Österreichische Akademische Meisterschaft 2006
St.Radegund/Graz am 27./28.Mai
Am 27.+28.Mai 2006 fand im heilklimatischen Luftkurort St.Radegund (750m SH) – mitten im gebirgigen Schöcklland – die Österreichische Akademische Meisterschaft im OL statt. Nach dem USI Klagenfurt im Jahr 2004 war nun das USI Graz mit der Durchführung betraut worden. Unter der Regie des Leiters des Universitätssportinstitutes Graz, Mag. Gert Bernat und dem Leiter der Abteilung Wettkampfsport, Prof. Mag. Fritz Blaha führte Mag. Hannes Pacher mit seinem Verein, der Sportunion Schöckl Orienteering, diesen hochkarätigen OL-Event mustergültig durch.
Bereits vor 1½ Jahren begann die Suche nach einem geeigneten Austragungsort dieser ÖAM; mit dem Bürgermeister von St.Radegund Oschr Alfred Mailänder konnte ein begeisterter Anhänger und Befürworter unserer Sportart gewonnen werden. Seitens Gemeinde, Grundstücksbesitzer, Förster und Jägerschaft gab es eine ausgezeichnete Kooperationsbereitschaft; man würde sich im Vorfeld der Organisationsverhandlungen wünschen, das es immer so freundschaftlich zugeht.
In einjähriger Arbeit wurde dann von tschechischen Kartenzeichnern rund um Petr Uher, ein höchst alpines, etwa 4km² großes Waldstück am Osthang des Grazer Hausberges "Schöckl" aufgenommen. Der Höhenunterschied zwischen tiefstem und höchstem Kartenpunkt (Schöcklkreuz 1125m) beträgt immerhin 450Hm.
Entgegen etlicher Befürchtungen waren die Hänge äußerst gut belaufbar (kein "herumkrallen" am Steilhang), der Wald ist großteils übersichtlich mit vielen Wanderwegen durchzogen. Viele Stein- und Felsformationen sowie Gräben und Rinnen garantieren für selektive Postenstandorte. Der Bahnleger dieser Veranstaltung – Wolfgang Pötsch – sorgte für äußerst ausgewogene Bahnen. Sowohl die Eliteläufer bei ihrer ÖAM und WM-Qualifikation, als auch die Hobbyläufer in der Fun- und Familien-Klasse hatten ihren Spaß.
Im Rahmen des Einzelbewerbes am Samstag, dem 27.5., wurden gleichzeitig 3 Qualifikationen durchgeführt. Einmal ein Selektionslauf des Elitekaders für die WM (WOC) in Dänemark, dann für die Junioren für die JWOC in Litauen, sowie für die Studenten-WM in der Slowakei.
Auch wurde im Rahmen dieses Bewerbes ein Steirischer Cuplauf, sowie der bereits traditionelle Länderkampf zwischen Kärnten und der Steiermark durchgeführt, den diesmal der StOLV gewinnen konnte. An die 200 Meldungen langten beim Veranstalter ein, 174 Läufer waren dann auch wirklich am Start. Ein besonderes Kriterium an diesem Tag war der relative lange Anmarsch zum Start; immerhin fast eine ¾-Stunde für die fast 400Hm auf ca.2,5km.
Die Herrenstrecke sowohl für die Quali-Läufe als auch für akademischen MS war mit einer Länge von 5,7km mit 150Hm + 17 Posten von der Charakteristik her eine typische "Middle-Distance" (wenn auch etwas schneller als erwartet).
Bei den Herren – die in den Tagen zuvor auch ein kurzes Trainingslager im Raum Graz absolviert hatten – waren bis auf wenige Ausnahmen beinahe alle Kaderläufer(innen) vertreten. Und diejenigen die nicht dabei waren, weil ihnen z.B. die Hochzeit unserer Ex-Weltmeisterin wichtiger erschien, dürfen sich im Falle eines Trainerentscheides nicht wundern, wenn sie einmal nicht auf einer ersehnten Entsendungsliste stehen würden.
Im Herrenrennen gab es einen kleinen Sensationssieger nämlich Martin Binder (USI Wien / HSV Pinkafeld). Er siegte in einer Zeit von 35:13min mit nur 3 Sekunden Vorsprung vor dem eigentlichen Favoriten Gernot Kerschbaumer (35:16 - USI Wien / HSV Pinkafeld). Der 3.plazierte Klaus Schgaguler (36:59 - USI Graz / OLC Graz) hat sein WM-Ticket bereits fix in der Tasche, allerdings für Italien. Eine weitere Überraschung im Kampf der "jungen Wilden" um die WM-Tickets, war der Ex-Kaderläufer Andreas Pölzl (USI Graz / Leibnitzer AC) der mit seiner Zeit von 37:43 um 2 Sekunden vor Pierre Kaltenbacher (37:45 - USI Wien / HSV Wr.Neustadt) den 4.Platz errang.
Schnellster in der Kategorie der Akademiker-Altersklasse war Wolfgang Waldhäusl (41:54 - USI Wien) vor Gregor Chudoba (43:43 - USI Klagenfurt) und Wilfried Renner (45:50 - USI Graz).
Die Damen hatten eine Strecke von 4,5km mit 105 Hm + 13 Posten zurückzulegen. Hier gab es einen Sieg durch Ursula Polzer vom USI Wien (SU Klagenfurt) in 35:04 vor der besten heimischen Juniorin Jutta Krischan (USI Graz / SU Klagenfurt) in 36:18. An der 3.Stelle in der Tagesreihung liegt mit Regina Habenicht (36:26 - USI Klagenfurt / SU Klagenfurt) die beste "Altakademikerin". Beste "Nicht-Klagenfurterin" am 4.Tagesrang mit einer Zeit von 39:26, Tirols Hoffnung Heike Torggler (USI Innsbruck).
Am Sonntag (28.5.) fand dann im gleichen Gebiet der Team-OL statt. Es gab für alle 17 Universitäts-Teams die gleiche Bahn zu absolvieren. Jedes Team bestand aus 3 Läufern, wobei mindestens eine Dame pro Team dabeisein musste. Der Massenstart fand jedoch nicht im Zielbereich, sondern mitten im Wald statt. Als erstes musste eine sog. "Jeanas-Staffel" (siehe sCOOL-Lehrschrift: EF ins Kartenlesen) absolviert werden.
[3-Läufer, 3 kurze Bahnen, jedes Team erhält nur 3 Karten mit je einer A-B-und C-Bahn; untereinander muss die Karte so getauscht werden, daß jeder Läufer eines Teams alle 3 Schleifen absolviert].
Nach diesem 1.Teil wurde – ohne Pause – ein herkömmlicher kurzer Mannschaftslauf mit Postennetz (12 Posten) und Sammelposten absolviert. Die letzten 3 Posten (ca. 1km) mussten zu Dritt – also gemeinsam – absolviert werden.
Auch hier gab es – wie am Vortag – ein Duell USI Wien gegen USI Graz. Diesmal mit knappen Vorteil für das Grazer Team. Zwar war beim letzten Sammelposten knapp 1km vor dem Ziel noch das favorisierte Wien1-Team mit etwa 30 Sekunden voran, doch die Tagesform der besseren Dame entschied das Rennen an diesem Tag zugunsten des USI Graz.
So konnten sich Andreas Pölzl, Jutta Krischan und Klaus Schgaguler im Endspurt noch den Tagessieg sichern. Wenige Meter dahinter folgten dann Gernot Kerschbaumer, Ursula Polzer und Martin Binder. Mit einigem Rückstand folgte dann als Drittes, USI Wien2 mit Markus Lang, Anita Seeböck und Martin Pongratz.
Den Sieg in der Mannschaftswertung sicherte sich – zur Freude von Mannschaftsführer Erich Simkovics – überlegen das USI Wien vor dem USI Graz und dem USI Klagenfurt.
Zu Hoffen ist, das dies nicht die letzte ÖAM gewesen ist, da man im Ministerium natürlich auch die Teilnehmerzahlen und das Interesse der einzelnen universitären Sportinstitute verfolgt. Und hier ist es natürlich augenscheinlich, das das Teilnahmeverhalten von Hochschulstädten wie Salzburg aber vor allem Linz, nicht gerade förderlich für diese Meisterschaften ist.
Danke an das USI Graz und die Sportunion Schöckl für dieses tolle OL-Weekend, das sich sicherlich noch mehr Teilnehmer verdient hätte.
Karte Einzel-Herren (200Kb)
Ergebnisse
Michael Melcher
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