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Am letzten Februarwochenende fand in Bad Mitterndorf bereits zum 4.Mal die ÖMS im Ski-OL statt. Und wurde bereits im vergangenen Jahr widerlegt, das 3 Mal hintereinander im selben Gebiet Meisterschaften weder fad noch unfair seien, so gilt dies für heuer umso mehr. Auch das 4.Mal in Bad Mitterndorf brachte wieder etwas Neues. Die ÖMS im Ski-OL für alle Klassen auf der klassischen Distanz wurde wieder zu etwa 80% auf neuem Terrain mit einem neu digitalisierten Kartenabschnitt durchgeführt. Die neue Karte "Bad Mitterndorf/West" schließt zwar an die letztjährige Karte an, doch wurde Start und Ziel der heurigen Meisterschaft so gewählt, daß die Bahnen aller Kategorien in den Genuß dieses wunderbaren neuen Teiles kamen. Als Basis fungierte wiederum die alte Ski-OL-WM-Karte aus dem Jahr 1982. Diese wurde von Franz Klopf 1:1 digitalisiert, und wurde in den Vorwettkampfwochen noch vom Trio Thomas Mühlbacher, Wolfgang Pötsch und Gerfried Hoch entscheidend korrigiert.
Erst ca. 2 Wochen vor der Meisterschaft stand tatsächlich fest, daß in Bad Mitterndorf Ski-OL-Bewerbe durchgeführt werden konnten. Bis dahin war die Schneesituation herunten in der Bad Mitterndorfer Ebene etwas angespannt, doch intensive Schneefälle zu Monatsbeginn und das darauffolgende kalte aber stabile Wetter garantierten für traumhafte Verhältnisse.
Die Gemeinde Bad Mitterndorf stellte für diese Veranstaltung eine ganze Woche einen Ratrack zur Herstellung aller Spuren zur Verfügung. Sämtliche Spuren wurden in der Vorwoche von Dienstag bis Freitag unter der Kontrolle des TD Wolfgang Pötsch mindestens 3 Mal durchgefahren und konnten in der Nacht gut durchfrieren, womit optimale (WM-würdige) Loipenbedingungen entstanden. Und da am ganzen Wochenende strahlender Sonnenschein vorherrschte, waren sämtliche äußere Bedingungen für ein "Genuß-Ski-OL-Wochenende" vorzeitig erfüllt.
175 Meldungen aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn und Rumänien gingen beim veranstaltenden Verein: Naturfreunde Lokomotive Steiermark ein, etwa 160 davon gingen dann auch tatsächlich an den Start. Vom Nennungsergebnis konnte OK-Chef Thomas MÜHLBACHER somit einigermaßen zufrieden sein, obwohl die international starken mitteleuropäischen Eliteläufer v.a. aus Italien ausblieben.
Am Samstag den 22.03. war im Loipenzentrum am westlichen Ortsrand von Bad Mitterndorf das Wettkampfzentrum, Start und Ziel zu finden. Ein großzügig angelegtes Spuren- und Standardloipennetz von etwa 100km!!! war die Basis für eine Meisterschaft im klassischen Sinn; also relativ wenige Posten, lange Teilstücke mit vielen Routenwahlen und die Priorität auf das individuelle Langlaufkönnen gelegt. Der Lauf folgte den Spuren des "Steirerlaufes" von Bad Mitterndorf bis zum Knoppensattel bei Oberndorf, dann über die "Eselalm" zum Gebiet Grubegg, dann nochmals nach Süden bis nach Bad Heilbronn und wieder zurück nach Bad Mitterndorf. Die Karte dieses Laufes hatte übrigens auch den "klassischen" Maßstab von 1:15.000 aufzuweisen.
Die Herren-Elite hatte eine Strecke von 15,6km (Luftlinie)+470Hm+14Posten vorgegeben. Die Optimalroute betrug an die 23km, da sehr viel Umlaufen werden mußte. Ebenso waren einige "Bergwertungen" eingebaut, die allen Läufern alles abverlangte. Als Nummer Eins im heimischen Ski-OL erwies sich wieder einmal der Oberösterreicher Johann KUGLER (NF Sandl). Mit seiner Siegerzeit von 66:39 wies er über 2min Vorsprung auf die ex auequo an 2.Stelle plazierten Dieter MIKULA (SU Klagenfurt) und Stephan VARGA (LZ OMAHA) auf [beide 68:44]. Nur Markus BUCHTELE als 4. [70:04] und Felix MEIZER als 5. [73:52] konnten ihre Rückstände einigermaßen in Grenzen halten. Der Rest des Feldes hatte bereits einen Rückstand jenseits der Viertelstundenmarke aufzuweisen.
Auch die Läuferinnen in der Damen-Eliteklasse hatten wiedereinmal eine längere Distanz zurückzulegen, obwohl dies in Anbetracht des internationalen Leistungsvermögens, doch etwas "schaumgebremst" ist: 8km (Luft) mit fast 200Hm und 10 Posten.
Einen bitteren Beigeschmack hatte das Rennen in der höchsten Damenklasse dadurch erhalten, daß eine Spätmeldung unbeabsichtigt und unglücklicherweise negativ zur Medaillienvergabe beitrug. Einen ungefährdeten Sieg mit etwa 2min Vorsprung auf der ca. 13km langen Laufrunde erreichte die Burgenländerin Uschi VARGA (LZ OMAHA). Mit ihrer Zeit von 49:45 lag sie knapp 2min vor der Vizemeisterin aus Wien: Michaela GIGON (OLT Transdanubien/ 51:52). Die Bronzemedaillie erreichte im "Windschatten" der Siegerin Uschi Varga, ihre Vereinskollegin Sonja ZINKL in 52:42. Somit ging die unglückliche 4.plazierte Kerstin WIDMANN (OLCU Vikring) mit ihrer Zeit von 53:22 leer aus. Dies ist umso bitterer wenn man bedenkt, daß die 3plazierte OL-mäßig noch nie herausragend in Erscheinung getreten ist, und auch nach ihren eigenen Aussagen, diese Medaillie sicher nie ohne ihr "Zugpferd" erreicht hätte! (In den Splittimes ist dies auch deutlich zu erkennen) Andererseits haben auch andere OL-Karrieren durch sog. "Zufallstreffer" begonnen, und haben so manchen Motivationsschub ausgelöst; denn, man muß auch erst mal mit einer Staatsmeisterin langläuferisch mithalten können.
Wie dem Redakteur soeben zugetragen wurde, läuft gegen dieses Resultat ein Protest, wobei eine gerechte Entscheidung in den nächsten Tagen vom ÖFOL-Schiedsgericht getroffen werden wird!
In der Medaillienbilanz der ÖMS gingen 5 Titel nach Kärnten, je 4 nach Nieder- und Oberösterreich und je 2 Titel ins Burgenland und in die Steiermark. In 2 Klassen (H-12 und H17-18) konnten - wegen zuwenig Starter - keine Medaillien vergeben werden.
Die Siegerehrung fand - wie auch die letzten Jahre zuvor - in festlichem Rahmen im Vitalhotel Bad Heilbronn statt. Dort gab es wiederum neben einem tollen Abendbuffet, noch tollere Preise die auf die Sieger warteten.
Am zweiten Wettkampftag (Sonntag 23.03) fand dann ein Ski-OL-Sprint mit all seinen Vorzügen und Raffinessen statt. Start und Ziel befanden sich diesmal im südlichsten Geländeabschnitt, im Langlauf- und Skisprungstadion "Krungl" bei Bad Heilbronn. Gelaufen wurde diesmal mit dem Kartenausschnitt "Bad Heilbronn" 1:10.000. Thomas Mühlbacher und sein Team sorgte für sehr selektive Bahnen in diesem äußerst dichten Spurennetz. Die längste Bahn war 6,1km mit ca. 150Hm und 13 Posten. Von der Klasse H15- bis zur Klasse H50- hatten alle Läufer die gleiche Distanz zurückzulegen. Jeder Läufer konnte somit einen direkten Vergleich mit den Besten dieses Landes anstellen. Gleiches galt natürlich auch auf der Damenbahn.
Tagesschnellster bei den Herren wurde der Klagenfurter Dieter MIKULA in 22:47. Sein Vorsprung auf den Zweiten Johann KUGLER - 57sek [23:44] - war auf dieser Strecke schon sehr beachtlich. Die Abstände der folgenden Läufer waren dafür umso knapper, denn der 3.plazierte Markus BUCHTELE [23:47] war nur ganze 3 Sekunden langsamer als der Zweite. Und auch die Nächstfolgen: Stefan VARGA [24:03] und Felix MEIZER [25:12] waren noch knapp dabei. Den "echten" Eliteläufern am Nächsten kam der Schnellste der "Senioren": Josef HONES [HSV Kremstal] in 27:49. Schlußkriterium dieses Bewerbes war der vorletzte Posten, der in unmittelbarer Zielnähe als Zuschauerposten diente. Direkt unter dem Schanzentisch der "kleinen" 50m-Schanze ging es zuerst den mehr als steilen Auslauf hinauf, und dann in einer Mutprobe auf schmalen LL-Skiern sogleich wieder hinunter.
Die Damen hatten auf ihrer 4,5km langen Strecke nicht minder schwere Aufgaben zu bestehen. Uschi VARGA [20:32] - die "frischegebackene" Staatsmeisterin vom Vortag, siegte auch diesmal mit etwa 1 ½ min Vorsprung auf die Überraschungszweite Barbara PICHLER [22:10] von der SU Klagenfurt. An der 3.Stelle diesmal Michaela GIGON in 22:52. Auch die weiteren Elite-Damen: Elisabeth HOCHWARTER (LZ OMAHA in 23:51) und Kerstin WIDMANN in 23:54 liefen auch diesmal wieder knapp am "Stockerl" vorbei. Mitten in die Elite-Phalanx reihte sich auch die schnellst Damen-Senioren-Läuferin ein. Veronika SCHENK-PRÄSENT (HSV Kremstal) rangierte mit ihrer Zeit von 23:53 an der 5.ten Tagesposition.
Und die Vizemeisterin vom Vortag: mit 35:50 an der 10.Stelle in der DE-Klasse.
Neben den spannenden Kämpfen um ÖMS-Medaillien, fielen bei diesen letzten beiden Ski-OLs dieses Ski-Winters auch noch die Entscheidungen in der Gesamtwertung des Ski-OL-Austria-Cups. Sowohl in den 13 Klassen der Einzelwertung als auch im Vereinscup und der Bundesländerwertung gab es die finalen Entscheidungen.
In der Herren-Eliteklasse fiel bereits am Samstag die entgültige Entscheidung um den Cupsieg zugunsten von Johann KUGLER. Durch seinen 3.Sieg übernahm er uneinholbar die Führung im heurigen Cupbewerb. Den 2.Platz in der Gesamtwertung holte sich Dieter MIKULA vor Stephan VARGA.
In der Damenwertung fiel erst im letzten Rennen die Entscheidung zugunsten von Uschi VARGA gegenüber Michaela GIGON.
Neben den Eliteläufern, konnten sich folgende Läufer(-innen) über den Cupsieg in ihrer jeweiligen Kategorie freuen: Julia VARGA [D-14] + Thomas SCHUH [H-14] beide HSV Pinkafeld, Ursula POLZER [SU Klagenfurt/D15-18], Niko KRAULAND [SU Abteigymnasium Seckau/H 15-18], Veronika SCHENK [D35-] + Josef HONES [H35-] beide HSV Kremstal, Dietlinde VENHAUER [D45-] + Curt MAIER [H45-] + Wolfgang KOCH [H55-] alle OLCU Viktring, Susanne POLZER [D Kurz/SU Klagenfurt] + Michael STROI [H Kurz/ HSV Ried]
Die Entscheidung, welches Bundesland die erfolgreichsten Ski-OLer beherbergt war schon vor dem letzten Rennen klar gewesen; Kärntens OL-Chef Hannes IRK kann sich freuen, denn sein Bundesland ist und bleibt die Nummer 1 im Ski-OL.
Auch der erfolgreichste Verein kommt heuer aus Kärnten: der OLCU Viktring gewinnt nach den heurigen 6 ÖFOL-Ski-OL-Bewerben (5xEinzel + 1x Staffel) mit 929 Punkten die Ski-OL-Vereinstrophy. Mit 838 Punkten an der 2.Stelle rangiert der HSV Wr.Neustadt und mit 718 Pkt. an 3.Stelle der HSV Pinkafeld. Dahinter folgen mit 644 Pkt die Sportunion Klagenfurt und mit 636 Pkt. der HSV Kremstal. [Stärkster Verein in der reinen Herrenwertung wurde übrigens der HSV Kremstal, die stärksten Damen finden sich hingegen beim OLCU Viktring, was auch den Ausschlag zum Gesamtsieg gab]
Die feierliche Siegerehrung mit Übergabe der Preise wird heuer im Herbst im Rahmen einer hoffentlich feierlichen ÖFOL-Gala im Anschluß an eine wohl "heiße" ÖFOL-Hauptversammlung erfolgen.
Eine weitere Ehrung sollte in diesem Rahmen auch noch folgen: nämlich die Verleihung der ÖFOL-Trophy an Thomas MÜHLBACHER, der mit der heurigen erfolgreichen Veranstaltung bereits zum 5.Mal bewiesen hat, wie OL-Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden sollten. Und das nicht nur bei "zugkräftigen" OL-Disziplinen, wo von Haus aus immer viele Starter sind und daher für jeden Organisator lukrativ sein kann (z.B. Fuß-OL-Nachwuchs & Senioren), sondern bei "Mauerblümchenevents" ala Ski-OL, die eh keiner organisiern will.
Es würde dann endlich wieder ein richtig würdiger Kandidat diese Ehrung empfangen dürfen, da bekanntlich der letztjährige Vergabeprozess zur Farce wurde und dies in einer "Alibi-" bzw. "Notlösung" endete, (nachdem der eigentlich vorgeschlagene Kandidat: Orest Kotylo für seine langjährigen Verdienste um das österr. OL-Kartenwerk, bei den Entscheidungsträgern "abgeblitzt" ist und auch andere eher verdiente OLer wie Christian Breitschädel oder Franz Hartinger der Obrigkeit zu "revoluzzend" sind).
Fotos
Ergebnisse
Bahn ÖSTM Damen Elite
Bahn ÖSTM Herren Elite
Bericht von Michael Melcher
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