WOC2004 Langdistanz-Finale: Österreicher unter den Top 30
Västerås (Schweden) vom 11.-19.September 2004
Die Finalläufe über die Langdistanz wurden
am Donnerstag zu einer fast rein
skandinavischen Angelegenheit. Schweden gegen Norwegen gegen Finnland gegen alle anderen war das Match. Sowohl
bei den Damen als auch bei den Herren platzierten sich unter den zehn Besten fast nur Skandinavier. Karolina
Höjsgaard aus Schweden holte sich zu ihrer silbernen Sprint-Medaille die Goldene und damit den
Weltmeistertitel. Hanne Staff aus Norwegen und Marika Mikkola aus Finnland gewannen Silber und Bronze,
während Simone Niggli-Luder mit Blech belohnt wurde. Bei den Herren trumpften dafür die Norweger auf: Gold
für Bjørnar Valstad und Bronze für Holger Hott Johansen, dazwischen mit Silber Mattias Karlsson aus
Schweden. Die Österreicher schlugen sich in dieser schweren Prüfung hervorragend. Andrea Eisl, diesmal von
Beginn an sicher unterwegs erreichte Platz 22, Markus Lang holte bei seinem ersten WM-Auftritt Platz 27 und
erste Weltcup-Punkte.
Das Rennen entwickelte sich nach der Dramaturgie der Veranstalter spannend bis zum Schluss,
starteten doch die stärksten Läufer erst in der Gruppe der letzten 15. Dazu nach nächtlichem Regen strahlender
Sonnenschein, aber zunächst sehr kühle Temperaturen - nicht schlecht für ein Langstreckenrennen. Bei den
Damen ging Andrea als Erste auf die 11 km lange und mit 475 Hm versehene Strecke. Sie hatte von Anfang Karte und
Gelände fest im Griff, wusste stets wo sie war und wo sie hinsollte. Lange Zeit lief sie allein, sah und
hörte keine Konkurrentin. Erst vor dem "Schmetterling" - ab Posten 9 - wurde sie von
der 4 Minuten hinter ihr gestarteten Rumänin Zsuzsa Fey eingeholt. Ab hier gab es zwischen den beiden
Kontakt bis ins Ziel und auch eine mentale Hilfe, nach dem Zuschauerposten in der steilen Schleife der letzten
sieben Posten noch einmal so richtig zu "beißen". Platz 22 heißt das prächtige und
nicht unbedingt erwartete Ergebnis, ist Andrea nach eigener Einschätzung doch im Sprint und in der
Mitteldistanz stärker und lieber unterwegs. Und das beste Langstreckenalter kommt für die 23jährige
Salzburgerin erst - wie man am Alter der Welt- und Fast-Weltmeisterinnen sehen kann. Bei den Herren ging Markus
Lang mit Startnummer 6 ebenfalls früh ins Rennen auf die 17,1 km mit 610 Hm. Der Burgenländer lief lange
Zeit allein, erst ab Posten 18 hatte er zwei Weggefährten: er holte den vor ihm gestarteten
Deutschen Leif Bader sowie einen russischen Läufer, der ihn bei P9 überholt hatte, ein. Allein,
glaubt Markus, wäre er fast schneller gewesen im letzten Abschnitt, der hauptsächlich noch eine
größere Schleife nach dem Zuschauerposten beinhaltete. Offenbar hat Markus, der ebenfalls immer sicher und
kontrolliert unterwegs war, die drei langen Routenwahlen vor P18, speziell die mit 3,5 km längste von P17 nach
P18 sehr gut "erwischt". Die Spitzenplätze machten sich die Nordländer untereinander aus. Bei den
Herren wurde die vom Mitfavoriten Valentin Novikov vorgelegte Zeit von 1:47.48,5 gleich von 2 Norwegern und
einem Schweden deutlich unterboten. Das beste Ende hatte Bjørnar Valstad aus Norwegen für sich, der sich
mit 1:45:25,3 mit 32 Sekunden Vorsprung vor dem Schweden Mattias Karlsson durchsetzte. Da konnten auch
andere Spitzenläufer wie Weltmeister Pasi Ikonen nicht ganz mithalten. Die Plätze 1-12 wurden von
Skandinavier, Russen und Balten belegt. Lediglich Jamie Stevenson aus Großbritannien konnte mit Platz 8
diese Phalanx etwas durchlöchern.
Bei den Damen hätte es vielleicht für Simone Niggli-Luder zur zweiten Goldmedaille
dieser WM gereicht. Hätte, denn - wie Simone im Ziel berichtete - in der ersten Hälfte des Rennens bekam sie
ein Problem mit ihren Haftschalen. Die eingeschränkte Sicht erlaubte ihr eine Zeit lang nur die an ihr vorbei
ziehenden Läuferinnen zur Kenntnis zu nehmen. Mit mehreren Minuten Verspätung kam sie zur Zwischenzeit.
In einer tollen Aufholjagd kam sie an die lange führenden Hanne Staff bis auf 31 Sekunden heran.
Da Marika Mikkola sich mit 6 Sekunden Vorsprung auf Simone zwischen die beiden schob und die als 45. und
Letzte gestartete Schwedin Karolina Höjsgaard mit klarer Bestzeit - eine Minute vor Hanne Staff
- sich an die Spitze setzte, blieb für Simone diesmal nur der "blecherne" vierte Platz. Auch bei den
Damen gingen die Plätze 1-11 an die Skandinavierinnen, wenn man von der Wahl-Skandinavierin Simone
Niggli-Luder auf Platz vier und der Tschechin Dana Brozkova auf Platz 8 absieht.
Eine Besonderheit der Bahnen war der Schmetterling: So hatten z.B. die Herren mit P11 einen
zentralen Posten an zu laufen. Von dort zwei kurze Posten P12 und P13 und dann wieder P11, jetzt als P14.
Dann eine zweite kleine Schleife mit P15 und P16 und wieder P11, jetzt als P17. Das galt für die eine
Hälfte des Feldes. Die andere hatte die beiden Schleifen in umgekehrter Reihenfolge anzulaufen. Damit
versuchten die Bahnleger das Nachlaufen entscheidend zu erschweren - speziell hier, weil von P17 zu P18 die
längste Routenwahl folgte.
Sonnenschein wie diesmal gibt automatisch Pluspunkte für den Veranstalter. Diese
haben die Schweden aber nicht nötig gehabt, die Sache klappte tadellos und war auch für die Zuschauer gut mit
zu verfolgen. Im Zentrum der aktuellen Informationen stand wieder die Videowall, auf der die LäuferInnen bei
den Zwischenzeit-Posten im Gelände beobachtet werden konnten - inklusive eingeblendeter Zwischenzeit: eigene,
die der Konkurrenten, Rang im Zwischenklassement. Der Start erfolgte auch hier auf einer Rampe im
Zielgelände, man erfuhr Name und Land der Läufer und konnte beobachten, wie sie sich auf die Reise machten.
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Markus am Start
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Andrea beim Zuschauerpo.
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Markus beim Zuschauerpo.
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Im Zielsprint: Markus
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Hanne Staff NOR 2.
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Simone Niggli-Luder SUI 4.
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Marika Mikkola FIN 3.
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Valentin Novikov RUS 4.
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Karolina Höjsgard SWE 1.
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Bjørnar Valstad NOR 1.
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Holger H. Johansen NOR 3.
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Mattias Karlsson SWE 2.
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Ergebnisse Langdistanz
Splitzeiten
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Hans Kolar
aus Västerås
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Zielgelände

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