Weltcupfinale Staffel: Thierry’s perfekte Serie – fast perfekt
Auvergne (Frankreich) vom 1.–8.10.2006
Der abschließende Staffelbewerb wurde von allen Läufern schon heiß erwartet, diente doch der überaus technisch anspruchsvolle Mitteldistanz-Wald als Laufgebiet. Jeder wusste dass viel passieren konnte und es passierte auch viele Stars "dementsprechend viel".
Beispiele gefällig?!
Jörgen Wickholm (FIN) von Platz 1 auf 16
David Schneider (SUI) von Platz 7 auf 19
Mischa Mamleev (ITA) von Platz 4 auf 11
Somit ist eigentlich schon viel gesagt.
In einem turbulenten Staffelbewerb der von "größeren Böcken" gezeichnet war schlugen sich die österreichischen Läufer schlussendlich sehr gut. Schlussendlich.
Am Anfang sah alles etwas düster aus. Die erste Zwischenzeit war so irgendwie gar nicht so wie unsere Taktik es erhoffen ließ. Gernot Kerschbaumer, der während der ganzen Woche immer hervorragende Leistungen zeigte, hatte gerade heute am Staffeltag nicht seinen besten Tag bzw. einen ziemlich schlechten sogar. Beim ersten Zwischenzeitposten verzeichnete er schon einen Rückstand von ca. 4 Minuten und sorgte damit für lange österreichische (und schweizer – Ulu) Gesichter im Ziel. Schon der erste Posten wurde ihm zum Verhängnis. Der frühe Fehler raubte ihm dann leider auch während des weitern Rennen die Konzentration und er orientierte plötzlich zum 5. anstatt des 3. Postens. Trotzdem kämpfte er wacker bis in Ziel und erreichte es mit 7 Minuten Rückstand am 18. Platz.
Eigentlich gab es nur einen der es ihm so richtig übel nahm und das war er selbst. Die beiden anderen waren dann doch noch eher damit beschäftigt sich einerseits im Wald zu orientieren und andererseits so viele Informationen wie möglich aus Kerschi herauszuquetschen.
Und so kam es dazu dass Martin Binder auf der 2. Strecke ein wirklich hervorragendes Rennen lief. Er verlor auf den 38 Minuten Laufzeit nur 1 Minute auf das führende Team, erzielte die 6. schnellste Zeit auf der 2. Strecke und konnte vom 18 auf den 11. Platz vorstoßen. "Ich hatte die Situation im Wald immer unter Kontrolle, habe die Gegner ausgenützt und trotzdem in den entscheidenden Situationen selbst orientiert" – so sein Erfolgsrezept. Mit dieser ausgezeichneten Leistung legte er den Grundstein für die sehr gute Endplatzierung.
Er schickte Martin Pongratz noch vor Thierry Georgieou in den Wald. Doch Thierry ließ nicht lange auf sich warten und zog schon zum ersten Posten an ihm vorbei. Da auch beim 2. Martin im Team die Taktik war, dass er selbst orientieren sollte um längere Suchaktionen zu vermeiden, ließ er Thierry ohne allzu große Gegenwehr ziehen. Immer wieder wurde er im weiteren Rennverlauf von den gleichen Läufern überholt was sein Vertrauen in die eigene Orientierungsfähigkeit enorm steigerte. Nur einen einzigen etwas größeren Fehler konnte er beklagen. Gegen Ende des Rennens konnte er leider das Tempo des tschechischen und ukrainischen Läufers nicht mehr mitgehen und lief somit als 10. Läufer ins Ziel.
Der Gesamtrückstand von ca. 15 Minuten sowie die 7 Weltcuppunkte ließen schlussendlich auch Gernots Mundwinkel wieder etwas nach oben wandern – ist es doch das beste österreichische Weltcup Staffelergebnis der letzten 5 Jahre.
Die Sieger bei den Damen und den Herren kamen aus Finnland – bei den Damen gelang sogar ein Doppelsieg der beiden Finnischen Staffeln! Somit sicherte sich Finnland auch den Staffel-Gesamtweltcup bei den Damen und auch die Schweden konnten mit dem heutigen 3. Platz ihre Führung im Gesamtweltcup verteidigen.
Hier noch ein paar Kuriositäten von der Schlussstrecke:
Matthias Müller (TV Fürstenfeld) verlor am ersten Teil (800m!!) 7 Minuten auf Jarkko Huovilla. Thierry Georgieou und David Andersson lieferten sich ein packendes Duell über praktisch die gesamte Strecke nach dem Zuseherposten. Den packenden Zielsprint gewann Thierry knapp vor David, aber die Freude über den 4. Rang verging dann doch rasch wieder als sich herausstellte das BEIDE den vorletzten Posten der Damen gestempelt hatten! Somit beide disqualifiziert! Den Zusehern war’s "egal" – der Sprint war göttlich!
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Sportliche Grüße aus dem OL-Paradies
Gernot Kerschbaumer
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