WOC2004 Die Staffel ist immer ein Publikumshit - vor allem wenn in Schweden Schweden Weltmeister werden
Västerås (Schweden) vom 11.-19.September 2004
Diese 21.
Orientierungslauf-Weltmeisterschaft fand am Sonntag Vormittag mit den Staffelrennen ihren Abschluss. Staffeln sind meist eine spannende Sache, diese waren es nicht minder. Vor allem Schweden und Norwegen kämpften um die Medaillen, aber auch Russland und Finnland waren voll involviert. Die anderen kämpften um die Plätze. Auch die Österreicher. Und das sehr erfolgreich. Weltmeister bei den Damen wurden die Schwedinnen vor Finnland und Norwegen, bei den Herren Norwegen vor Russland und Schweden. Österreichs Herrenstaffel - bei den Damen waren wir nicht vertreten - erreichte mit dem 15. Platz ein ausgezeichnetes Ergebnis. Damit wurde der 16. Rang von Schweiz/2003 übertroffen - im nordischen Gelände ist diese Verbesserung noch höher zu bewerten als es zahlenmäßig scheint.
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Herren Staffel Start
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Pünktlich um 11:35 ging bei den Herren die Post ab. 34 Staffeln machten sich auf die Reise, um die Weltmeister zu ermitteln. Mitten drin Gernot Kerschbaumer, der versuchen sollte, dran zu bleiben und mit einer guten Platzierung zurück zu kommen. Das Ziel der Österreicher: Platz 16 von der Schweiz-WM 2003 zu verbessern. An der Spitze bildete sich bald eine Spitzengruppe, die eng beisammen lag. Finnland, Russland mit Misha Mamleev), Norwegen, Schweden und überraschend Bulgarien hieß die Reihenfolge bei der ersten Übergabe, wobei diese Teams innerhalb von 4,7 Sekunden übergaben. Gernot kam an sehr guter 13. Position aus dem Wald, mit 2:03 Rückstand auf die führenden Finnen. Lange Zeit hatte er Kontakt mit der führenden Spitzengruppe - auch trotz Gabelungen - bis er dem hohen Tempo Tribut zollen musste und ihn heftiges Seitenstechen zu einem kurzen Steher zwang. Da waren die Spitzenleute dann weg. Aber ohne technische Probleme und im Kontakt mit der 2., schon etwas aufgesplitteten Partie kam er 19 Sekunden hinter Daniel Hubmann aus der Schweiz zurück.

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Kerschi kommt als 13. zurück
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Norbert Helminger als Zweiter konnte die Lücke auf die Schweizer, die jetzt mit Matthias Nigli-Luder liefen (Preisfrage: Mit wem ist er verheiratet?) nicht mehr schließen, auch nicht die Minutenlücke auf die 11.platzierten Briten und lief ein teilweise einsames Rennen und 16.beste Zeit auf der 2. Teilstrecke. Lediglich Frankreich konnte vorbeiziehen. Norbert kam also als 14. zurück und konnte mit seinem guten Lauf zufrieden sein. In der Spitzengruppe liefen die Schweden mit Emil Wingstedt an die Spitze, vor den Russen, die ihre zweite Position hielten und dahinter die Norweger in Lauerstellung. Aber auch Finnland lag nur 19 Sekunden zurück, während sich dahinter zu Litauen bereits ein 3-Minuten-Loch auftat.

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Norbert Helminger nach dem Zuschauerposten
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Für die 3. Teilstrecke war eine kräftige Rangverschlechterung zu befürchten, lagen doch Dänemark und die Ukraine hinter Österreich und hatten mit dem schnellen Carsten Jørgensen bzw. Yuri Omeltchenko - dem Silbernen vom Sprint - ebenso wie die Spitzenstaffeln ihre Anchorman für den Schluss aufgehoben. Österreich hielt mit Felix Breitschädel dagegen. Nach einer kleinen Unsicherheit zu P1 wurde Felix bald von Carsten und Yuri eingeholt, hatte sie aber bis P10 trotz aller Gabelungen in Reichweite. Erst dann riss der Kontakt ab. Dafür kam der Bulgare Ivaylo Petrov in Sicht, der etwa eine Minute vor Felix ins Rennen gegangen war. Felix riskierte nicht, wartete dafür auf einen Fehler des Bulgaren, was auch eintrat und lief ebenfalls die 16.besteTeilzeit. Plus zwei und minus eins ergab den 15. Gesamtrang und damit einen überhaupt nicht selbstverständlichen Erfolg. Diese Rangverbesserung gegenüber dem Vorjahr ist hoch einzuschätzen, wurde sie doch im schweren nordischen Gelände erreicht. Jeder der drei Österreicher legte einen sehr guten Lauf hin. Mit mehr Gegnerkontakt auf der zweiten und dritten Teilstrecke wäre vielleicht noch mehr drinnen gewesen, erleichtert es doch das Orientieren und macht es leichter, das Tempo hoch zu halten. Resümee: Feine Sache, die noch ausbaufähig ist. Davor hatte sich die Sache an der Spitze weiter zugespitzt: Norwegens Jørgen Rostrup konnte sich absetzen und führte mit bis zu einer Minute Vorsprung - allerdings ist dies zu relativieren, da bei den Gabelungen die "Äste" oft nicht gleich lang waren und deshalb die Führung mitunter wechselte ohne dass die Läufer Fehler machten. Dahinter versuchten Russland mit Valentin Novikov und Schweden mit Sprint-Weltmeister Niclas Jonasson wieder heran zu kommen, was letztlich gelang. Gemeinsam beim Schlussposten war klar: Diese Staffel wird im Dreiersprint entschieden. Und so war es auch, Norwegen vor Russland und Schweden - 4,0 bzw. 4,9 Sekunden Vorsprung für die Norweger.
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Valentin Novikov RUS
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Felix Breitschädel nach der letzten Kontrolle
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Spurt um Platz 2
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Fan
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Davor fand das Damenrennen statt. Hier gab es ein reines Skandinavierinnenduell, eigentlich "-triell", an der Spitze: Schweden, Finnland, Norwegen. In der ersten Runde mischten auch Litauen und Russland mit, alle 5 Teams lagen innerhalb 7,7 Sekunden beim Wechsel. In der zweiten Runde holte Finnlands Minna Kauppi 55 Sekunden auf Schwedens Jenny Johansson heraus und ging in Führung. Die Norwegerinnen hatten da schon 2:47 Rückstand. In der dritten und letzten Runde schlug Schweden mit Langdistanz-Weltmeisterin Karolina A Höjsgaard zurück, holte die führende Heli Jukkola ein und siegte im Zielsprint mit 2,4 Sekunden Vorsprung - Weltmeister! Norwegens Hanne Staff brachte ihre Staffel noch etwas heran, brauchte aber von hinten nichts zu befürchten. Hier setzten sich die Schweizerinnen, die mit Käthi Widler schwach (Platz 12) gestartet waren, dank zweitbester Teilzeit von Simone Niggli-Luder noch an die 4. Stelle. Platz 5 für Russland dank Tanya Ryabkina, die mit Teilbestzeit noch von Platz 10 auf Platz 5 vorlief.
Das Gelände des Staffellaufes gehört zum Feinsten, was im Orientierungslauf geboten werden kann. Äußerst detailreiches Gelände und doch gute Belaufbarkeit, was bei entsprechendem Tempo die Sache noch herausfordernder macht. Die Organisation der WM gelang den Veranstaltern ohne ersichtliche Pannen, sie scheuten auch nicht Kosten und Mühen, den Zuschauern das Geschehen möglichst transparent zu machen. Die zentrale Rolle spielten die immer gut informierten Sprecher und vor allem die Videowall. Auf ihr konnten alle die Läufer im Gelände vor und bei mehreren Zwischenzeitposten beobachten, die Zeiten und Differenzzeiten und Zwischenplatzierungen wurden eingeblendet. Das hat die Veranstalter dem Vernehmen nach etwa 15.000 € täglich gekostet.
Zum Abschluss bleibt nur eines zu sagen: Hej Västerås, det var väldigt spännande med VM orientering här. Hej da Sverige, jag hoppas att vi kommer tillbaka snart. Für alle, die so gut Schwedisch wie ich können heißt das etwa: Auf Wiedersehen Västerås, das war eine spannende und aufregende Weltmeisterschaft im Orientierungslauf. Auf Wiedersehen Schweden, ich hoffe wir kommen bald wieder.
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Zielsprint: Schwedens Höjsgaard vor Finnlands Jukkola
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Norwegen Platz 3
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Siegerehrung Damen - auch Weltmeisterinnen dürfen einmal ...
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Nicht siegen, dabei sein ist wichtig ... Pech, dabei noch disqualifiziert zu werden
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Ergebnisse Staffel
Splitzeiten
Karte Staffel (korr.)
WOC Online
Homepage WOC2004
Übersicht WOC-Berichte
In eigener Sache: Ich bin nach Västerås mit dem Team mitgereist, um die österreichische Orientierungslaufgemeinde mit möglichst vielen, nur vor Ort erfahrbaren Informationen, und auch aus österreichischer Sicht, möglichst optimal zu informieren. 10 Tage, viele Stunden am Wettkampfgelände und im Pressezentrum, viele feuchte Socken, 1200 Fotos und 9 Berichte später glaube ich, dass dies gut gelungen ist und hoffe, dass ihr viel Spaß beim Lesen hattet.
Sonntag 19.9.2004, 19 Uhr
Hans Kolar
aus Västerås
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Zuschauer

Wer kommt als Erster?

Finninnen und Schwedinnen warten gebannt auf den Sprint ihrer Schlussläuferinnen

Die Österreicher warten auf Kerschi

Österreichs Staffelteam

Siegerehrung Herren

Staffelgabelungen

Karte Staffel

Landschaft als Abschlußbild
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