EOC2004: Ausgezeichnete Ergebnisse im Sprint A-Finale
Roskilde (Dänemark) vom 10.-17.Juli 2004
Am Mittwochabend ab 18 Uhr wurden im Minutentakt die A-Finalisten vom Vormittag im Stadtzentrum von Roskilde ins Rennen geschickt. Als Start- und zugleich Zielarena wurde ein Amphitheater gewählt, wodurch die Stimmung schon vor dem Rennbeginn immens gehoben wurde.
Unsere beiden Finalisten Elisabeth Hohenwarter (Leibnitzer AC) und Gernot Kerschbaumer (HSV Pinkafeld) liefen, wie bereits in ihren Vorläufen, ein gutes Rennen und erreichten mit dem 40. bzw. 37. Platz wiederum ausgezeichnete Ergebnisse für das rot-weiß-rote OL-Team. Zusätzlich wurde Kerschi mit vier und Lisi mit einem Weltcuppunkt belohnt.
Elisabeth meinte zu ihrem Sprintwettkampf:
"Vor dem Lauf beschäftigte mich vor allem die Laufschuhwahl. Da aber der Großteil mit Straßenlaufschuhen ins Rennen ging, entschied auch ich mich dafür, im Nachhinein gesehen keine gute Wahl, da 70% im Park stattfanden und der Boden nass und rutschig war.
Ich startete eher langsam ins Rennen um mein "1. Posten-Problem" zu vermeiden. Posten 1-6 meisterte ich ohne Fehler. Das meinen Lauf entscheidende Kriterium war dann die Route zum 7. Posten. Ich lief mit schlechter Richtung vom Posten weg, was zur Folge hatte, dass ich mich durch bauchhohes, unverspurtes Gras kämpfen musste, bis ich endlich auf den Weg kam. Nachdem mein Tempo auch auf der Straße etwas zu gering war, verlor ich auf dieser Teilstrecke über 1 Minute!! Bis zu Posten 13 ging's dann ohne Probleme. Angefeuert von den Zuschauern lieferte ich dort eine Extra-Einlage. Der rutschige Untergrund wurde mir zum Verhängnis und ich landete im Teich. Wieder einige Sekunden die verloren gingen. Als letzte Herausforderung galt es den letzten Posten zu finden, der zwischen Fans und Plakaten eingekeilt gut versteckt war. Ein 40. Platz und ein Weltcuppunkt sind meine EM-Ausbeute. Mit "Hätt I, war i" will ich gar nicht anfangen und bin mit meiner Leistung zufrieden."
Gernots Worte nach dem Rennen:
"Es war für mich heute das erste Mal, dass ich vor so einer großen Zuschauermenge starten durfte. Gleich von Beginn an zum Startposten beim zahlreichen Publikum vorbei, das war schon ein imposantes Gefühl für mich. Von diesem angetrieben, versuchte ich gleich ein möglichst hohes Tempo zu wählen, was mir auch gut gelang. Auf den kurzen Teilstrecken zu Posten 2 und 5 lies ich ein paar Sekunden liegen, weil ich zu wenig auf die Karte schaute. Von 6 auf 7 folgte die längste Teilstrecke mit zahlreichen Höhenmetern. Obwohl ich vermutete eine gute Route gewählt zu haben, sagten die Zwischenzeiten im Nachhinein das Gegenteil. Von Posten 10 - 14 kamen wir wieder beim Ziel vorbei. Die vielen Anhänger gaben mir noch eine letzte Motivation auf die letzte Schleife mit. Mittlerweile hatte ich auch auf den vor mir gestarteten Franzosen aufgeschlossen, allerdings war auch der hinter mir ins Rennen gegangen Russe nicht mehr weit zurück. Kurz verzögert habe ich noch unmittelbar vor dem 17. Posten, weil eine Mauer zu überqueren war und ich erst auf der Karte nachlesen musste, ob es erlaubt war diese zu überqueren. Vor allem ein Fotograph, der an diesem Platz stand und eifrig Fotos schoss, verunsicherte mich zuerst. Ich stellte nach ein paar Sekunden des Zögerns fest, dass es erlaubt sei über sie zu springen.
Die letzten 3 Posten ins Ziel waren kein wirkliches Problem mehr und ich konzentrierte mich darauf den Russen hinter mir zu halten.
Ich bin mir sicher, dass die Arbeit an der körperlichen Verfassung bei uns im HLSZ 11 Seebenstein erste Früchte trägt, weil ich jetzt in der Lage bin auch läuferisch einigermaßen mitzuhalten. In den Jahren davor zählte ich sicherlich nicht zu den schnellsten OL-Sprintern Österreichs, was sicher aber zu meinen Gunsten verändert hat. Um international aber noch weiter vorne mitzulaufen, bedarf es aber noch einer Steigerung.
Heute hat es auch, obwohl ich sicherlich durch die eine oder andere Disqualifikation profitiert habe, zu meinen ersten Weltcuppunkten gereicht. Ich freue mich schon auf den Staffelbewerb und weitere internationale Großevents. Bei einem solchen dabei zu sein ist für mich etwas Besonderes und auch eine große Ehre."
Die Siege dieses Sprintfinales gingen an führende OL-Nationen. Bei den Damen setzte sich diesmal, nach ihren 2 "Patzern" im Mittelfinale, die vierfache Weltmeisterin aus der Schweiz Simone Niggli - Luder durch. Auch bei den Männern holte sich ein mehrfacher Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften den Europameistertitel, nämlich Schwedens Kurzstreckenspezialist Emil Wingstedt.
Zu einem weiteren OL-Leckerbissen der besonderen Art aus österreichischer Sicht wurde dann das anschließend ausgetragene B-Finale. Die 3 am A-Finale denkbar knapp gescheiterten Felix Breitschädel, Norbert Helminger (beide ASKÖ Henndorf) und Markus Lang (HSV Pinkafeld) gingen am Ende des Feldes ins Rennen. Um die Motivation für dieses B-Finale zu heben schrieb Nationaltrainer Wolfgang Pötsch für den schnellsten Österreicher ein Preisgeld von 100 dänischen Kronen aus.
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Große Anzahl österreichischer Fans
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Äußerst konzentriert liefen die 3 dann von Beginn an auf Biegen und Brechen. Die zahlreichen österreichischen Fans trugen das ihrige dazu bei, um jene zu Höchstleistungen zu bewegen. Nach 2,5km Luftlinie und 17 Posten gelang es Youngstar Markus Lang mit einer Zeit von 13:56 die Geldprämie für sich einzuheimsen.
Trotz Regen am Ende dieses Sprint-Finales konnte das schlechte Wetter weder die Freude der Athleten noch diese des Nationaltrainer Wolfgang Pötsch und Elitereferent Richard Schuh trüben.
Nach dem morgigen Ruhetag fiebert das gesamte österreichische Team dem Lang-Finale am Freitag entgegen, bei welchem Andrea Eisl (ASKÖ Henndorf) und Thomas Krejci (TV Fürstenfeld) alles Mögliche unternehmen werden, um ausgezeichnete Erfolge für Österreich zu erlaufen.
Ergebnis, Split und Karten
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Mit Sportgruß
Richard Schuh
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