Hattrick über die Mitteldistanz für Michaela Gigon
MTB-O WM vom 9.-14.Juli 2006 in Joensuu-Area (Finnland)
Heuer war ich nicht so klare Favoritin wie im Vorjahr, da die Finninen im Heimgelände bisher praktisch unschlagbar waren. Selbst mit perfekten
Läufen konnte ich in der Vergangenheit in Finnland nicht gewinnen.
Ausserdem ist in den bisheringen World Ranking Events eine Russin
aufgetaucht (Ksenia Chernikh), die körperlich allen überlegen war. Ich zweifelte Ende Mai auch schon an meiner körperlichen Leistungsfähigkeit,
aber mein Trainer Micki Prehsler stellte mir für Juni noch einen harten
Trainingsplan zusammen, der dieses Problem dann doch etwas dezimierte.
Heute als ich die Karte in die Hand bekam, dachte ich mir aber: Da könnte was gehen. Denn die Strecke war sehr schwierig. Ein ausgesprochen
dichtes Wegenetz mit teilweise eng gesetzten Posten, aber auch gleich
einer langen Routenwahl zum ersten Posten wartete auf mich.
Heuer wurde zum ersten Mal eine rote Gruppe mit den besten 10 aus der
Weltrangliste erstellt, die ganz am Ende startete. Nachdem ich am Anfang
dieser roten Gruppe startete, wusste ich alle Stars hinter mir. Das hiess: zum 1. Posten ja keinen Fehler machen, denn gute Leute wird man
schwer wieder los, wenn mal einmal eingeholt worden ist. Aber ich
erwischte eine gute Route, die Karte war sehr gut lesbar und das gab mir
schon einmal Selbstvertrauen. Beim 4.Posten stempelte ich fast schon den
Männerposten. Ich kontrollierte aber noch rechtzeitig die Nummer und
suchte dann lieber doch noch meinen Posten, wo ich zu meiner grossen
Freude Ramune
Arlauskiene (LTU, WM 3. vom Vorjahr), die 2 Minuten vor mir gestartet
war und Stanka Fajtova (SVK, 4 Min vor mir gestartet) einholte. Bis kurz
vor dem Zuschauerposten waren wir zusammen und dann liess ich die beiden
nach einer missglückten Routenwahl von Ramune auch hinter mir.
Nach dem Zuschauerposten war es nicht mehr so weit ins Ziel, aber es gab
noch genügend Möglichkeiten, Fehler zu machen. Vor allem in einem sehr
flachen, von vielen sandigen Wegen durchzogenem Gebiet. Ich hatte Glück,
denn ich sah Christine Schaffner (SUI), die gerade von einem dieser
Posten kam. Also wusste ich, wo ungefähr der Posten zu finden war. Beim
nächsten Posten sah ich sie auch noch aus der Ferne stempeln und dann
orientierte ich voller Enthusiamus gleich zum vorletzten Posten. Leider
musste ich noch zum vorvorletzten Posten. Irgendwie kam mir die Karte
dann doch etwas seltsam vor und ich erkannte den Fehler und schwenkte
noch rechtzeitig um. Beim letzten Posten schrie mir Coach Wolf noch zu:
"Es geht um Sekunden" und im Endeffekt war ich eineinhalb Minuten
vorne.
Zweite wurde die Freundin meines lieben Bruders Hana Bajtosova (SVK),
wie wir es uns vor einem Monat ausgemacht hatten. Denn bei einem
slowakischen Cup scherzten wir und meinten: Bei Middle gewinne ich, und
du wirst 2. und bei der Langstrecke machen wir es umgekehrt. Den ersten
Teil hätten wir ja mal erledigt, aber auf der Langstrecke werden die
Karten neu gemischt und es gibt andere Leute, die auch noch ein Wörtchen
mitzureden haben.
Das wars mal von mir, aber ich bin ja nicht alleine hier: Die anderen
Damen konnten nicht so wirklich überzeugen: Niki Senft und Lisi
Hohenwarter rissen gleich mal auf der Strecke zum ersten Posten fast 10
Minuten Rückstand auf. Niki brachte ihr Rennen noch als 48. ins Ziel und
Lisi Hohenwarter stempelte einen Herrenposten und wurde disqualifiziert.
Bernhard Schachinger war wie erwartet der beste Herr und wurde nach
einigen schlechten Routenwahlen 38. WM-Rookie Andi Rief fuhr den
Schmetterling in der falschen Richtung an, kam beim ersten
Schmetterlingsposten drauf und korrigierte noch. Das kostete ihm aber viel Zeit und er erreichte den 56. Platz.
Stefan Cerwenka kämpfte auch
mit den Routenwahlen und hatte Probleme, den letzten Posten zu finden
und wurde 62. Peter Entenfellner wurde, nachdem er nach Zieleinlauf vor
lauter Wut sein Bike in die Landschaft fetzte, nicht mehr gesehen. 91.Pl.
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Österreichs 3fache MTB-O-Weltmeisterin
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MTB-O
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MTB-O WM-Homepage
Michaela
Gigon
3-fache MTB-O Weltmeisterin
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Titelverteidigerin !!! Michi Gigon

Eine erste Erfrischung nach dem Rennen
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