Steirermen san very good ...
Bundesländerstaffel und 3.Ranglistenlauf in Thal bei Graz
Am 15. und 16.Mai veranstaltete der HSV Graz in Zusammenarbeit mit den NF Lokomotive Steiermark in Thal bei Graz die Bundesländerstaffel und den 3.Ranglistenlauf des Jahres. Als Wettkampfzentrum diente die landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof/Hardt.
49 Bundesländerstaffeln, 15 offene Staffeln und 8 Schülerstaffeln waren gemeldet. Wie bei Staffelbewerben üblich, erfolgte die namentliche Nennung der Läufer natürlich erst in allerletzter Minute, die Eingabe der Daten in den Computer wurde dadurch verzögert. Kein Wunder, dass Sprecher Wolfgang "Goggi" Pötsch, der sonst in gewohnter Weise seiner Informationstätigkeit nachkam, mehrmals seinen Wunsch nach einer aktuellen Startliste aussprach und immer wieder vertröstet werden musste. Aber das gehört zum Flair eines Staffelbewerbs. Genauso wie es den speziellen Reiz der Bundesländerstaffel ausmacht, plötzlich vereins- und altersklassenübergreifend Daumen zu drücken und anzufeuern.
Um 14.50 versammelten sich die Startläufer in der Wechselzone, knapp vor 15 Uhr wurde die Position bei den Karten eingenommen. Der Countdown wurde gezählt, der Startböller ließ sich jedoch eine Sekunde länger Zeit.
Karte schnappen, Gas geben und im Pulk Position beziehen. Und schon hetzte die Meute in den Wald.
Auf der ersten Teilstrecke matchten sich die Damen19- mit den Jugendlichen H-16 und den mittleren Senioren H45-. Und dieses Duell ging klar an die Jugend: mit Christian Wartbichler (Salzburg 3), Erik Simkovics (Wien 3) und Wolfgang Siegert (Wien 2) blieben gleich 3 Jugendläufer vor der schnellsten Dame Lucie Böhm (Salzburg 1) und dem Senior Claus Hermann (Niederösterreich 9).
Da die Reihenfolge der nächsten beiden Teilstrecken B (H-14, D-16) und C (D17-18/D35-/H55-) bei den Staffeln mit gerader Startnummer vertauscht waren, war nun ein direkter Vergleich nur bedingt möglich. Auf jeden Fall aber verbesserte sich Simon Arbter (Wien 1) gleich um 9 Plätze und übergab als erster an den dritten Staffelläufer!
Das erhebende Gefühl als erste aus dem Wald zu kommen konnte in Folge auch Elisa Elstner (Salzburg 1) verspüren, als sie an den vierten in der Runde Philip Wiesberger übergab. Dieser baute auf der D-Strecke (H-18, H35-) den Vorsprung auf fast 2 Minuten aus, auch wenn der Verfolger durch eine starke Leistung von Peter Bonek plötzlich wieder Wien 1 hieß.
Mit Norbert Helminger brachte Salzburg 1 schließlich die schnellste Staffel mit 5 Minuten Vorsprung ungefährdet ins Ziel. Dahinter überholten Thomas Krejci (Steiermark 1) und Jürgen Egger (Steiermark 2) den vor ihnen gestarteten Franz Helminger (Wien 1) und sicherten damit der Steiermark eine gute Ausgangsposition auf den Gesamtsieg. Mit Platz 4 und 5 war aber Wien in Lauerstellung gegangen, das Warten begann.
Beim Kampf um Platz 6 matchten sich Felix Breitschädel (Salzburg 3) und Markus Buchtele (Kärnten 2), Felix hatte schließlich um 4 Sekunden die Nase vorn. Noch enger wurde der Einlauf zwischen Felix Meitzer (Wien 3) und Pierre Kaltenbacher (Niederösterreich 9). Mit 1 Sekunde Vorsprung blieb Wien voran und hatte somit als erste drei Staffeln im Ziel. Gratulationen vom Platzsprecher zum Sieg waren aber verfrüht. Denn schon am 10.Platz folgte Thomas Hudax (Steiermark 4) und fixierte somit den Sieg in der Gesamtwertung, bei der die Platzierung der drei besten Staffeln jedes Bundeslandes zählte:
Gesamtwertung:
1. Steiermark 2 + 3 + 10 = 15
2. Wien 4 + 5 + 8 = 17
3. Salzburg 1 + 6 + 15 = 22
4. Niederösterreich 9 + 19 + 20 = 48
Burgenland 13 + 14 + 21 = 48
6. Kärnten 7 + 25 + 32 = 64
7. Oberösterreich 29 + 37
8. Tirol 35
Auch diesmal gab es im Ziel wieder einige lange Gesichter, als sich beim Einlesen des Chips herausstellte, dass eine Fehlstempelung vorlag. Insgesamt 9 Staffeln wurden dadurch aus dem Rennen geworfen. Aber Staffelbewerbe haben nun einmal eigene Gesetze.
Am Sonntag folgte bei wechselndem Wetter der 3.Ranglistenlauf. Das Zielgelände blieb gleich, diesmal wurde aber die gesamte Karte Stockerwald-Brühwald ausgenutzt. Da es sich dabei aber um zwei relativ kleine, aber in Bereichen sehr interessante und detailreiche Waldgebiete handelte, mussten die langen Bahnen mit einigen Überkreuzungen rechnen. Für die Herren-Elite war überhaupt ein Kartenwechsel angesagt. Trotzdem wurden manche Kategorien gleich am Anfang mit einer längeren Teilstrecke überrascht. Aber auch kurze Startstrecken waren nicht zu unterschätzen und die Anzahl der Läufer und Läuferinnen, die gleich am Weg zum ersten Posten patzten, lassen sich an einer Hand gar nicht mehr abzählen.
Auch ohne Bike flott unterwegs ...
Zu den "Opfern" des ersten Posten zählte an diesem Tag auch Lisi Hohenwarter (Leibnitzer AC) und ließ dort gleich eine Minute auf Juniorin Karin Leonhardt (TV Fürstenfeld) liegen. Diese nutzte die Gunst der Stunde, vermied gröbere Fehler und sicherte sich Platz 3 vor Anita Seeböck (HSV Wr.Neustadt) und Brie Gschöpf (WAT), die zu Posten 8 einen kapitalen 4-Minutenfehler machte. Aber fehlerfrei blieb an diesem Tag sowieso kaum wer. Aber Fehler können auch wachrütteln: denn nachdem Lisi Hohenwarter auch bei Posten 11 im Grabengewirr des Brühwalds nochmal 1,5 Minuten liegen gelassen hatte, legte sie plötzlich eine Bestzeit nach der anderen vor. Sie konnte wohl ihren Rückstand von dreieinhalb auf eine Minute verringern, aber Michaela Gigon (OLT Transdanubien), die schon bei der ÖM in Eberndorf mit Platz 3 zeigte, dass sie auch ohne MTB verdammt flott unterwegs sein kann, war an diesem Tag nicht mehr zu biegen. Somit Sieg für Michaela Gigon vor Lisi Hohenwarter und Karin Leonhardt.
7 Sekunden Vorsprung
Bei den Herren entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Norbert Helminger (ASKÖ Henndorf) und Jan Zazgornik (HSV Baden), für den es der erste Ranglistenlauf in diesem Jahr war. Jan setzte sich immer wieder mit Streckenbestzeiten an die Spitze, um kurz danach wieder durch eine falsche Streckenwahl oder durch einen Fehler zurückzufallen. Posten 24 von 26, knapp 82 Minuten Laufzeit in den Beinen. Norbert und Jan stempeln sekundengenau gleich. Doch diesmal hat Norbert das Glück auf seiner Seite, den längeren Atem und mit Markus Lang (HSV Pinkafeld) einen Ex-Junior hinter sich, der ihm beim Schlusssprint gehörig einheizt: mit 7 Sekunden Vorsprung kommt Norbert Helminger ins Ziel und gewinnt den Lauf, Jan wird 2. Als dritter sichert sich Thomas Krejci (TV Fürstenfeld) noch einen Podestplatz.
Bei der Siegerehrung, die Thomas Mühlbacher zusammen mit dem steirischen Präsidenten Gerfried Hoch abwickelte, gab es wieder großartige Preise. Die Sieger in den Alterskategorien konnten sich - wie im Vorjahr - über einen prall gefüllten Warenkorb freuen. Kein Wunder, dass es sich diesmal besonders auszahlte, am Podest ganz oben zu stehen. Aber auch für die Zuschauer, die trotz der etwas langen Siegerehrung diesmal sehr zahlreich aushielten, lohnte es sich, denn eine stattliche Anzahl von Warenpreisen lockte, die unter allen anwesenden Teilnehmern verlost wurden! Vor allem der Jahresbedarf an Murauer-Bier stellte den Höhepunkt und gleichzeitig den Schlusspunkt eines sehr gelungenen Wochenendes dar. Es bleibt ein großes Danke an die Veranstalter und all die vielen Helfer zu richten, die dieses schöne Wochenende ermöglichten. Aber wie bereits am Anfang erwähnt: "Steirermen san very good..."
Links:
Ergebnisse
Fotos, Fotos, Fotos ...
Homepage NF Lok Steiermark
Karten:
Bundesländerstaffel Teilstrecke B (426 kB)
Bundesländerstaffel Teilstrecke E (447 kB)
3.RL Damen Elite (446 kB)
3.RL Herren Elite 1.Teilstück (442 kB)
3.RL Herren Elite 2.Teilstück (370 kB)
Ein Bericht von
Erich Göschl
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