Ostertrainingslager des österreichischen OL-Jugendkaders
Vorbereitung für EM und neue Leistungsklassen
Salzburg.- In den Wäldern rund um Salzburg fand das Ostertrainingslager des österreichischen Jugendteams statt. Rund 60 Teilnehmer und Betreuer ergänzt durch ein paar Junioren machten gemeinsam einen großen Schritt in die neue Saison. Die Jugend hat heuer zwei Ziele: Den 15-16 und 17-18jährigen steht die Qualifikation für die Heim-Europameisterschaft ins Haus. Für die 15-16 und 13-14jährigen sind heuer bei den Ranglistenläufen erstmals die neuen Leistungsklassen 13-14L und 15-16L zu bewältigen. Diese sollen die Jugend mit etwas längeren und vor allem technisch schwierigeren Bahnen gezielt an die internationale Spitze heranführen.
Aufgrund der Tiefschneelage im Henndorfer Wald musste der zu Beginn des Trainingslagers geplante erste Qualifikationslauf für die Jugend-Europameisterschaft ausfallen. Stattdessen wärmten sich Kaderläuferinnen und -läufer sowie das Betreuerteam Samstag Nachmittag beim 2. Lauf zum AWD-Salzburg-Cup auf.
Am Sonntag stand dann vormittags ein erster Trainingslauf in Hof und nach dem Mittagessen ein Tankstellen-OL am Eugendorfer Berg am Programm. Bei diesem Bewerb kam es darauf an, sich an einem "Tankstellen-Posten" mit Karte die nächsten 3-4 Posten und deren Standorte zu merken, um sie dann aus dem Gedächtnis abzulaufen. Wer sich die Standorte und Routen nicht gut genug einprägen konnte, musste zumindest den Weg retour zur Tankstelle finden.
Am Montag fand dann in Henndorf bei etwas unfreundlicherer Wetterlage vormittags ein Park-OL statt. Bei diesem Sprint in Henndorf "Downtown" zwischen Kindergarten, Schule, Kirche und Park half erstaunlicherweise nicht einmal die Lichtschranke bei der Zeitmessung: Manuel Wiesberger und Christian Wartbichler vom SC ASKÖ HENNDORF ORIENTEERING nutzten ihren Heimvorteil und erzielten mit 9:02,9 die auf die Zehntelsekunde exakt gleiche Bestzeit des Tages. Nachmittags zog der Tross weiter nach Adnet zu einem klassischen Lauf. Höhepunkt des Abends war ein Vortrag von Lucie Böhm, die den Jugendlichen viele wertvolle Tipps aus ihrem Erfahrungsschatz geben konnte. Besonders eindrucksvoll war sicher die Präsentation der Karte ihres legendären Laufs bei der WM im Jahre 1997 und die Erkenntnis, dass man trotz eines 45 Sekunden Fehlers noch Weltmeisterin werden kann. Motto: "Das Einzige, was aufgegeben wird, ist ein Brief..."
Dienstag vormittags wurde bei mittlerweile auf ein erträgliches Maß geschmolzenen Schneefeldern der ursprünglich geplante Qualifikationslauf in Henndorf als Trainingslauf nachgeholt. In den tiefen und steilen Gräben bei äußerst selektivem und rutschigen Terrain war so mancher Jugendliche froh, dass dieser Lauf nicht zur Qualifikation zählte. Das Ende des Trainingslagers bildete ein Staffelbewerb im Gmoawald von Seekirchen. 19 Teams traten gegeneinander an und das bis zum Schluss spannende Rennen konnten Georg Gittmaier (HSV Ried), Ursula Kadan (TV Fürstenfeld) und Ernst Bosina (Naturfreunde Wien) knapp vor Philipp Cancura (OLC Wienerwald), Elisa Elstner (SC ASKÖ HENNDORF ORIENTEERING) und Erik Simkovics (OLC Wienerwald) entscheiden.
Zum Abschied bei der Siegerehrung zeigte sich Christian Breitschädel im Namen des Europameisterschaft-Organisationsteams der Henndorfer sehr zufrieden mit diesem Testlauf für die in den kommenden Wochen folgenden Trainingslager der anderen Nationen. Auch Jugendteam-Coach Markus Buchtele konnte erfreut auf vier gelungene Tage mit einem engagierten Betreuerteam zurückblicken. Sein Resümee in Anspielung auf den bei Siegerehrungen in Salzburg traditionell querströmenden Regen: "Es war ein erfolgreiches Training und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im sonnigen Kärnten zum 1. Ranglistenlauf am 18. April!".
Dass bei diesen Leistungen auch der offizielle Verband seine vor allem ehrenamtlichen Trainer gebührend zu schätzen weiß, ist eigentlich selbstverständlich. Am allerwichtigsten ist jedoch, dass die Hauptbetroffenen - Österreichs OL-Jugend - zwar müde, aber ebenfalls zufrieden mit ihrem "Chef" nach Hause fuhr. Bleibt nur zu hoffen, dass der Trainer das auch ab und zu hört. Leider wird ja manchmal nach der Devise verfahren: "Solange es passt, sagen wir nicht viel, nur wenn uns etwas stört, dann wird geschrieen...". Aber hier können ja Gott sei Dank auch der Präsident oder die anderen Top-Funktionäre professionell eingreifen und ihre Stützen im operativen Bereich in ihrer Arbeit bestärken.
Bericht Buchtele
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