EYOC: eine Analyse aus Sicht des Betreuerteams
23.-26.Juni in Sumperk (CZE)
Die EYOC 2005 ist vorbei und es ist Zeit für eine erste Analyse der österreichischen Ergebnisse.
Gleich vorweg: der schon unter Markus Buchtele begonnene erfolgreiche Weg wurde vom aktuellen Betreuerteam fortgesetzt (der ÖFOL-Jugendkader wird von den Jugendtrainern aus den Bundesländern und dem Koordinator Roland Arbter betreut).
Wir haben - im Unterschied zum vergangenen Jahr als fast nur die 16jährigen gute Platzierungen erreichten - in allen vier Kategorien (also D-16, H-16, D-18, H-18) den Anschluss an die erweiterte Spitze geschafft. Das wurde auch von den ausländischen Betreuern registriert, die anerkennend von einem sehr starken Kader der Österreicher sprachen.
In der aus Betreuersicht besonders wichtigen Nationenwertung - weil sie die Gesamtstärke eines Teams misst - wurde der 10. Rang erreicht. Alle Nationen bis zum 6. Platz liegen allerdings nur knapp vor uns und repräsentieren in etwa unser Leistungsniveau. Erst ab dem fünften Platz werden die Abstände etwas größer - Russland, Polen und Ungarn sind etwas stärker als wir einzuschätzen. Absolut unerreichbar als Team sind derzeit nur die Schweizer und vor allem die Tschechen.
Was lässt sich ansonsten noch aus den Erkenntnissen der EYOC 2005 ableiten:
- es gibt Nationen, die sehr früh mit extrem leistungsorientiertem Training beginnen (vor allem Tschechien und Russland, aber auch Ungarn) und sich zum Teil schon sehr langfristig auf die Jugend-EM vorbereiten; der österreichische Weg, der sich durchwegs stärker an der Schweiz und an Skandinavien orientiert (also relativ später Beginn mit leistungsorientiertem Training, Betonung des Technik- und Querlauftrainings im Jugendalter) sollte dennoch beibehalten werden. Nicht zuletzt haben die erstgenannten Nationen zwar eine dominierende Stellung im Nachwuchsbereich, aber Schwierigkeiten den Umstieg in den Elitebereich zu schaffen
- fast alle Mitglieder des österreichischen Teams können ohne große Fehler unter die ersten 20, viele sogar unter die ersten 10 laufen. Wir sind also läuferisch und auch lauftechnisch in schwierigem Gelände gut dabei (durchaus zum Beispiel auf dem Niveau des Schweizer Teams), aber es passieren noch zu viele und zu große Fehler. Die meisten Jugendlichen führen das darauf zurück, dass aus ihrer Sicht trotz Einführung der Leistungsklassen die Läufe in Österreich OL-technisch immer noch (zu) leicht sind
- der leistungsstarke Geburtsjahrgang 1988, der 2004 in Henndorf fast alle Spitzenplatzierungen erreicht hat, war heuer im ersten Jahr in der D-/H-17-18. Hier ist also im nächsten Jahr eine weitere Verbesserung zu erwarten. Die 16jährigen waren fast ausnahmslos zum ersten Mal bei einer EYOC mit dabei und haben sich trotz dieses Routinemangels schon gut im Bereich zwischen Platz 20 und 30 etabliert.
- von Medaillen sind wir allerdings sowohl im Einzel- als auch im Staffelbewerb noch etwas entfernt, Top 6-Platzierungen wird es aber wahrscheinlich schon im nächsten Jahr bei der EYOC 2006 in den für uns viel vertrauteren Dolinengebieten Sloweniens wieder geben.
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Günter Kradischnig
im Namen des gesamten Betreuerteams
(vielen Dank an Lucie Böhm, Gerald Mayrhofer und Erich Eigelsreiter für die gute Zusammenarbeit)
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