Ergebnisse (Zusammenfassung) des Trainerrats
am 28.8.2004 auf der Hebalm
Am Samstag 28.8. d.J. fand im GH Fichtenhof auf der Hebalm (im Rahmen des ÖFOL-Jugendkader-Kurses) ein Trainerrat organisiert von der Ausbildungskommission mit vielen beteiligten, kompetenten Trainern und ÖFOL-Funktionären statt. Hierbei wurde neben einer "Fact-Finding-Mission", auch eine umfassende Diskussion geführt.
Ich möchte hier in Kurzform die wichtigsten Ergebnisse wiedergeben, da dies doch wichtige Punkte im Bezug auf die Durchführung der Jugendleistungsklassen darstellen.
Konkrete Wünsche der Jugendkaderverantwortlichen sollen im Herbst dem ÖFOL zur Beratschlagung bzw. Beschlussfassung vorgelegt werden.
Hauptthema dieses arbeitsintensiven Abends waren Jugendleistungsklassen und Bahnen, wobei v.a. eine Standortbestimmung (Feststellung des "Status Quo") zu Meetingbeginn durchgeführt wurde. Loben möchte ich an dieser Stelle v.a. die Diskussionskultur und das diziplinierte Verhalten im Umgang andersdenkender Sportfunktionäre, wobei alle Tagesordungspunkte sachlich und ohne persönliche Angriffe abgehandelt werden konnten.
Bedeutendster Punkt ist die Modifizierung der Aufstiegskriterien von den Standardklassen in die Leistungsklassen noch während eines Wettkampfjahres, soferne die Qualifikationskriterien für das nächstfolgende OL-Jahr schon vorzeitig erbracht wurden. [Derzeit ist es ja nicht möglich, das Jugendliche die im Frühjahr in ihren Standardklassen dominiert hatten, vorzeitig in die Leistungsklassen aufzusteigen]
Ein weiteres Ergebnis dieses Abends ist ein Appell an alle österr. Bahnleger von ÖFOL-Berwerben, sich v.a bei der Differenzierung der Bahnlegung zwischen Jugendleistungsklassen-- und Standardklassen-Bahnen größte Mühe zu geben und sich ihrer bahnlegerischen Verantwortung diesbezüglich bewußt zu werden.
Jugendbahnen (sowohl Leistung als auch Standard) sollten als eigenständige Bahnen, möglichst als Erstes oder direkt nach Elite und H/D-10-Bahnen zu Beginn eines BL-Jobs erledigt werden. Andere Klassen mögen dann diesen Bahnen zugeordnet werden [z.B. H/D-Seniorenbahnen zu bereits bestehenden Jugendbahnen zuordnen und nicht umgekehrt].
Mehrere Landeskaderbetreuer bestätigten die positiven Einflüße der heuer eingeführten Leistungsklassen(bahnen) für die Kaderläufer. In persönlichen Gesprächen mit den Jugendlichen wurde der Eindruck gewonnen, daß bei internationalen Einsätzen heuer erstmals keine Überbelastungen sowohl im physischen als auch psychischen Bereich vorhanden waren. Dies könnte der erste positive Einfluß von schwierigeren Leistungsklassenbahnen sein. Vor allem aber wurde durch die Einführung ein wichtiger mentaler Schranken geöffnet (Hemmschwelle abgebaut), der bis jetzt bei der Bewältigung von selektiveren int. Bahnen bei den meisten Jugendlichen existiert hat. Bei der Jugend-EM in Henndorf wurden die doch sehr selektiven Bahnen nicht mehr so dramatisch schwer empfunden, wie dies in den Jahren zuvor meist der Fall war.
Im gleichen Atemzug wird von Vereinsfunktionären auch erwähnt, das die Standard-Jugendklassen v.a. für nicht so erfahrene Jugendliche nun viel motivierender sind, da sich der Rückstand zu den Klassenbesten in überschaubaren Grenzen hält. Dies wirkt sich bei vielen Jugendlichen in weiterer Folge wieder leistungsfördernd aus, da die Jugendlichen den Vereinen durch neue Motivation, so eher erhalten bleiben.
Ein weiteres wichtiges Thema: die Siegerzeiten bei den RL-OLs im Frühjahr.
Diese mit 55min (lt. WO) vorveranschlagten SZ, wurden bei den bisherigen Läufen in fast allen Leistungsklassen zumeist beträchtlich unterschritten. (Im Schnitt 40-45min SZ). Dieses Maß (45min) als Siegerzeit, sollte unbedingt beibehalten werden, war der einheitliche Tenor aller Jugendfunktionäre. Das Leistungsniveau, - welches man am Besten mit dem Kilometerschnitt der Klassenbesten ausdrücken kann -, ist in den Leistungsklassen äußerst hoch. Wollte man die geforderten 55min erreichen, so müßte man bereits unverhältnismäßig lange Bahnen legen, was man dann diesen Jugendlichen doch wieder nicht zumuten will.
Ein weiteres großes Anliegen der Jugendkaderverantwortlichen ist auch eine für diese Klassen sinnvolle Startintervallregelung.
Anstatt der jetzt geltenden Regelung von 2min Startintervall sollte dies zumindest 3min in den Jugendleistungsklassen sein. Wie sich im Frühjahr praktisch gezeigt hat, besteht bei 2min eine erhöhte Wahrscheinlichkeit des Eingeholtwerdens und darausfolgend, des Nachlaufens. Aus Analysen der Streckenteilzeiten hat sich erwiesen, das 1-2min Fehler bei Jugendlichen recht häufig sind, Fehler über 3min jedoch eher seltener vorkommen.
Eine weitere Problematik wurde diesmal nur kurz angeschnitten und muß sicherlich im Laufe des restlichen heurigen und des nächsten Jahres gründlicher bearbeitet werden: die Weiterführung des Leistungsklassenprinzipes für höhere Jugendklassen (H/D17-18). Hierzu wären Ideen zu finden und Maßnahmen auszuarbeiten bezüglich einer vom Schwierigkeitsgrad her max. "mittelschweren" (per def.) OL-Bahn (Klasse) für ältere Jugendliche, die von den 15-16Standardklassen aufsteigen und denen die technischen Anforderungen in einer techn. "schweren" (per def.)17-18-Bahn nicht zugemutet werden sollten. Als Anregung wurde hier die Einführung einer H17>>>>Fun-Klasse angeregt. Diese Klasse könnte vom Leistungsniveau der früheren B-Kategorie entsprechen und wäre zeitmäßig etwa zwischen H21 Kurz und H21 Lang anzusiedeln (50-55min), wobei der Schwierigkeitsgrad maximal Mittelschwer wäre; wogegen H21L+K eher den Schierigkeitsgrad "Schwer" haben (Elite natürlich "sehr schwer" / per def.).
Man könnte diese "Jugend-B" Klasse (z.B. H17-20 "B" ) auch gleichzeitig als "B-Klasse" der Senioren (H35>> bis oben offen) einführen. Man könnte mit einer solchen Maßnahme auch die tw. überfüllte H21Kurz lichten, da manche Senioren dann auf diese kürzere und einfachere Strecke wechseln dürften. [Bezügl. Wertungssystem für den Vereinscup würden die Sieger einer solchen Klasse mit einer Ausgangsbasis von 80%-Punkten gewertet werden]
Festzuhalten wäre zum Schluß noch, daß die Veranstalter von RL-Ols und ÖMS diese Einführung von 4 zusätzlichen Jugendleistungsklassen nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Bereicherung der heimischen OL-Szene sehen mögen. Ebenso solle dies bei einer eventuellen Modifizierung der "B-Klassen" gesehen werden
Seite der Ausbildungskommission
für die Ausbildungskommission
Michael Melcher
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