WOC2005 Qualifikation Mittel-Distanz: Drei auf einen Streich - fast
Aichi (Japan) vom 7.-15.August 2005
Heute Sonntag war der erste Wettkampftag der WOC2005. In Suganuma wurde die Qualifikation für die Mittel-Distanz gelaufen. Nullzeit war 9:00 Ortszeit, also 2 Uhr MESZ. Die meisten österreichischen OL-Freaks werden also die gebotenen tollen Leistungen - auch die der Österreicher – verschlafen haben.
Es war nicht ganz so heiß und schwül wie in der Vorbereitungszeit, zum Vorteil für die Wettkämpfer – denn es war "zach", wie es Jan Zazgornik nachher bezeichnete: Von den vorgegebenen 15 Posten der Herren war keiner dabei, der ein wenig Verschnaufpause erlaubte, man musste ständig "am Drücker" bleiben, um das Lauftempo hinreichend hoch halten zu können, volle Konzentration sowieso. Fordernd der Zieleinlauf: ein etwa 40 Höhenmeter langer und steiler Anstieg gefolgt von einer abschließenden Waldquerung mit einem "Sprung" in den Endspurt forderte die letzten Kräfte. Hier konnten noch einmal entscheidende Sekunden gewonnen oder verloren werden.
Die Bahn forderte auch ihre Opfer. Wie z.B. der Schweizer Matthias Merz, der drei Minuten im Wald liegen ließ (sich aber trotzdem qualifizieren konnte), wie z.B. der Österreicher Felix Breitschädel, dem eine kleine Unsicherheit bei Posten 3 eineinhalb Minuten kostete und der mit Platz 16 – wieder einmal - knapp nicht das A-Finale erreichte. 26 Sekunden zuviel! Kein Trost ist es für ihn, dass Weltklasseläufer und Routinier Yuri Omeltchenko gleich hinter ihm landete.
Es gab bei den Damen und Herren je drei Vorläufe, die besten 15 jedes Vorlaufes qualifizierten sich für das A-Finale. Für Österreich startete der Badener Jan Zazgornik als 2. im Vorlauf A um 9:03 und legte einen sauberen Lauf hin. Das war auch sehr notwendig, war doch in seinem Vorlauf der Abstand zwischen Platz 1 und 15 am geringsten: 4 Minuten. 10 Sekunden weniger und Jan wäre 11. geworden, 10 Sekunden mehr und er wäre draußen gewesen. So wurde es ein 14. und das reicht – Hauptsache!
Im Vorlauf B war der Henndorfer Felix Breitschädel um 9:27 dran. Wie schon berichtet, es reichte knapp nicht. Natürlich ist die Enttäuschen für Felix gewaltig, aber er schwört "Rache" für den Sprint-Bewerb.
Als letzter Österreicher startete Gernot Kerschbaumer als Letzter des Vorlaufes C um 9:57. Und der in Österreich für Pinkafeld laufende geborene Oststeirer zeigte, welches Potenzial in ihm steckt. Trotz eines kleinen Fehlers bei Posten 6, trotz – fast – Verlust des Kartenkontakts bei Posten 11 schaffte der Benjamin im österreichischen Team fast die Topsensation: Platz 2 in seinem Vorlauf! Eine Minute hinter Damien Renard aus Frankreich und 10 Sekunden vor Klasseläufer Jørgen Rostrup aus Norwegen. Für das Finale am Donnerstag wird "Kerschi" sich wohl mit den allerbesten in der letzten Startgruppe matchen. Am Donnerstag - etwa ab 3:30 MESZ - sollten alle österreichischen OLer Kerschi die Daumen halten.
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Simone Niggli
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Minna Kauppi
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Welche Nationen waren die erfolgreichsten des ersten Tages? Dänemark, Schweden, Schweiz, Australien und Frankreich brachten (alle) 6 Starter ins Finale, Norwegen, Finnland, Tschechien immerhin 5. Österreich darf ebenfalls sehr erfolgreich bilanzieren: 2 von 3 im Finale und der Dritte fast – aber davon kann man leider nicht "abbeißen". Tolle Bilanz für Veranstalterland Japan: je 2 Herren und Damen im Finale (davon einer unmittelbar vor Felix). Frankreich brachte gleich 4 Herren ins Finale – Thierry Gueorgiou hatte als regierender Weltmeister einen zusätzlichen Startplatz.
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"Kerschi" beim Zielsprung
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Thierry Gueorgiou
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Überragend die Schweizer Damen: Martina Fritschy und Simone Niggli gewannen überlegen ihre Vorläufe, Lea Muller wurde in ihrem Lauf Zweite. Zufrieden konnte daher Cheftrainer Kilian Imhoff bilanzieren: "Bei den Damen zeigte sich, dass wir sehr gut vorbereitet sind und dass sich der große Aufwand, den wir betrieben haben, gelohnt hat. Nach der langen Vorbereitung ist es schön für uns zu sehen, dass wir auf hohem Niveau trainiert haben. Die Kurse waren für die Quali sehr OK, wenngleich der Schluss etwas einfach war. Aber hier konnte man noch etwas Gas geben. Zur Organisation? So wie der Aufbau im Ziel ist, ist es schon "lowest standard" für eine WM, aber wenn die Veranstalter sich auf das sportliche Geschehen konzentrieren und es passt, dann ist es schon OK."
Diese Weltmeisterschaften werden – als Event betrachtet – sicher nicht den Standard der beiden letzten Jahre erreichen (Schweiz und Schweden). Es gibt auch kaum Zuschauer. Sie haben aber dafür einen intimeren und familiäreren Charakter. Auch nicht schlecht.
Morgen: Same time and same place – die Qualifikation über die Langdistanz. Für Österreich starten Thomas Krejci und Tobias Breitschädel. Der als Dritter geplante Jan Zazgornik verzichtete angesichts seiner Qualifikation für das Mittel-Finale. Die vom Team als Einspringer Vorgeschlagenen – Teamchef Christian Breitschädel und Pressemann Hans Kolar - verzichteten auf einen Einsatz, um den zeitlichen Rahmen der Veranstaltung nicht zu sprengen und damit auch auf die Möglichkeit, als älteste WM-Teilnehmer in die Analen einzugehen.
Ergebnisse Mittel-Qualifikation
Karte
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aus Aichi/Japan
Hans Kolar
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Jan beim Zielsprint

Felix - knapp am Finale vorbei

Sensationelle Leistung: Gernot Kerschbaumer wurde im C-Vorlauf Zweiter! Vor Klasseläufern wie Jørgen Rostrup (NOR) oder Matthias Merz (SUI).

Simone Niggli beim verpflichtenden Einzeichnen der Route

Kilian Imhoff – der Schweizer Cheftrainer hat gut lachen: alle 6 StarterInnen qualifiziert und die Damen belegten sogar die Plätze 1-1-2!

Teamzone

Österreichs Fahne hängt hier seit Kerschis Leistung nicht nur wegen des Alphabets an zweiter Stelle

Das EDV-Team wie bei einem österreichischen RL – hier japanisch aufgestellt
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