5-Tage-MTB-O Event in Pilsen
Der erste richtige 5-Tage-MTB-O der Welt wurde vom erfahrenen Pilsener Veranstaltungsteam, das schon die Studenten-WM 2004 und MTB-O Weltcupläufe 2003 ausrichtete, organisiert. In Ungarn gibt es schon seit einigen Jahren auch Mehrtages-MTB-Os, allerdings immer nur als Anhängsel zu einem normalen 5-Tage-OL. Fast 400 Mountainbike-Orientierer aus 15 Nationen ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Darunter befanden sich auch vier österreichische Starter: MTBO-Weltmeisterin Michaela Gigon (DE), Nationalteamcoach Wolf Eberle (H40), Walter Dravetz (H40) und David Hechl (HE).
Als Wettkampfzentrum diente ein Campingplatz mit Badesee, wo die meisten Teilnehmer nächtigten und der auch gleichzeitig das Ziel der ersten und der fünften Etappe war.
Wie es sich für ein Etappenrennen gehört, wurde jeden Abend bei der Siegerehrung das gelbe Trikot des Gesamtführenden in den Eliteklassen weitergegeben. Naja, bei den Herren kam es nie zu einer Übergabe, weil Jaroslav Rygl (CZE) die Führung nie aus der Hand gab. Bei den Damen überreichte Hana La Carbonara (CZE) nach dem 2. Tag das Trikot an Michi Gigon mit den Worten: "Gewaschen hab ich es nicht". Michi erklärte darauf, dass sie es auch nicht waschen würde, falls sie es wieder zurück geben müsste. Allerdings wusch sie es dann doch und behielt es für den Rest der Woche. Für den schnellsten Zielsprint jedes Tages gab es das grüne Trikot, das zumindest bei den Herren täglich den Besitzer wechselte. Das grüne Damentrikot blieb fest in den Händen von Langstreckenweltmeisterin Anke Dannowski (GER). Auch ein nicht so begehrtes Trikot gab es zu gewinnen: Das Schwarze für denjenigen, der den größten Rückstand auf den Sieger hatte.
Am ersten Tag stand eine Mittelstrecke am Programm. Das Wegenetz war sehr dicht, aber im Gegensatz zu den ersten Austria-Cupläufen in Slovenj Gradec sehr schnell befahrbar. Am zweiten Tag gab es ein Postennetz. Der dritte Tag lockte mit einer Novität: Ein Sprint mit Siegerzeiten zwischen 15 und 20 Minuten in einem Park. Sehr schnell und auch recht gefährlich, vor allem wenn die engen Wege bei Gegenverkehr zu eng werden. Die dicht gesetzten Posten verleiteten auch dazu, einmal den falschen Posten zu zwicken. Nach dem Badewetter der ersten 3 Tage hatte es bei der vierten Etappe nur mehr 10° und es regnete in Strömen. Eine angenehme Überraschung war das Thermalschwimmbecken im Zielbereich. Zum ersten Mal wurde im Buffet mehr Tee als Bier verkauft. So, wie es beim 5-Tage-MTBO sein soll, gab es am letzten Tag einen Jagdstart. Es gab zwar in keiner Klasse mehr einen Führungswechsel, aber auf den Plätzen kam es noch zu Positionswechseln.
Michi Gigon gewann in der Damen Elite nach vier Etappensiegen überlegen auch die Gesamtwertung mit 14 Minuten Vorsprung vor den Tschechinnen Hana La Carbonara und Marketa Jakoubova. Die gute Leistung hat sich auch ausgezahlt: Michi ging nach dieser Woche mit einem neuen Zelt, einem Schlafsack, einem Samsonite-Rollenkoffer, einer Dreiviertelhose und einer Flasche Wodka nach Hause.
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Michaela Gigon
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In der Herrenelite siegte Hanas Bruder Jaroslav Rygl. Der ehemalige Weltmeister Jussi Mäkilä (FIN) konnte mit einem sensationellen Rennen noch Aleš Linhart (CZE) vom zweiten Platz verdrängen. David Hechl durfte nach einer Aufgabe beim Regenrennen des vierten Tages im Jagdstart nicht mehr mitmischen.
Bei den Senioren gab es auch einen Stockerlplatz für Österreich: Walter Dravetz wurde zweiter in der H40. Wolf Eberle musste nach einem übersehenen Posten beim Postennetz am zweiten Tag alle Hoffnungen auf einen guten Gesamtplatz begraben.
Mit einer Orientierungs-Triathlonstaffel am Abend des dritten Tages wurde auch ein perfektes Rahmenprogramm für Teilnehmer und Zuschauer geboten: Im Massenstart stürzten sich die etwa 50 Schwimmer auf ein Postennetz in dem sehr seichten Badesee. Die Größeren und Stärkeren hatten dabei den Vorteil, dass sie die Schwächeren leichter untertauchen und sich dadurch einen Vorteil verschaffen konnten. Es war auch wichtig, zeitig aus dem Wasser zu kommen, denn der Nächste hatte es beim Biken auf den Singletrails wesentlich leichter als später die Masse, die mit Gegenverkehr zu kämpfen hatte. Der Schlussläufer hatte den ungefährlichsten Teil zu bewältigen: einen kurzen Orientierungslauf im Campingplatzgelände. Bei dieser Wettkampfform gab es zweifellos die meisten Verletzten dieser Woche, allerdings war es sicher auch der lustigste Wettkampf.
Die traditionelle Bierstaffel durfte natürlich auch nicht fehlen: 7 Teilnehmer, davon mindestens 2 Damen bildeten ein Team. Acht Teams traten an, die Veranstalterstaffel ließ aber allen anderen Teams nicht die Spur einer Chance.
Am Abend des vierten Tages wurde ein Video der ersten drei Tage gezeigt, das nachher auch käuflich zu erwerben war. In 2 Jahren gibt es wieder einen 5-Tage-MTBO in Pilsen mit hoffentlich mehr österreichischen Startern!!
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Michaela Gigon
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