World Cup Final Round
Monte Livata/Subiaco vom 3.-9.Oktober 2005
02.10.2005
Heute früh flog das österreichische Weltcupteam von Wien (Schwechat) nach Rom zum heurigen Weltcupfinale. Kurz vor der Landung in Rom wünschte der AUA-Pilot und Mountainbike-OLer Dietmar Dörfler unseren Athleten in luftiger Höhe alles Gute für den letzten Internationalen Einsatz im heurigen Jahr. Nach einer perfekten Landung ging es ab nach Subiaco, wo auch die Sprint-Qualifikation am Dienstag stattfinden wird. Das Wettkampfzentrum sowie die Unterkunft liegen in Monte Livata, ca. 7km von Subiaco entfernt inmitten eines Wintersportentrums am Rande des Klassik- und Staffelgeländes.
Bereits am heutigen Nachmittag absolvierten Martin Binder, Markus Lang, Martin Pongratz (alle HSV Pinkafeld) sowie Michael Stroi (HSV Ried) und Pierre Kaltenbacher (HSV Wr. Neustadt) mit den beiden Coaches Christian Breitschädel und Richard Schuh den Modelevent für die morgigen Mitteldistanzläufe.
Die ersten Eindrücke aus dem Mitteldistanzgebiet waren etwas überraschend. Anstelle des erwarteten offenen Laufgebietes mit sehr hoher Laufgeschwindigkeit erwartet morgen die Athleten ein körperlich vor allem aber auch technisch forderndes teilweise offenes Gelände das immer wieder mit schwer bzw. unpassierbaren Gebieten durchzogen ist. Bindi meinte zum heutigen Trainingslauf: "Ganzkörpertape ist gefragt". Der Irrgarten aus Stacheldrahtzäunen, Dickichten aus undurchdringbaren Dornenbüschen, Gesteinsformationen und Geländestufen wird für zwei spannende Läufe über die Mitteldistanz sorgen. Oberstes Ziel unserer Athleten für den morgigen Vormittag ist es einen der begehrten Plätze im A-Finale für den am Nachmittag stattfindenden Finallauf (verletzungsfrei) zu erreichen.
03.10.2005
Mitteldistanz Qualifikation
Am Montag Vormittag fand in Altipiani der Mitteldistanzvorlauf statt. Alle Erwartungen des Modelevents sind bereits beim Vorlauf eingetroffen. Große OL-Techniker wie zB.: Merz (SUI), Kärner (EST) oder Tavernaro (ITA) sind ebenso wie unser Martin Binder (Fehlstempel) und Martin Pongratz der beim 3 Posten annähernd 3 Minuten liegen ließ auf ihrem Weg ins A-Finale gescheitert. Durch die stark wechselnde Witterung wurde die durch Regen benetzte Lupe unbrauchbar, so wurde das ohnehin schon sehr feine OL-Gebiet noch dazu nur schwer lesbar. Nichts desto trotz waren die Bedingungen für alle Athleten gleich und fair. So waren die Kriterien für vordere Platzierungen gutes Kartengedächtnis, variable Routenführung und ein Goldenes Mittel zwischen hohem Lauftempo und exaktem Kartenlesen.
Dies gelang Markus Lang (HSV Pinkafeld), Pierre Kaltenbacher (HSV Wr. Neustadt) und Michael Stroi (HSV Ried) ausgesprochen gut. Am besten von unserem Team sicherten sich Michael Stroi als 9. und Pierre Kaltenbacher als 11. einen guten Startplatz im Finallauf.
Für Markus Lang schien der Zug ins A-Finale mit nur 4 Sekunden Rückstand auf den 17. Platzierten Klaus Schgaguler (ITA) abgefahren zu sein. Aufgrund eines Missgeschicks bei der Startlistenerstellung seitens der Veranstalter durfte sich Markus Lang als einziger 18. Platztierter auf einen Startplatz im A-Finale freuen.
03.10.2005
Mitteldistanz Finale
Wie auch beim Vorlauf am Vormittag wollte der Regen auch am Nachmittag noch "ein Wörtchen mitreden". Markus Lang der aufgrund der gestürzten Reihenfolge die "Ehre" hatte sich als erster in den Finallauf zu begeben, kam von Anfang an mit den vielen Dickichtpassagen und den schwer lesbaren Details nur bedingt zurecht und beendete das Rennen mit einigen Fehlern als 49. Michael Stroi stürzte bereits auf dem Weg zum ersten Posten und zog sich dabei eine 6cm lange Wunde am Unterarm zu und verlor bereits 4 Minuten auf dem ersten Posten. Er lief das Rennen dennoch weiter und fand nach ein paar Posten wieder in das Kartenbild zurück und beendete das Rennen als 41. Im Ziel angelangt wurde die Wunde gereinigt und im Krankenhaus in Subiaco desinfiziert und genäht. Etwas besser erging es Pierre Kaltenbacher. Er lief trotz einiger Fehler ein starkes Rennen und zeigte mit seinem sehr guten 33. Platz abermals, welche technischen Fähigkeiten er besitzt. Pierre meinte zu seinem Rennen: "Ich benötigte die ersten 3-4 Posten um mich mit dem Gelände anzufreunden, da die technische Schwierigkeit gegenüber Model Event und Vorlauf (eine "Autobahn") wesentlich erhöht war. Beim 6. Posten konnte ich den 2 Minuten vor mir gestarteten Mats Troeng (SWE, World Ranking Nr. 1) einholen. Leider hatten wir beide dann nicht immer die nötigen technischen Fähigkeiten um mit der Strecke fertig zu werden. So passierten immer wieder kleinere und leider auch größere Fehler, was am Ende dann der 33. Platz bedeutete. Am Ende war ich aber dennoch zufrieden, immerhin gab es weitere 8 Weltcuppunkte ;-). Trotzdem schmerzen die 3-4 verlorenen Minuten.“
Einen besonders guten Lauf im B-Finale erwischte Martin Binder und erzielte die 2. beste Laufzeit.
04.10.2005
Sprintdistanz Qualifikation
Dienstag Nachmittags wurde in einer typisch italienischen Altstadt die Qualifikation über die Sprintdistanz durchgeführt. Gestartet wurde zur großen Überraschung aller Athleten wie bei einem Abfahrtslauf extrem überhöht, wobei gleich nach dem Start 5 sehr schwierige Posten im stark überwachsenen Dickicht zu absolvieren waren. Bei den teilweise nur 50 cm hohen Felsformationen im relativ dazu hohen Unterbewuchs waren Gruppenbildungen, bei einem sehr geringen Startintervall von einer Minute, für die Qualifikation mitentscheidend. Pierre Kaltenbacher und Pongratz Martin qualifizierten sich souverän für das A-Finale. Martin Binder scheiterte leider als 18. knapp am Finallauf. Markus Lang verlor bereits bei den ersten Posten im Dickicht alle Aussichten auf einen Finalplatz. Martin Binder meinte als 12. platzierter zu seinem Rennen: "Obwohl ich wusste, dass viele Läufer beim ersten Posten suchen und ich diesen Posten vom Start weg sehr sicher anlaufen wollte, war es mir leider auch nicht möglich einen Fehler mit ca. 1-2 Minuten zu vermeiden. Nachdem ich diesen Posten als erster einer 5er Gruppe stempelte, setzte ich mit einem guten und konzentrierten Lauf fort."
Michael Stroi pausierte die beiden Sprintbewerbe aufgrund seiner Verletzung um den Heilungsprozess der Naht nicht zu behindern. Er wird am Donnerstag beim Klassik-Bewerb und am Freitag bei der Staffel wieder ins Renngeschehen eingreifen.
Den zahlreichen Zuschauern wurde im Zielraum Aktion pur geboten, mussten doch alle weiblichen und männlichen Athleten gleich drei mal das Zielgebiet während des Laufes passieren. Für diese Art von Bahnlegung kann man dem Organisationsteam nur gratulieren. Zuhause ist für das Finale am Mittwoch bitte wieder Daumenhalten (mitfiebern) angesagt.
Ergebnisse
Worldcup Final Round-Homepage
Berichte Weltcup-Finale 2.Teil
Mit Sportgruß
Richard Schuh
|