Saisonvorbereitung im Hochleistungssport
Seit dem letzten Jahr versucht man im Heeresleistungssportzentrum in Seebenstein im Ol-Sport in Österreich neue Wege zu gehen. Auch im OL in unserem Lande hat man erkannt, dass man sich ohne professionelles Umfeld keine Leistungssteigerung erwarten kann.
Durch die Integration von Manfred Zeilinger als ständigen Trainingsberater im Kraftausdauerbereich ist es mittlerweile gelungen ein Umfeld zu schaffen, welches für österreichische Verhältnisse wirklich vorbildlich funktioniert. Durch sein großes theoretisches und praktisches Fachwissen im Kraft- und Ausdauerbereich ist er auch wesentlich für die Aufbruchstimmung unserer Heeresleistungssportler, neben den beiden hauptverantwortlichen OL-Trainern Markus Kössler und Richard Schuh, mitverantwortlich.
Unser Motto: Traditionen über Bord werfen, Neues erforschen und "Neuem" eine Chance geben bzw. Altbewährtes ständig zu perfektionieren versuchen.
Unsere Arbeitsgrundlage ist den Unterschied "vom reinen Läufer hin zum Oler", Bahn, Asphalt, befestigte Wege, Querlauf-Steigung direkt für alle Fußorientierungslaufdisziplinen zu erarbeiten.
Die Zusammenarbeit mit dem IMSB-Südstadt und dem Heeresspital in Wien für die OL-spezifischen Steigungstests hat sich bereits bestens bewährt. Neu kommt ab dem heurigen Frühjahr ein Ausdauerprojekt mit der UNI Wien dazu.
Die Vorbereitungsperiode I ist abgeschlossen - welche Ziele wurden dabei verfolgt?
Nach 3 Wochen Übergangsperiode ging die Vorbereitung für die heurige OL Saison los. Die VP I begann am Montag, dem 10. November 2003 und wurde am Sonntag, dem 1. Februar 2004, beendet. Unser Ziel war es die Laufgeschwindigkeit unter Berücksichtigung der Kraftausdauer-Komponente im mittleren Intensitätsbereich und die Sauerstoffaufnahmefähigkeit zu erhöhen.
Motto: Immer wieder nachjustieren, immer wissen wo wir stehen - Systemfehler ausmerzen - das Training optimieren.
Gesamtbelastung: + / - individuell auf jeden einzelnen den Umfang - Intensität - Höhenmeter abstimmen
Trainingsprinzip: Beim so genannten Stufentraining (extensive Intervallläufe im Gelände im A1 - A2 - A3 - A1 - A2 - A3 über jeweils 2000m) wurden alle Leistungssportler bezogen auf Puls-Geschwindigkeit-Laktat getestet. Dieses Stufentraining wurde alle drei Wochen bis über die anaerobe Schwelle absolviert - dadurch kam es auch durch die ständige Datenerfassung zu einem Längsschnitt bei jedem Athleten.
Ziel: die Erkenntnisse von diesen Feldtests ins weitere Training einfließen zu lassen. Dadurch ergaben sich immer wieder bestimmte Trainingsempfehlungen fürs weitere Training.
In dieser VP I wurden auch, wie in den letzten Jahren, große Umfänge mit dem Trainingsmittel Schilanglauf absolviert, wobei prozentuell gesehen mehr Wert auf die Klassische Technik als auf die Skating Technik gelegt wurde. Insgesamt wurden 4 Wochen Trainingskurse und weitere 15 Trainingstage im Schilanglaufzentrum St.Jakob/Walde durch Schilanglauf abgedeckt. Die Höhenlage von ca. 1100m und das ständige bergauf und -ab Gelände der Jogllandloipe in St.Jakob wurden, wie bereits auch im letzten Jahr, optimal für eine notwendige sinnvolle Ganzkörperentwicklung für den OL-Sport genützt.
Ein weiteres Ziel war es das Trainingsmischverhältnis (Laufschule - Steigerungsläufe -
Kraftausdauerkomponente auf OL bezogen) ideal abzustimmen.
Kraftausdauertraining ist im Laufbereich (OL) unbedingt notwendig weil:
- die Stützmuskulatur keine Defizite haben darf
- Kraftausdauertraining mit Lakatatverträglichkeit (in Zirkelform) praktiziert werden muss
- Sprungschritte mit einer anderen Gelenksituation gleichzusetzen sind
- Steigungsläufe bergauf eine bessere Laktatverträglichkeit zur Folge haben
- die Verwendung unterschiedlicher Trainingsmittel einfach unerlässlich ist
Zusammenfassung Krafttraining: Mit Zirkeltraining beginnend bis hin zu sportartspezifischen Sprungschritten (Kraftausdauer). Weiters Test-Querläufe und Steigungstests bis hin zur Wettkampfphase.
In der letzten Woche wurde die VP I mit dem 2. Steigungstest im HSP in Wien-Stammersdorf abgeschlossen. Die dabei von unseren Ol-Heeresleistungssportlern erbrachten Laufleistungen bei 5 Prozent Steigung haben die Erwartungen des gesamten Trainer-TEAMs bei weitem erfüllt. Im mittleren Geschwindigkeitsbereich wurden beachtliche Laktatverbesserungen bei jedem einzelnen Athleten erzielt, was auch als notwendiges ZWISCHENZIEL vom Trainingsberater Manfred Zeilinger vor Beginn der VP I vorgegeben wurde.
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Steigungstest im HSP
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Michael Stroi
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Martin Lang
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Martin Pongratz
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Tobias Breitschädel
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Gernot Kerschbaumer
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Stephan Seeböck
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Trainingsphilosophie im Ol-HLSZ-11 in Seebenstein:
" Ich bin eigentlich müde - aber es wäre noch etwas gegangen. "
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Grafik vom letztem Steigungstest im HSP
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Vorschau VP II:
Endziel: Im Bereich der anaeroben Schwelle ca. 4mmol Laktat bis zu
einer Stunde im Gelände laufen können.
Training in der Sonne für Laufgeschwindigkeit - Schrittlänge - Frequenz - bis hin zum skandinavischen Querlaufen plus Beginn mit Ol - spezifischen Techniktraining.
Test-Querlauf: Arbeitsgrundlage war es eine Teststrecke zu kreieren, welche für alle Fuß Ol-Disziplinen notwendig ist. Vom Sprint-OL beginnend über die Middle - Staffel bis zur Long Distance. Diese Teststrecke musste auch alle Bodenbeschaffenheiten und Steigungen aufweisen und einen auswertbaren Ablauf gewährleisten, wobei während des Durchlaufens dieser 3 Kilometer Teststrecke zwischendurch mittels Sportident gestempelt werden muss. Weiters muss diese 3km lange Teststrecke jederzeit so markierbar sein, dass jeder Athlet jederzeit die exakt gleiche Teststrecke (ohne Umwege) laufen kann.
Steigungstest: In der VP II wird es auch für die weitere Zukunft als notwendig empfunden einen Testlauf als Steigungsstrecke für internationale Ol-Wettkämpfe mit vielen Höhenmetern einzuführen. ( WM 2003 Schweiz ).
Laut Vorgabe Manfred Zeilingers mit Absprache von Ramon Baron (UNI-Wien) soll diese Steigungsstrecke ca. 4000m lang sein. Die erste Hälfte sollte leicht kupiert sein und der zweite Teil sollte eine einigermaßen gleichmäßige Steigung aufweisen. Auch eine solche zukünftige Teststrecke wurde im Raum Seebenstein gefunden, nämlich hinauf auf den Türkensturz.
Vorschau in die Zukunft: Bereits ab dem kommenden Frühling - Sommer solle ein in der Ausbildung stehender zukünftiger Leistungsdiagnostiker für Hochleistungssport seine Diplomarbeit über ein Trainings - und Wettkampf - Testaufwertungssystem mit uns Oler erarbeiten. Dafür notwendige Daten wurden in den letzten 14 Monaten zur Genüge gesammelt.
Ab Mitte des nächsten Jahres hofft man diesen, bis dahin fertigen, Leistungsdiagnostiker für Hochleistungssport als zusätzliche Bereicherung im HLSZ-11 in Seebenstein als weiteren Mitarbeiter im Ol-Umfeld willkommen zu heißen.
Mit Sportgruß
Richard Schuh
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