WOC2004: Mitteldistanz-Qualifikation: OL auf höchstem Niveau
Västerås (Schweden) vom 11.-19.September 2004
Sauschwer, nur "leicht" für die Besten der Besten und eine österreichische Finalqualifikation durch Norbert Helminger - das war die Mitteldistanz-Qualifikation.
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Ausschnitt der Warm-Up Karte
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Die Qualifikationsläufe fürs Finale der Mitteldistanz wurden die erwartete große Herausforderung. Bereits die warm up-Karte zeigte, dass hier nur diejenigen in guter Zeit durchkommen werden, die von Beginn an mit voller Konzentration bei hohem Lauftempo die feinen Details mitlesen und im Gelände erkennen können. Tatsächlich war es dann noch schwieriger, weil der weiß gezeichnete Hochwald für mitteleuropäische Begriffe "grün" war, mannshoher Bewuchs verwehrte den Überblick im Gelände. Es dürfte auch für schwedische Verhältnisse ein besonders schwieriger Wald sein. Unter diesen Bedingungen konnten die Nordländer ihren Heimvorteil voll ausspielen, auf den Spitzenplätzen rangierten sowohl bei den Damen als auch bei den Herren fast ausnahmslos Skandinavier, Russen, Balten. Von den Mitteleuropäern waren nur jene in der Spitze vertreten, die Skandinavien zur zweiten Heimat gewählt haben, wie die Weltmeister Simone Niggli-Luder und Thierry Gueorgiou.
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Simone Niggli Luder
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Thierry Gueorgiou
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Hanne Staff
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Klaus Schgaguler
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Auch der Rettungsanker für schwächere oder "in Not" geratene Läufer - das Nachlaufen - war nicht wirklich möglich. Dafür sorgte der Austragungsmodus: Es gab wieder je drei Heats für Damen und Herren, wobei immer drei Läufer - je einer in einem anderen Heat - gleichzeitig starteten. Nur - wer in welchem konnte aus der Startliste nicht herausgelesen werden, ähnlich wie bei einer Staffel.
Die drei Vorläufe der Herren waren mit je 33, die der Damen mit je 28 Startern besetzt. Für die A-Finalqualifikation musste ein Platz unter den ersten 15 erreicht werden. Dies gelang Norbert Helminger, der mit einem 7. Platz das sicher schaffte, wobei "Sicherheit" eine relative Sache ist, lagen doch in seinem Heat B zwischen dem Sieger Thierry Gueorgiou und dem 15. Tilo Pompe aus Deutschland lediglich 5:52,7 Minuten, Norbert hat auf den 15. einen Vorsprung von 2:18,1. Ein gröberer Fehler - man ist weg vom Fenster.
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Startposten der Herren-Strecken: 31 - Norbert, 34 - Pierre, 35 - Felix
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Das mussten leider die drei anderen Österreicher erfahren: Andrea Eisl startete übernervös und verlor gleich zum ersten Posten an die zehn Minuten. Dann ging's gut weiter, aber zu viel Zeit war verloren, 8 Minuten fehlten auf die Quali, 8 Minuten die in diesem Bewerb eine kleine Ewigkeit sind (bei einer Siegerzeit von 25 Minuten). Felix Breitschädel verlor ebenfalls zum ersten Posten Zeit, 6 Minuten "nur", nochmals motiviert lief er weiter, aber genau diese 6 Minuten waren es im Ziel zuviel für das A-Finale - Platz 21. Pierre Kaltenbacher hatte ebenfalls bei den ersten Posten Probleme, verlor mehrmals Zeit. Eine Zwischenkalkulation ergab: no chance für die Qualifikation - er beendete sein Frustrennen bei der Hälfte.
Wie erlebten die Läufer ihren Wettkampf?
Pierre: Zu P1 wurde ich gleich von einem Polen eingeholt, wir fanden dann den Posten gemeinsam, bei P6 war dann auch der russische Spitzenläufer Misha Mamleev da, ich wusste nicht genau, ob Mamleev meine Bahn hatte (was tatsächlich der Fall war), bei P7 sah ich gleich einen Posten, dachte nach der Postenbeschreibung kann es nicht meiner sein, suchte woanders meine Felswand und kam schließlich drauf, dass der zuerst gesehene Posten doch meiner war. Zu P8 nahm ich zuviel Risiko, hatte dabei ein 400m-Teilstück mit Null Höhenmeter und im weiß und etwas grün gezeichneten Wald nach vorne keine Sicht wegen des doch sehr dichten Unterwuchses. Bei P8 kalkulierte ich, dass der Rückstand schon etwa 8 Minuten betragen dürfte und rechnete mir keine Chance aus, dies im letzten Drittel der Bahn noch entscheiden reduzieren zu können - ich hätte einen 3er-Schnitt laufen müssen... - Aufgabe! Aber am Mittwoch, beim Sprint, will ich es noch einmal wissen!
Andrea: Ich war am Start total nervös und ging langsam weg, weil ich wusste, dass es verdammt "zach" werden wird und ständig Richtung und Kompass zu kontrollieren ist. Ich habe aber keine richtigen Anhaltspunkte gefunden, das Gelände war für mich total diffus, verzweifelt suchte ich nach Auffangmöglichkeiten. Der Rest (nach P1) war dann ein guter Lauf mit guten Zwischenzeiten, aber zu Beginn habe ich über 10 Minuten verloren. Enttäuscht bin ich schon, die Mitteldistanz wäre mein Hauptziel gewesen, weil ich sie besonders mag, aber das Gelände war doch diffuser als erwartet.
Felix: Ich hatte mir ein Konzept zurecht gelegt für den ersten Posten, konnte das aber nicht ganz durchziehen, habe in Postennähe keinen Auffangpunkt gefunden. Zuerst - weil ich mich in Postennähe glaubte - investierte ich 30 Sekunden in eine Suchschleife, dann erst suchte ich einen markanten Punkt, von wo ich den Posten fand. Ich motivierte mich erneut, sagte mir, es ist noch nichts verloren, es geht noch. Es war dann in Folge ein gutes Rennen, aber am Anfang habe ich 6 Minuten verloren. Mich stört, weil ich mein Konzept nicht durchziehen konnte und es ist bitter, bei der WM so einen Aussetzer zu haben. Im Trainingskurs hätte ich auf so einen Aussetzer reagieren können, aber heute... Ich weiß, dass ich es kann und will daher nicht so aufhören. Für den Sprint bin ich voll mitiviert.
Norbert: Ich hatte einen sicheren Lauf, keine Fehler, nur mehrere kleine Hacker zum Schluss. Ich bin recht zufrieden, läuferisch war ich nicht so schnell aber das Orientieren war OK. Ich bin mit dem schwierigen Gelände gut zu recht gekommen - das wusste ich aber schon vorher. Pasi Ikonen (Weltmeister aus Finnland), der kurz hinter mir gestartet ist, habe ich erst beim drittletzten Posten gesehen. Dort hatte ich eine kurze "Pause". Damit habe ich ihn die längste Zeit auf Distanz gehalten. Für die Mitteldistanz habe ich mir mehr als für die Langdistanz ausgerechnet, daher bin ich auch nicht so enttäuscht, dass ich gestern mich nicht qualifiziert habe. Das Finale erwarte ich als extrem anspruchsvollen Lauf, wahrscheinlich wird der Bewuchs nicht so dicht sein, dafür aber das Lauftempo höher, was die Sache noch schwieriger macht.
Die Betreuer Richard und Wolfgang: Man hoffte, dass auch Felix und Pierre im Finale sein würden, wie wohl schon beim Start klar war, dass es wahnsinnig schwer sein wird. Norberts Leistung überrascht nicht, er ist in solchem Gelände auch in Österreich der Beste. In den Trainingslagern in Skandinavien hat man alle in dieser Richtung vorhandenen Gebiete belaufen, aber für heute haben sich die Schweden offenbar ein besonderes "Zuckerl" aufgehoben - auch andere Nationen hatten große Probleme, was aber kein Trost ist. Trotz Enttäuschung gilt: Die Karten werden im Finale neu gemischt, vielleicht kann Norbert seinen 24. Platz vom Vorjahr in der Schweiz wiederholen oder unterbieten - er hat in der Schweiz einen möglichen 15. vergeben.
Ergebnisse Mitteldistanz-Qualifikation
Karte Mitteldistanz-Qualifikation (303kB)
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Hans Kolar
aus Västerås
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Österreichs "Medizinfrau" Thea Lillehov

Anzeigetafel im Zielraum

Schwedische Fans beim Feiern

Rika Tajina (JAP)

... und der Fanclub des WOC2005-Veranstalters
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