MTB-O WM 2005: Blech für Michaela Gigon über die Langstrecke
Banská Bystrica (Slowakei) vom 5.-11.September 2005
Nach der erfolgreichen Qualifikation für die Langstrecke, bei der sich 7 von 8 Österreichern fürs Finale qualifiziert haben, waren die Erwartungen fürs Finale am 10.September dementsprechend hoch.
Nach dem unfreiwilligen Extraruhetag durch die Disqualifikation bei der Staffel konnte ich besonders ausgeruht an den Start gehen. Auch die Startliste schaute ganz gut für mich aus: 3 Minuten vor mir ging die Silbermedaillengewinnerin der Mittelstrecke und Mitfavoritin Christine Schaffner (SUI) ins Rennen. 6 Minuten vorher Hana La Carbonara (CZE). Als ich nach dem Rennen ins Ziel kam, hatte ich ein gutes Gefühl: Keine Fehler und recht schnell gefahren. Der Blick auf den Zwischenzeitenzettel gab mir aber gleich einen Dämpfer: Fast 4 Minuten Rückstand allein auf der langen Routenwahl zum 7. Posten. Nach etwas Zittern und Hoffen, dass sich doch noch eine Medaille ausgehen könnte, musste ich meine Hoffnungen mit Antje Bornhaks (GER) Zielankunft begraben: Blech, 2 Minuten hinter der Siegerin Päivi Tommola (FIN). Zweite wurde Antje Bornak und dritte die Vorjahresweltmeisterin Anke Dannowski (GER) nur 17 Sekunden vor mir.
Zum ersten Posten gab es diesmal zwar keine extremen Steigungen, aber dafür gleich eine 3 km Routenwahl, bei der die schnellste Variante abseits von den Wegen über eine Wiese führte. Auf dem Weg zum 3. Posten verlor ich etwas Zeit, weil ich eine Wegeinfahrt nach 1x Vorbeifahren und 2x vorbeischieben noch immer nicht gefunden hatte und mein Rad daher 100m durch den Wald tragen musste, bis ich den nächsten Weg erwischte. Dass ich eine mögliche Ausweichroute um den Berg herum weggefaltet hatte, merkte ich erst nach dem Rennen. Die nächsten 3 Posten fand ich ganz gut und überlegte mir beim Bergauffahren immer, wie ich die lange Routenwahl zum 7. Posten angehen könnte. Nach intensivem Höhenmeterzählen entschied ich mich für eine längere Umfahrungsroute über Posten 4, die weniger Steigung versprach. Bei genauerer Kartenanalyse bin ich aber einen Tag später draufgekommen, dass dem leider nicht so war und meine Route nicht nur länger sondern auch etwa gleich viel Steigung wie die andere Route hatte..... Aber während des Wettkampfes tangierte mich das nicht, denn ich war ja der Meinung, dass ich die perfekte Route gefunden hatte. Auch zum 9. Posten entdeckte ich erst nach dem Rennen, dass es eine viel bessere Route um den Berg herum auf einem lässigen Singletrail gegeben hätte. Aber den haben die meisten nicht entdeckt.
Anke Dannowski hätte übrigens fast ihre Medaille auf der selben Strecke vergeben wie ich. Allerdings wählte sie nicht die falsche Route, sondern überlegte ein paar Minuten lang, welche sie wählen sollte, erwischte dafür aber dann die bessere.
Sonja Zinkl, die zweite österreichische Teilnehmerin fuhr die ersten drei Posten legendär gut an. Aber nur um sich dann aber auf dem Weg zum vierten so zu verfahren, dass sie sich erst wieder auffing, als sie nach längerem Herumirren beim ersten Posten stand. Daraufhin beschloss sie, das Rennen zu beenden und die schöne Aussicht auf dem Weg zurück ins Zielgelände zu genießen.
Ruslan Gritsan (RUS) war bei den Herren wie auf der Mittelstrecke unschlagbar. Teamkollege Viktor Korchagin holte sich Silber. Adrian Jackson (AUS), Mitteldistanzweltmeister vom Vorjahr, freute sich über Bronze so sehr, dass er sich dafür bei der Abschlussfeier vollkommen vernichtete.
Von den Österreichern hatte keiner einen perfekten Lauf, aber bei Dietmar Dörfler lief es zumindest nicht ganz schlecht und er wurde als bester Österreicher 25. Bernhard Schachinger hatte mit einem schleichenden Patschen zu kämpfen, musste 4x Luft nachpumpen und wurde noch 28. Christian Gigon hatte große Probleme, die punktierten Wege im Wald zu erkennen und brauchte dadurch ziemlich lang, bis er den 1. Posten fand. Darauf hin hatte er mit Motivationsproblemen zu kämpfen und beendete als 39. das Rennen. Stefan Cerwenka liegt einen Platz dahinter auf dem 40. Rang. Klaus Lagler wurde 48.
Die Ergebnisse im Detail:
Damen:
1. und Weltmeisterin über die Langdistanz im MTB-O
Paivi Tommola FIN 94.31
2. Antje Bornhak GER 95.14
3. Anke Dannowski GER 96.20
4. Michaela Gigon AUT 96.37
5. Ksenia Chernykh RUS 96.52
6. Hana Bajtošová SVK 97.01
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Sonja Zinkl AUT DQ
Herren:
1. und Weltmeister über die Langdistanz im MTB-O
Ruslan Gritsan RUS 117.27
2. Viktor Korchagin RUS 119.06
3. Adrian Jackson AUS 119.10
4. Margus Hallik EST 120.27
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25. Dietmar Dörfler AUT 131.50
28. Bernhard Schachinger AUT 132.24
39. Christian Gigon AUT 142.02
40. Stefan Cerwenka AUT 142.59
48. Klaus Lagler AUT 152.39
MTB-O Karte Langdistanz (491 kB)
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Michaela Gigon
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Nur Blech für Michaela Gigon
Klaus Lagler und Dietmar Dörfler bei der Nachbesprechung
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