WOC2005 Qualifikation Lang-Distanz: Einer drinnen – einer draußen
Aichi (Japan) vom 7.-15.August 2005
Am Montag, dem 8. August 2005, war der zweite Wettkampftag der WOC2005. In Suganuma wurde die Qualifikation für die Lang-Distanz gelaufen. Nullzeit war 9:00 Ortszeit, also 2 Uhr MESZ. Das Laufgebiet war teilweise gleich dem der Mittel-Qualifikation. Warmes, aber nicht extrem heißes Wetter bot erträgliche klimatische Randbedingungen. Dennoch war die Planung der rechtzeitigen Flüssigkeitsaufnahme von großer Bedeutung. Drei Verpflegungsposten unterwegs, der letzte nach (erst) 70% der Strecke in der Coaching Zone standen zur Verfügung. Manche Läufer nahmen zusätzlich ein camelbak mit auf die Reise.
Wenige Zuschauer
Nur wenige echte Zuschauer verfolgten das Rennen, die meisten waren nicht laufende Teamkollegen oder Betreuer. Ich bin neugierig, ob sich das bei den Finalläufen merklich ändert. Viele Zuschauer wären in den engen Tälern mit teilweise sehr schmalen und kurvigen Straßen und sehr beschränkter Infrastruktur organisatorisch auch nicht zu verkraften. Die OLer bleiben also ziemlich unter sich.
Die Österreicher
Mit Thomas Krejci und Tobias Breitschädel kämpften auch zwei Österreicher auf der 7,8km/500Hm/16 Posten langen Strecke um die A-Finalqualifikation. Gleich vorweg: Nur Thomas schaffte es.
Als 14. in Heat B mit knapp 7 Minuten Rückstand auf Laufsieger Andrey Khramov aus Russland qualifizierte sich Thomas Krejci wie erhofft und insgeheim erwartet. Das war keineswegs eine ausgemachte Sache, denn er war in dem Lauf mit dem kürzesten Cut: 7:19 Rückstand hatte der letzte Qualifizierte auf Platz 15. Zum Vergleich: In Heat A 9 Minuten, in Heat C 12 Minuten. Thomas hatte einen recht guten Lauf, zwar nicht fehlerfrei, ob recht OK. Unzufrieden war er nachher mit seiner körperlichen Verfassung – da gibt es also noch Potenzial für das Finale. Eines ist sicher: mit einem schlechten Qualifikationslauf wie 2003 in der Schweiz hätte er diesmal keine Chance gehabt.
Tobias Breitschädel hätte über sich hinauswachsen müssen. Er brachte die von ihm erwartete Leistung und hatte – ebenfalls nicht ganz fehlerfrei – einen guten Lauf. Als 19. mit etwa 7 Minuten Rückstand auf Platz 15 und 16 Minuten Rückstand auf Heat A-Sieger Marc Lauenstein (Schweiz) verfehlte er klar die Quali.
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Thomas Krejci
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Tobias Breitschädel
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Die Bahnen
waren etwas leichter als erwartet, jedenfalls leichter als die Ö-Selektion in Seefeld Ende Juni. Die viel kürzeren Abstände 1 – 15 als sonst lassen sich vielleicht damit erklären, dass die Strecken technisch nicht extrem schwer waren und die läuferische Komponente mehr in den Vordergrund rückte. U.a. waren zweimal etwa 500m lange Straßenstücke dabei.
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Kartenausschnitt
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Die großen OL-Nationen
brachten (fast alle) ihre LäuferInnen ins A-Finale: Norwegen, Schweiz, Tschechien, Russland alle 6, die Schweden sogar 7, da sie für die regierende Weltmeisterin Karolina A. Hojsgaard einen zusätzlichen Startplatz hatten. Australien, Großbritannien und Bulgarien sind mit je 5 im A-Finale vertreten. Schöne Erfolge für Italien und die Slowakei, die nur Herren am Start hatten: alle drei kamen weiter.
Die Skandinavier dominieren in diesem Gelände - wie erwartet - nicht, sind aber stark. Es riecht dafür ein wenig nach einem möglichen Schweiz-Festival, die reihenweise Vorlaufsiege erringt – heute wieder drei durch Marc Lauenstein (durch eine im Training erlittene Beinverletzung etwas behindert), Vroni König Salmi und – natürlich – Simone Niggli. Also 3 von 6 möglichen. Das Finale wird spannend werden.
Thierry will es wissen
Erstmals in einem Langdistaz-Bewerb läuft Mitteldistanz-Weltmeister Thierry Gueorgiou. Er belegte in seinem Vorlauf relativ locker Rang 4 mit 2 Minuten Rückstand auf Marc Lauenstein. Es wird interessant, wie er im Finale abschneidet. Befragt nach seinen Intentionen sagt er, dass er keine großen Erwartungen hat, aber diese Distanz in Hinblick auf seine weitere Karriere ausprobieren möchte.
Seine Einschätzung über Orientieren in Japan:
- Sorgfältig die richtigen Routenwahlentscheidungen treffen
- Genau aufpassen, wann und wo man von einem Rücken zum Posten hinunterläuft
- Man lernt immer dazu: Manchmal kann man – Überraschung! – sogar in den steilen Hängen schnell laufen
Das Finale
findet am kommenden Freitag ab 9:00 (A-Finale) und ab 11:30 (B-Finale) Ortszeit statt. Thomas wird in der ersten Startgruppe im A-Finale und Tobias im B-Finale dabei sein. Zu bewältigen werden im A-Finale der Herren 12,9km/925Hm/29 Posten sein. Ähnliches Gelände wie bei der Quali ist zu erwarten, das Gebiet ist von mehreren Straßen durchzogen.
Wie geht es weiter?
Am Dienstag ist kein Wettkampf, dafür wird der model event für den am Mittwoch stattfindenden Sprint (quali plus Finale) besichtigt.
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Hans Kolar
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