WOC2004: 50%ige Erfolgsrate bei Langdistanz-Qualifikation
Västerås (Schweden) vom 11.-19.September 2004
Die erwarteten harten und knappen Entscheidungen brachten am Sonntag, dem 12.September 2004, die Qualifikationsläufe über die Langdistanz nahe Västervåla / Ängelsberg ca. eine Fahrstunde nordwestlich von Västerås. Bei sehr gutem Laufwetter - trocken, teilweise bedeckt und kühl - war das Damen- und das Herrenfeld auf je drei Heats aufgeteilt. Die jeweils ersten 15 von 35 (Herren) bzw. 26 (Damen) qualifizierten sich für das Finale am kommenden Donnerstag.
|

Andrea Eisl
|
|
Andrea Eisl lief im stark besetzten Heat A und hatte unter anderem die Weltmeisterin Simone Niggli-Luder als Gegnerin. In der Wertung lange als 14. geführt und dann letztlich als 15. noch knapp fürs Finale qualifiziert - die Andrea, nicht die Simone, die wurde 2. - darf als schöner Erfolg gewertet werden. Zwischendurch aber sah es gar nicht gut für Andrea aus, das Finale schien schon außer Reichweite, aber im Schlussabschnitt wurde sie immer schneller und machte doch noch alles klar. Lassen wir sie selbst zu Wort kommen: "Ich startete ganz ruhig weg und versuchte, alles von Beginn an mitzulesen um gut auf die Karte zu kommen. Mein Konzept, sicher zum 1.Posten zu kommen, ging voll auf. Leider patzte ich aber ordentlich zum zweiten Posten. Ungefähr 200m vor dem Posten war ich plötzlich verwirrt und wusste nicht genau wo ich hinlaufen sollte. Ich lief vom Hügel oben in die Mulde zu weit links hinunter, sah dort zwar einen Posten, jedoch nicht meinen. Es kostete mich einige Zeit, bis ich wieder genau wusste, wo ich war. Ich versuchte, mich nach dem Patzer weiter zu motivieren. Noch war nichts verloren. Im feinen Teil machte ich keine Fehler und dann hieß es nochmals im letzten Abschnitt Gas geben. Ich holte einige Läuferinnen ein, was mir Selbstvertrauen gab. Ich fühlte mich bis zum Schluss läuferisch recht gut. Knapp und mit nur einem Fehler zum zweiten Posten konnte ich mich noch qualifizieren. Ziemlich hart also ...".
|
|
Markus Lang lief im Heat C und schaffte es knapp aber doch relativ sicher sich mit einem 14. Platz zu qualifizieren. Markus über seinen Lauf: "Vom Start weg lief es nicht ganz nach meinen Vorstellungen. Zum ersten Posten, eine ungefähr 1 km lange Teilstrecke, hatte ich leichte Schwierigkeiten meine Route zu laufen und machte einen etwa 2-Minuten-Fehler zum Posten. Danach kam ich immer besser in meinen Lauf und es ging darum noch das Beste aus dem Lauf herauszuholen. Dem eher grob strukturierten ersten Teil folgte eine Schleife in einem sehr detailreichen, feinen Gebiet. Mit etwas reduzierter Geschwindigkeit, aber mit dem Vorteil immer ganz genau zu wissen wo ich gerade unterwegs bin, war auch dieser Abschnitt fehlerfrei absolviert und es ging dann ziemlich direkt zurück Richtung Zielgelände. Der letzte Teil war dann wieder eher ‚zum Laufen', es galt, nur die letzten Posten im Grünen sicher anzulaufen und nichts mehr zu riskieren. Nach 69 Minuten im Ziel angekommen, wusste ich noch nicht wo ich mit meiner Zeit stehe. Erst in den letzten Minuten rückte der A-Final-Einzug immer näher, bis schlussendlich der Sprecher mit der Verkündung der 45 'Auserwählten' meinem Zittern ein Ende setzte.".
|
|

Markus Lang
|
|

Pechvogel Gernot Kerschbaumer
|
|
Weniger glücklich waren verständlicherweise die anderen - nicht qualifizierten - 50% der vier gestarteten ÖsterreicherInnen. Gernot Kerschbaumer - im Heat B gestartet - berichtete von Unsicherheiten bei Posten 3, 4, 7 und beim vorletzten vor dem Ziel. Trotzdem oder vielleicht deshalb legte der bekannt gute Läufer einen sehr flotten Zielspurt auf den letzten paar hundert Metern hin. Und es wäre sich für den "Ersatzmann" (für Jan Zazgornik) fast noch ausgegangen: Platz 16 mit nur 2 Sekunden Rückstand auf den begehrten 15. Rang. Aber knapp daneben ist leider auch vorbei. Das gilt nicht nur für diese Quali sondern für Gernot für die gesamte WM, da er nur für die Langdistanz vorgesehen war. Sein deshalb so formuliertes Ziel: "Langdistanz-A-Finale 'muss' her, weil sonst die WM schon vorbei ist, bevor sie begonnen hat!" ist damit nicht erreicht. Jetzt hat er dafür mehr Zeit, sich den "social events" zu widmen, mehr von Land und Leuten zu sehen. Dennoch ist es ein Achtungserfolg für den Ex-Junior, der heuer sein erstes Jahr in der Elite läuft und in den letzten Monaten mehrfach vom Verletzungspech verfolgt wurde.
|
|
Als letzter der Österreicher gestartet schaffte es Norbert Helminger im Heat A auch nicht. Der Platz in der Feldmitte (Rang 18) schaut zwar nicht schlecht aus, aber ist halt doch 3 Ränge hinter dem Quali-Ziel, auch wenn es nur rund eine Minute Rückstand war. Dabei war er mit seinem Lauf im Großen und Ganzen zufrieden - während des Laufes. Erst zum Schluss machte er einen Fehler. Die Analyse ergab, dass Norbert kontinuierlich Zeit verlor. Zu sicher gefühlt? Zu sehr auf Sicherheit gelaufen? Zu viel - oder zu langsam - mitgelesen? Norbert wird das heute nicht mehr ergründen, der Lauf ist für ihn abgehakt, er konzentriert sich jetzt auf die Qualifikation über die Mittel-Distanz.
|
|

Norbert Helminger
|
Am Montag vormittag gilt es, für Norbert Helminger, für Pierre Kaltenbacher und für Felix Breitschädel die Daumen zu halten. Sie starten in der Qualifikation über die Mittel-Distanz.
Das Resümee vom 1.Wettkampftag lässt sich so formulieren: Achtbar geschlagen haben sich alle, das Glück war nur der Hälfte hold. Also Licht und Schatten, wie das Wetter - es hat am Nachmittag geschüttet. Wie es morgen werden wird (auch das Wetter)?
Ergebnisse Langdistanz-Qualifikation
Homepage WOC2004
Übersicht WOC-Berichte
Hans Kolar
aus Västerås
|
|

Platz 2 in ihrem Vorlauf für Simone Niggli-Luder (SUI)

Zielarena

Zuschauer

Simone Fauner (ITA) führt beim Zielsprint ein Pulk von Läufern an

Gunilla Svärd (SWE) schafft Platz 3 im Vorlauf
|