Am Falkenberg zu Klagenfurt ...
Doppelsieg für ASKÖ Henndorf durch Lucie Böhm und Norbert Helminger
Am 18.Mai 2003 fand das Carinthian O-Weekend mit dem 4.Ranglistenlauf am Falkenberg nördlich von Klagenfurt seinen
Abschluss. Nach der ÖSTM Sprint am Vortag mitten in der Stadt war diesmal wieder ein Bewerb in klassischer Umgebung
angesagt: mit der Karte "Falkenberg", die 2001 zur besten Karte
des Jahres gewählt wurde, stand dem Team des OLCU Viktring für den Wettkampf ein
detailreiches Gelände zur Verfügung.
Wettkampfzentrum war im Gasthaus Fischerwirt, auf einer Wiese gleich daneben das Zielgelände. Das Wetter
päsentierte sich von seiner besten Seite: wolkenloser Himmel und zumindest in der Früh noch angenehme Temperaturen.
Wer am Vortag mit den kurzen Bahnen nicht zufrieden war, kam an diesem Tag voll auf seine Rechnung: für die Herren-Eliteklasse
standen immerhin 11,8km mit 630 Höhenmeter am Programm. Zusätzlich lastete der Druck der Qualifikation auf den Wettkämpfern: sowohl die WM2003 in der Schweiz
als auch die Jugend-EM in der Slowakei bzw. Jugend-WM in Estland nahen mit Riesenschritten.
Norbert Helminger (ASKÖ Henndorf) ging mit Startzeit 12:00 ins Rennen. Nach einer halben Stunde
überlief er bei Posten 6 den 4 Minuten vor ihm gestarteten Bernhard Fink (WAT). Bei Posten 13
folgte Richard Gathercole (ASKÖ Henndorf) und bei Posten 17 Franz Helminger (NF Wien). Mit diesem ging es die nächsten 20 Minuten im Doppelpack weiter. Ab Posten 24 setzte sich Norbert
deutlich ab und legte als erster Eliteläufer im Ziel mit 89:26 eine Zeit vor, die an diesem Tage niemand mehr unterbieten sollte.
Doch davor hies es über eine Stunde lang warten: erst mit Startzeit 60:00 ging Mitfavorit Thomas Krejci (TV Fürstenfeld) ins Rennen. Dieser patzte
allerdings gleich bei Posten 2 - wieder hieß es das Feld von hinten aufzurollen. Und es wurde knapp: sowohl bei Posten 16
als auch bei Posten 25 lag er in der Gesamtzeit gerade mal 2 Sekunden hinter Norbert. Doch bei den letzten 4 Posten lief es nicht optimal: im Ziel waren
es dann 32 Sekunden, die ihn vom obersten Podestplatz trennten. Mit einem Abstand von über 3 Minuten setzte sich Felix Breitschädel (ASKÖ Henndorf) ungefährdet
an die dritte Stelle.
Besonders stark begann Christian Mohn (Leibnitzer AC) das Rennen. Bei Posten 4 lag er sogar noch in Führung. Doch das folgende Rennen zeigt,
dass das Laufen im Doppelpack nicht immer gut sein muss: bei Posten 6 auf den direkt vor ihm
gestarteten Felix Meizer aufgelaufen, hat er diesen - mit Ausnahme eines Posten - bis ins Ziel im Schlepptau. Fehler werden auch zu zweit
gemacht und so wird aus dem fast eine Stunde lang sicher scheinenden Podestplatz schließlich "nur" Platz 4. Der Abstand von 4 Minuten auf den 3.Platz
täuscht über den Rennverlauf.
Dass auch Eliteläufer nur Menschen sind, zeigt ein 15-Minuten-Fehler bei Posten 19 von Philipp Haider (WAT). Er war an dem Tag sicher nicht der einzige, der
nicht mehr wußte, wo er war. Veränderungen bei Wegen, Dickichten und einige neue Kahlschläge machten es für die Wettkämpfer nicht unbedingt einfacher: wer
den Kontakt zur Karte verloren hatte, konnte schon einige Zeit herumirren, ehe ihm - ob durch Eingebung oder rettenden Engel - sein Standort klar wurde.
In der Damen Elite gewann die haushohe Favoritin Lucie Böhm (ASKÖ Henndorf) mit 48:30. Doch fast hätte
ihr Regina Habenicht (SU Klagenfurt) einen Strich durch die Rechnung gemacht: nur 3 Sekunden trennten sie
von der großen Sensation, lag sie doch bei Posten 10 nach 2/3 des Rennens sogar in Führung. Ein starker Lauf
zum 11.Posten - ein Vorsprung von über einer halben Minute auf die zweitbeste Zeit bei 3:44 Laufzeit! - wendet
schließlich das Blatt zu Gunsten von Lucie. Selbst das starke Finish von Regina auf den letzten 5 Posten
konnte das Ergebnis nicht mehr ändern. Wie knapp die Entscheidung an diesem Tag ausfiel, wird erst klar, als 8 Minuten nach ihr
Lucie Böhm zum Zielsprint ansetzt: mit 3 Sekunden Vorsprung stempelt diese den Zielposten und gewinnt damit die Damen Eliteklasse.
Noch knapper ging es allerdings im Kampf um Platz 3 zu. Brie Gschöpf (WAT) startete als erste in der Damen Elite. Im Wald
überholte sie dann das komplette Feld der Kategorie D17-18, die die gleiche Bahn hatten! Im Ziel stellte sie mit 52:14
eine erste Richtmarke auf, die schließlich für einen Platz am Stockerl reicht. Gerade mal eine Sekunde trennte
Lisi Hohenwarter (Leibnitzer AC) davon. Am Anfang sogar in Führung liegend, kostete ihr ein Fehler bei Posten 3
gleich mal über eine Minute. Und während Brie Posten 8 perfekt erwischte, lies Lisi dort weitere 2 Minuten liegen.
Aus einem Vorsprung von 1 1/2 Minuten auf Brie wurde ein Rückstand. Bei Posten 12 das umgekehrte Bild: Lisi erzielt
auf der Teilstrecke Bestzeit, Brie patzt: der 3.Platz ist wieder zurückerobert. Doch schon Posten 13 kehrt das Ergebnis
wieder um. Da hilft auch nicht der schnellste Zielsprint: eine Sekunde fehlt am Schluss.
Besonders knapp ging es auch in den Kategorien D13-14 und H55- zu:
Elisa Elstner (ASKÖ Henndorf) und Jiri Gurka (HSV Wals) siegten in ihren Kategorien mit gerade 2 Sekunden Vorsprung!
Abseits des Wettkampfs ging es nicht ganz so schnell zu: die Gastronomie kam mit
dem Ansturm der Wettkämpfer nicht ganz zurecht, so mancher musste länger auf sein Essen
warten, als er vorher im Walde war.
Eine nette Siegerehrung, die rasch aber nicht gehetzt über die Bühne ging, rundete diesen Wettkampf ab. Die Sieger
konnten sich über Pokale und Kuchen freuen. Und es ist natürlich nur ein böses Gerücht, dass in den
Seniorenklassen so mancher lieber den 3.Platz belegt hätte, für den es immerhin einen 6er-Träger Bier gab!
Ergebnisse
Fotos
Ein Bericht von Erich Göschl
|