erstaunen über den Maßstab (1 : 7500) und kurzen Verbremsern als 1. ins Ziel zu kommen. Raso Pongo raste gleich zu Beginn des Rennens an einer Abzweigung vorbei, was ihm seinen späteren Rückstand bescherte. Di Bindos Park - Race - Pechserie riss leider auch hier nicht. Sie verschaffte ihm eine weitere Disqualifikation. Markus Longus meisterte die 2,5km lange 155 Höhenmeter steile Strecke ohne gröbere Umwege und klassierte sich knapp hinter Kerscho.
Um den Sieg konnten die 4 Unerschrockenen nicht mitreden, weil ein fliegender Russe namens Mikhail Mamleev diesen für sich beanspruchte, sehr zum Ärger von Carlo Rigoni, der sich nur um knappe 6 Sekunden geschlagen geben musste. Doch dahinter fanden sich schon Il Genio Kerscho bzw. Markus Longus auf den Plätzen 3 bzw. 5 in der Ergebnisliste wieder, was beiden insgesamt ein Preisgeld in der Höhe von 100 € einbrachte. Der größte Teil dessen floss in eine kalorienstarke Abend-Nacht - Trainingseinheit.
Samstag 6. September 2003 Giorno di confusio
Sobald das Frühstückszeremoniell abgeschlossen war, schraubte sich Pongos Polo inklusive der 4 Fs die kurvenreiche Straße zum Passo Coe hinauf und setzte seine Besatzung behutsam im Wettkampfzentrum auf 1640m Seehöhe ab. Kerschus, Pongus und Longus waren bemüht ihr WER - Punktekonto aufzubessern. Im völlig fremden Gelände hatten sie jedoch leichte bis grobe Abstimmungsschwierigkeiten und verbrachten mehr oder weniger Minuten im Nirvana. Aber auch dem dreimaligen WM - Fünften in der Schweiz wurde das eine oder andere Loch zum Verhängnis, daraus folgend Platz 4. Den Titel "Italienischer Meister auf der Langdistanz" darf für ein Jahr Michele Tavernaro tragen. Er benötigte für die 11,79km und 600 Hm 83min. 3 der 4 Fs klassierten sich auf den Rängen 9, 14 und 21. Der 4. F versuchte sein Glück in der Juniorenklasse, doch auch er musste einsehen dass es das Gelände einem nicht verzeiht, wenn man kurz den Kartenkontakt verliert. Mit der Erkenntnis, dass große Fehler großen Zeitrückstand unweigerlich zur Folge haben, kehrten die 4 Fs in ihr Hotel nach Folgaria (1148m Seehöhe) zurück, um nach gemeinsamen Dinieren, sowohl Abendessen als auch Wettkampf zu verdauen.
Sonntag 7. September 2003 Giorno di rehabilitatio
In dem Glauben aus ihren gestrigen Fehlern gelernt zu haben strapazierten die Unerschrockenen diesmal ihr Glück bei der "Campionata di Staffeta" (Staffelmeisterschaft). Raso Pongo verzichtete auf seinen Startplatz und widmete sich mit Leib und Seele den Coachingtätigkeiten. Um 9:30 ging dann die Post ab bzw. "gingen" die Läufer in den Wald. Markus Longus bot eine passable Leistung auf der 7km langen Startschleife und übergab im Verfolgerfeld auf Di Bindo. Hat dieser die Worte seines Coaches Raso Pongo missachtet ("Nix riskieren")? Oder war ihm einfach das Glück an diesem Wochenende nicht hold?
Die zu favorisierende Staffel (als 2. Läufer Michele Tavernaro) schloss vor gewaltigem Publikum beim Zuschauerposten zu den Fs auf und konnte noch einen kleinen Vorsprung bis ins Ziel auf diese herauslaufen. Zu diesem Zeitpunkt lag das Favoritenteam aber noch 5 Minuten hinter der Führungsstaffel.
Auch Il Genio Kerscho neigte auf der Schlussschleife, wenn auch in geringerem Ausmaß als am Vortag, zu Wiederholungstaten (die Fehler betreffend). Der Sieg ging wie erwartet an die staffeta favorita (Bezzi, Tavernaro, Rigoni). Kerscho hatte nach einem 250m Endspurt beinahe noch den 2. Platz erkämpft. So blieb der zufrieden stellende 3. Rang, was den 4 Fs eine Steige Äpfel und andere diverse regionale Schmankerl einbrachte.
Während sich die 4 Fs bei der Staffel vergnügten, quälte sich Mikhail Mamleev beim 3 Zinnen Berglauf, wo er die 12km mit 1100 Hm für sich entschied.
Headcoach Raso Pongo: "Es war interessant zu beobachten, wie jeder mit den Fehlern vom Vortag umgegangen ist bzw. was er aus diesen gelernt hat. Ich bin überzeugt, dass bei konsequenter Verbesserung des technischen Könnens auch in anspruchsvollem Gelände für alle österreichischen Orientierungsläufer erfreuliche Ergebnisse erzielt werden können."
Um das Wochenende angenehm ausklingen zu lassen, wurde nach den Wettkampftorturen vermehrt Augenmerk auf die sozialen Kontakte gelegt.
Montag 8. September 2003 Giorno di departo
Auf Grund des einsetzenden Schlechtwetters konnten die geplanten Berg- und Schluchtentouren nicht durchgeführt werden. Daher zog es der rote Polo vor seine Quattro Formaggi nach erneutem Zwischenstopp in Faak a. See in vertrautem Terrain im Osten Österreichs abzusetzen.
Resümee der 4 Fs:
"Es ist ein Ding der Notwendigkeit in neuen fremden Wäldern zu wildern um schlussendlich den größten Bock zu schießen."
Ergebnisse
WRE-Ergebnis
LiveBericht aus der rasenden Tomate
Ciao
Martin Binder, Gernot Kerschbaumer, Markus Lang, Martin Pongratz
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