WOC2005 Sprint: Weltklasseleistung von Gernot Kerschbaumer
Aichi (Japan) vom 7.-15.August 2005
Mittwoch 10.August 2005, 14 Uhr 52:45 – jetzt steht es fest: Gernot Kerschbaumer ist mit einem 17. Platz im WM-Sprint-Finale eine Weltklasseleistung gelungen. Nach seinem sensationellen zweiten Platz im Vorlauf A – ex aequo mit dem Schweizer Marc Lauenstein und nur 32 Sekunden hinter dem späteren Weltmeister Emil Wingstedt (Schweden) - war klar, dass er in der letzten Startgruppe im Finale laufen wird, mitten in der Weltklasse und dass Spekulationen mit einem Spitzenplatz einen realen Hintergrund haben. Es sollte Platz 17 werden, 1:14 hinter dem Weltmeister.
Die Österreicher
Mit Thomas Krejci und Felix Breitschädel starteten ab 9:00 Ortszeit zwei weitere Österreicher in der Sprint-Qualifikation – und alle drei schafften die Qualifikation (unter den ersten 15) für das A-Finale. Gernot als 2., Thomas als 13. (1:31 zurück) – im Lauf mit dem geringsten Abstand zwischen Platz 1 und 15, nämlich 1:46 – und Felix trotz 40 Sekunden Fehler als 14., mit auch nur 2:04 Rückstand auf den Vorlaufsieger Matthias Merz (Schweiz).
Gespannt durfte man auf die Leistungen im Finale sein, das ab 14:00 bei den Herren ablief. Als Erster startete Felix Breitschädel und kam mit einer passablen Zeit zurück. 2:46 Rückstand reichten für Platz 38 (unter 46 A-Finalisten). Thomas Krejci war wie im Vorlauf sehr gut unterwegs, aber suboptimale Routen zwischen Posten 3 und 5 kosteten ihm eine entscheidende Minute. Er hätte sonst etwa die Zeit von Gernot erreichen können. Mit seinem 29. Platz ist er sehr zufrieden, immerhin ist es ein drittbestes bisher erreichtes WM-Resultat.
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Thomas Krejci
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Felix Breitschädel
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Gernot Kerschbaumer startete als Neuntletzter. Die letzte Startgruppe war nicht wirklich von Nachteil, fanden die Läufer doch teilweise schon richtige Bahnen im hohen Gras. Obwohl sich Gernot schon zu Beginn nach einem schlechten Tritt eine schmerzhafte Knöchelverletzung zuzog, kämpft er voll weiter, traf – mit Ausnahme der Teilstrecken zwischen Posten 2 und 4 – gute Routenentscheidungen und ersprintete seinen 17. Platz – eine der seltenen Top20-Platzierungen eines Österreichers. Da "hätt’ i – war’ i" nicht gilt, trauerte er auch der Minute nicht nach, die die zwei schlechten Routenwahlen kosteten – es hätte sonst Bronze werden können. Wie gesagt das gilt nicht, denn ähnlich können auch Kapazunder denken, die sich in Kerschis Umfeld platzierten: Vorjahrssieger Niclas Jonasson als 11. und Hakan Eriksson (im Vorjahr Zweiter) als 18. – beide aus Schweden.
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Gernot Kerschbaumer
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Weltmeister Wingstedt
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Die Weltmeister
Bei den Damen setzte sich souverän Vorjahrssiegerin Simone Niggli (Schweiz) vor Anne Margrethe Hausken (Norwegen) und Heather Monro (Großbritannien) durch. Bei den Herren überholte letztlich der Schwede Emil Wingstedt mit 10 Sekunden weniger den lange Zeit führenden Schweizer Daniel Hubmann. Jani Lakanen aus Finnland wurde knapp dahinter Dritter. Während bei den Herren die ersten 6 innerhalb 30 Sekunden knapp beisammen liegen, sind es bei den Damen schon 1:26.
Die Entscheidungen waren spannend, jedoch kam das stimmungsmäßig nicht so ganz rüber. Das lag einerseits an der eher dünnen Zuschauerkulisse, andererseits auch an der Informationsvermittlung im Ziel (Sprecher, Anzeigetafeln, Zwischenzeitposten erst gegen Ende des Rennens).
Der Ort des Geschehens
War Showa no mori, im Nordwesten der Provinz Aichi und relativ nahe zum Gelände der Expo. Das Sprintgelände liegt etwa um 250m Seehöhe tiefer als die anderen Wetkampfgebiete und man erwartete hohe Temperaturen, zumal am Vortag – beim Model Sprint Event im angrenzenden Gebiet - 35° Celsius gemessen wurden. Es war dann doch nicht so heiß, dafür trieb leichter Regen während der Vorläufe die Luftfeuchtigkeit in die Höhe. Der für wenige Stunden zu besichtigende Model Event ließ auf einen Mitteldistanzkurs alten Zuschnitts, als es noch Kurzdistanz hieß, schließen – vorwiegend im (sehr grünen) Waldgebiet. Es war dann doch nicht ganz so, speziell die Finalläufe hatten überwiegend den Charakter, wie ein Sprint nach aktueller Definition sein soll. Aber die Vorläufe, die zu 70% durch leicht oder stark "grüne" Bereiche mit schlechter Sicht gingen, forderten unter den Arrivierten so manche Opfer: Vorjahrssilbermedaillengewinner Yuri Omeltchenko und andere.
Bei den 14 Posten der Finalstrecke war speziell für die Strecke 4-5 eine schwierige Rouenwahl zu treffen. Es stellte sich – zumindest bei den Top6 heraus, dass es annähernd gleichwertige Alternativen waren, bremsen und Studium bei Posten 4 sich eher nicht auszahlte, 3-4 erwies sich als wesentlich schwieriger – siehe Karte.
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Kartenausschnitt
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Die lieben Tierchen
An sich sind sie Nützlinge – die Spinnen. Wir sind es von Europa gewöhnt, beim Lauf quer durch den Wald so manches Spinnennetz "abzuräumen". Hier unterscheidet sich Japan von Europa: Im Sprintgelände gab es nicht nur äußerst viele Netze, auch deren Qualität bezüglich Reißfestigkeit war sehr hoch. Kombiniert mit – in Anbetracht der Temperaturen und des Sprints - leichter OL-Bekleidung war es eine unangenehme Begleiterscheinung. Auch hier hatten die letzten Startgruppen einen Vorteil.
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Siegerehrung
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Fotos
Karte
Ergebnisse
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aus Aichi/Japan
Hans Kolar
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Zielgelände

japanische Fans
 Gernot beim Vorlauf

zum 3x Weltmeisterin im Sprint Simone Niggli

Eine Dusche für den Weltmeister

Gernot auf der Anzeigetafel
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