OCAD9-Workshop
Villach am 18.-19.März 2006
Von Samstag 18.3. bis Sonntag 19.3. fand im Villacher Jugendgästehaus ein vom KOLV und der ÖFOL-Ausbildungskommission durchgeführter Workshop zum Thema "OCAD 9 + GPS" statt.
Als Gastreferent konnte der international höchst angesehene Kartenzeichner und OCAD-Mitentwickler Cesare Tarabocchia aus Triest (Italien) gewonnen werden. Das Auditorium konnte so aus erster Hand von den umfangreichen Neuentwicklungen in der OCAD 9-Version erfahren und zur Anwendung bringen. Seine Karten rund um Lipica geniesen Weltruf. Für den österreichischen OL war es somit ein außerordentlicher Glücksfall, dass er für dieses Seminar engagiert werden konnte. Hauptverantwortlich für die örtliche Organisation war der KOLV-Obmann Hannes Irk, der beste Beziehungen zu unserem italienischen OL-Nachbar aus Friaul-Julisch-Venetien unterhält.
Ursprünglich sollte dieses Seminar in Cap-Wörth in Velden über die Bühne gehen. Doch aufgrund des enorm großen Interesses an diesem Seminar mußte kurzfristig umdisponiert werden, da es über 20 Anmeldungen gab und der PC-Raum im Jugendgästehaus Velden nur für maximal 12-13 Personen ausgelegt ist. Mit dem Jugendheim in Villach konnte binnen kürzester Zeit ein geeigneter Kursort als Ersatz ausfindig gemacht werden.
Dieses Seminar wurde zwar in englischer Sprache abgehalten, dennoch gab es für die gekommenen 19 Teilnehmer überhaupt kein sprachliches Hindernis. Wie groß das Interesse an diesem Thema war, sieht man auch daran, dass sowohl Anfänger als auch Spezialisten aus fast allen Bundesländern (außer OÖ) eventuelle Anreisemühen gerne auf sich nahmen.
Wichtig wäre zu erwähnen, dass hier sowohl weniger geübte OCAD-Nutzer wertvolle Einstiegshilfen bekamen, als auch die Experten unter Sonne wertvolle Tipps und Tricks für die optimale Verwendung und den bestmöglichen Einsatz der Software erhielten.
Jeder Seminarteilnehmer erhielt auch eine Demo-CD mit einer OCAD 9-Beta-Version und vielen Übungsbeispielen aus dem Kartenzeichnerleben von Cesare Tarabocchia zum späteren Nachschauen, Üben und Erinnern.
Der Samstag Vormittag diente zur allgemeineren Einführung in das neue OCAD 9-Programm (anhand von Vergleichen mit der OCAD 8-Version). Ab Mittag wurden dann spezifischere Details erklärt, neue Funktionen und Arbeitsmöglichkeiten wurden Schritt für Schritt durchgespielt. Besonders eindrucksvoll die neue Darstellungsmöglichkeit im sog.: "draft mode" (Entwurfsmodus / neben Normalansicht und Echtfarbendarstellung), wobei Vordergrundkarte und Hintergrundbild gegeneinander kontrastmäßig beliebig veränderbar sind (Verbergen der Hintergrundkarte mit F10 nicht mehr unbedingt nötig!). Auch das Exportieren eines Kartenausschnittes im x-beliebigem Polygonformat ist nun unbegrenzt möglich (bisher nur rechteckiger Export). Ebenso wurde das Beschneiden von Flächen um eine wertvolle Funktion erweitert, genauso wie es einen neuen Zeichenmodus für "rechtwinkelige Objekte" (Gebäude, Zäune, Grundstücksgrenzen, etc.) gibt.
Der Samstag Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Datenbankfunktionen, v.a. was man alles damit bewerkstelligen könnte. Cesare gab jedem Teilnehmer einen Stadt- und Umgebungsplan von Triest, den er mit Hilfe der OCAD und seinen mächtigen Programmerweiterungen erstellt und gestaltet hatte.
Nicht fehlen durften freilich sämtliche Neuerungen im Bahnlegungsmodul. Hier wurde vor allem das Layout des Bedienungsfeldes verändert. Vor allem das Ändern von Postennummern und die Bearbeitung der Bahn-Optionen sollten nun viel leichter von der Hand gehen; auch ist es nun möglich, Postenanlauffrequenzen darzustellen. Ebenfalls sollte das Bahnlegen in eigens generierten und importierten "Nicht-Standard"-Maßstäben (außer 10.000 und 15.000) nun leichter als bisher funktionieren. Damit war das Programm für Samstag abgewickelt.
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Geländeaufnahme und Passpunktbestimmung mittels GPS-Verfahren. Hier wurde für fast alle Teilnehmer sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis "Neuland" betreten, daher war das Interesse an dieser Materie auch umso größer, stellt dies doch die Zukunft der Geländeaufnahme dar.
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Passpunktbestimmung
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Als erstes wurde die statische Passpunktaufnahme demonstriert. Hierzu wurde im Gelände eine Reihe von bekannten Punkten (mindestens 4!) mittels GPS - wenn möglich mehrfach - eingemessen und gespeichert. Diese Daten wurden dann mittels GPS-Datenimportmodul von OCAD eingelesen und die Vorlage hiermit zur Abstimmung gebracht. Nach dieser Justierung kann dann die eigentliche Geländepunktaufnahme (unbekannte Wegpunkte) in ebensolcher Weise durchgeführt werden.
Die 2.Variante, die kinematische Aufnahme, kann v.a. für die Disziplin Ski-OL als revolutionierend angesehen werden. Man geht eine Route (Loipe) und speichert sekundenweise die Wegpunkte zu einer verbundenen Linie. Dies wird dann in derselben Weise gespeichert und übertragen wie zuvor die Wegpunkte. Und das ohne einen Strich zeichnen zu müssen. Für harte Minusgrade im Winter fast optimal, wenn genügend Satelliten empfangbar sind und die damit die Genauigkeit passt. Ski-OL Chefveranstalter Fritz Marth – der einer der interessierten Zuhörer war – hat bereits angekündigt, die Loipen in Zukunft dermaßen aufnehmen zu wollen.
Als zusätzliche Einlage demonstrierte Cesare die Online-Aufnahme im Gelände (in der Realität jedoch noch zu unpraktikabel, da 2-3 Personen für das Equipment erforderlich sind). Am mitgeführten PC konnte man im Gelände (mit einer Genauigkeit von bis zu 5m) mitverfolgen, wo man sich gerade bewegt oder befindet bzw. wo man gerade gegangen ist.
Auf alle Fälle waren sämtliche Teilnehmer von diesem Wochenende restlos begeistert; vielfach wünscht man sich auch eine Wiederholung dieses Seminares in absehbarer Zeit.
Dank sei an dieser Stelle v.a. an Hannes Irk gerichtet, der nicht nur für das Seminar selber die Hauptorganisation übernahm, der auch Taxi für die mit dem Zug angereisten Teilnehmer spielte und der exquisite Quartiere organisieren konnte.
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für die Ausbildungskommission
Michael Melcher
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