WOC Mitteldistanz: Gold für Simone und Holger Hott
Aarhus (Dänemark) vom 1.–5.8.2006
Auch über die Mitteldistanz wird um jede Sekunde gefightet. Simone Niggli gewann wie in der Langdistanz vor Marianne Andersen, Ein wenig knapper, statt mit 26 nur mit 22 Sekunden Vorsprung, die sie erst im Finish davonlaufen konnte. Holger Hott Johansen, mit Nr. 15 (von 45) früh gestartet, stellte eine Bestzeit auf, an der alle scheiterten, manche knapp wie Jarkko Huovila und Jamie Stevenson mit 9 bzw. 11 Sekunden zurück.
Sekundenduelle in Gjern Bakker
Freitag, 4. August 2006: zwischen 10 und 12 Uhr ermittelten die Damen ihre Weltmeisterin 2006, anschließend die Herren. Die Bahn war so gelegt, dass insgesamt 3 Schleifen zu laufen waren mit längeren Routen zwischen 1. und 2. bzw. 2. und 3. Schleife. Am Beginn der 3. Schleife kamen die LäuferInnen beim Zuschauerposten neben dem Zieleinlauf vorbei. Die Fotografen freute es, eine Chance mehr auf packende Lauffotos und die Coaches konnten noch einmal Etzes und Motivation den LäuferInnen mitgeben. Die Gesamtstrecke machte bei den Damen 5,2 km mit 200 Hm und bei den Herren 6,3 km mit 240 Hm aus. Also nicht allzu steil, dafür sehr detailreich im Braundruck und "tricky", wie es einer der Läufer nachher bezeichnete. Wenig Grün – der Wald war vermutlich recht schnell belaufbar.
... und wieder Simone
Allmählich wird es – nicht fad. Denn Simone konnte ihr mittlerweile 12. Edelmetall in der Farbe Gold keineswegs einfach so abholen. Bei den Zwischenzeiten lag sie entweder knapp vor oder hinter Marianne Anderson. Beim vorletzten Posten trennten die beiden nur einzelne Sekunden. Während der Norwegerin hinauf zum Schlussposten doch ein wenig die Luft ausging, machte Simone hier alles klar – dabei wirkt ihr Lauf so ruhig (vielleicht wie ein Mercedes bei Tempo 200?). Die Beiden waren eine Klasse für sich. Schon fast 2 Minuten dahinter die Russin Tanja Riabkina, die um ihre Medaille lange zittern musste. Aber auch der Schlussangriff der Finnin Minna Kauppi reichte nicht, Tanja durfte mit genau 11 Sekunden Vorsprung Bronze abholen. Eine weitere Minute dahinter noch mal Finnland – Heli Jukkola auf Platz 5, knapp vor Mari Fasting aus Norwegen.
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Jede Serie geht einmal zu Ende
Dreimal in Serie hat Thierry Guergiou die WOC-Mitteldistanz gewonnen – 2003 in Rapperswil, 2004 in Västeras und 2005 in Japan. Bereits bei der Europameisterschaft 2006 wirkte er nicht mehr so souverän, es ging sich noch knapp aus (dank Fehler anderer). Diesmal – zwischendurch bis zu 90 Sekunden Rückstand auf Holger Hott Johansen – war es doch zuwenig. Zwar machte er noch fast eine Minute gut, doch es blieb mit 31 Sekunden Rückstand nicht einmal die Bronzemedaille für ihn, nur Blech. Das deshalb, weil mit Jarkko Huovila (FIN) und Jamie Stevenson (GBR) zwei Läufer nur mit 9 bzw. 11 Sekunden Rückstand auf Platz 2 und 3 landeten. Allerdings mit recht unterschiedlicher Laufgeschichte: Jarkko führt bei 3,8 km, also mehr als der Hälfte, bereits mit 1 Minute vor dem Weltmeister, kaum langsamer Valentin Novikov, der noch auf Platz 5 zurückfiel. Offenbar machte Jarkko Huovila dann einen großen Fehler im Schlussteil und verspielte seinen großen Vorsprung. Anders Jamie Stevenson: Bei 3,8 km nur 6 Sekunden Rückstand auf Holger Hott, der im Ziel auf 11 Sekunden anwuchs. Daniel Hubmann aus der Schweiz wurde lange als Medaillenanwärter gehandelt, aber die 0:55 zurück reichten letztlich nur für Platz 6. Im Mittelteil machte er einen 1-Minutenfehler, berichtete Daniel.
Holger Hott war dank seines relativ mäßigen Vorlaufergebnisses bereits als 15. gestartet (von 45). Im Ziel, war noch nicht abzuschätzen, was seine Zeit wert ist. Als dann aber einer nach dem anderen an dieser Zeit scheiterte und eine Medaille (welche?) immer wahrscheinlich wurde begann vermutlich das große Bangen für ihn – oder macht er auch auf cool wie andere, die dann im Interview sagen: "wait and see"? Für Holger Hott ist es das erste Einzelgold. Staffelgold gewann er 2005 in Japan, Bronze über die Langdistanz 2004 und 2005.
Schweden schwächelt. Die Österreicher wären mit den schwedischen Ergebnissen zwar mehr als zufrieden, aber während die Norweger und Finnen Medaillen abräumen, gestört dabei nur von den Schweizern und einzelnen anderen, so erreichten die Schweden diesmal nur die Plätze 8, 9 und 10 bei den Damen und 11 und 21 bei den Herren. Der dritte Schwede, David Anderson wurde überhaupt disqualifiziert. Ob das ein gutes Omen für die morgige Staffel ist?
Viele Zuseher
Die Zuschauerdichte bei den Finali ist hoch, auch dank der im Anschluss stattfindenden WOC-Tour. Und wie man dank der vielen roten T-Shirts sieht, hat es auch viele Schweizer nach Norwegen gezogen. Und das Wetter spielt weiter mit. Etwa 23 Grad Lufttemperatur beim Bewerb, etliche Wolken, aus denen manchmal etwas Regen fällt, aber nicht so viel, dass die Organisation (und die Fotografen) ernstlich beeinträchtigt worden wären.
Und morgen Samstag ist großes Finale
Im abschließenden Staffelbewerb sind die ÖsterreicherInnen wieder dabei. Jan, Felix und Kerschi bzw. Andrea, Michi und Thea werden – in dieser Reihenfolge – laufen. Die Idee dahinter: So lange wie möglich im Spitzenpaket dabei bleiben, im Idealfall bis zum Schluss. Die Herren könnten sich verbessern: in Japan gab es Platz 15, 2006 bei der Europameisterschaft in der Nationenwertung einen schönen Platz 13 – mit jeweils den gleichen Läufern.
Interessant der Modus der Staffelübergabe. Wie in Skandinavien üblich muss der hereinkommende Läufer nach dem Ziel die Karte des Nachfolgers aufnehmen und diesem übergeben – statt des bekannten Handschlags oder Arm"tupfer" oder wie immer auch …
Karte Damen-Finale
Karte Herren-Finale
Fotos
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Weitere WOC-Berichte
Hans Kolar
(etwas verkühlt) aus Aarhus / Dänemark
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buntes Bild im Ziel

Gold-Simone

Tanja Riabkina

Silber für Marianne Andersen


Holger Hott Johansen

Pressezelt
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