MTB-O WM Langdistanz: Michaela Gigon holt Gold
Nove Mesto na Morave (Tschechien) vom 5.-12.August 2007
Die äußeren Bedingungen ließen es nicht vermuten, dass heute noch die Sonne für Österreich strahlen wird. Herbstliche Temperaturen und ein dichter Hochnebel waren für die Biker sehr angenehm. Denn sie hatten lange Distanzen vor sich – die Damen fast 29 Km (+ 580 m Steigung) auf der Idealroute und die Herren über 35 Km (+ 670 m Steigung).
Die Startreihenfolge war das gestürzte Ergebnis der Qualifikation. Christian Gigon, Kevin Haselsberger und Lisi Hohenwarter starteten ganz vorne, die anderen vier Österreicher erst im letzten Drittel des Starterfeldes.
Christian hatte bereits beim 2 Posten technische Schwierigkeiten. Nach der Reperatur wollte er die 5 Minuten aufholen und erwischte an einer Kreuzung prompt den falschen Weg. Diese weiteren 10 Minuten Rückstand führten zum Abbruch des Rennens, um die Kräfte für die Staffel zu sparen. Kevin, beflügelt durch die gute Leistung in der Qualifikation, wollte noch einmal so ein tolles Ergebnis erreichen. Leider machte ihm ein Schlagloch beim Getränkeposten einen Strich durch die Rechnung. Sturz und ein halber Schneidezahn weg, trotzdem biss er sich bis zum Schluss durch. Lisi verspielte mit einem 6-Minutenfehler auf der Schlußschleife eine bessere Platzierung und belegte den 23. Platz.
Dann kam bereits die Zeit der Michaela Gigon. Bei der ersten von 4 Zwischenzeiten noch an 6. Stelle, fuhr sie, mit der Wut im Bauch bei der Mitteldistanz keine Medaille gemacht zu haben, immer schneller. Bis zum letzten Funkposten hatte sie Ihre Führung bereits auf über 3 Minuten ausgebaut. Kleine Kartenungenauigkeiten kosteten am Schlussteil noch eine Minute, aber die Goldmedaille war ihr nicht mehr zu nehmen. Mit 1:59 Minuten Rückstand belegte die Russin Ksenia Chernykh die Silbermedaille. Christine Schaffner (SUI) wurde Dritte.
Wie sah Michi ihren Lauf? "Ich habe mir diesmal vorgenommen, etwas vorsichtiger zu starten und habe zum ersten Posten sehr gut aufgepasst, wo ich hinfahre. Beim 2. Posten habe ich dann schon jede Vorsicht fahrenlassen und den Posten gleich einmal viel zu früh gesucht. Dass bei der Kreuzung, wo ich gesucht habe, nur 3 Wege statt 7 zusammengekommen sind, hat mich zwar etwas gewundert, aber ich bin dann doch recht bald draufgekommen, dass ich noch etwas weiterfahren muss. Vom 2. Posten weg habe ich auch gleich den falschen der 7 Wege erwischt und habe dann mein Rad etwas durch den Wald tragen müssen, als mein Weg geendet hat. Ab dann ging es etwas besser. Beim 5. Posten hatte ich Madeleine Kammerer überholt und Antje Bornhak eingeholt. Zum 6. Posten sah es eigentlich recht einfach aus: Immer die Forststraße entlang. Leider war irgendwann ein strichlierter Weg besser als meine Forststraße und ich musste wieder umdrehen. Als ich beim 9. Posten Antje Bornhak wieder sah, dachte ich mir, dass ich nicht so super unterwegs war, denn sonst hätte ich sie ja nie wiedersehen dürfen. Aber die Zwischenzeiten zeigen, dass ich nicht so übel unterwegs war. Auf der Schlussschleife ließ ich mich dann noch von den Männern verleiten: Denn unsere Herren waren schon bei der Quali in diesen Teil des Waldes gekommen und hatten verschiedene Wege empfohlen bzw. verdammt. Also fuhr ich sinnloserweise um einen Berg herum, wo man schneller drüberfahren hätte können. Die Route zum 14. Posten sah eigentlich auch noch recht einfach aus. Ich verzichtete auf die Sicherheitsroute auf der Straße und verirrte mich in einem Sumpf mit einigen Traktorspuren, wo eigentlich nur ein breiter Weg sein hätte sollen. Die letzten 2 Posten waren dann schnell gefunden und das Warten begann. Ich hatte nicht das Gefühl, dass meine Leistung für einen WM-Titel reichen würde, denn ich hatte ja doch einige Fehler gemacht. Aber immerhin war ich sonst schnell unterwegs und wie sich herausstellte, machten die anderen auch eine Menge Fehler."
Sonja Zinkl hatte nach ihrer Kollission in der Mitteldistanz einen weiteren Sturz auf die blessierten Rippen und gab mit Rücksicht auf die Staffel auf.
Tobias Breitschädel belegte bei den ersten Zwischenzeiten einen Rang um den 20. Platz. Im Ziel reichte es für Platz 27. Bester Österreicher wurde Andreas Rief. Bei der 2. Zwischenzeit lag der Wiener noch auf Platz 6., doch zwei grobe Schnitzer am letzten Abschnitt warfen ihn auf den 21. Platz zurück. Bei den Herren gewann Ruslan Gritsan (RUS) mit fast 3 Minuten auf den vor ihm gestarteten Dänen Lasse Brun Pedersen (DAN). Der Tscheche Jaroslav Rygl konnte sich mit 3 Sekunden Vorsprung auf Jeremie GILLMANN (FRA) die Bronzemedaille sichern.
Am Samstag folgt der Staffelbewerb, die letzte Entscheidung bei diesem Topevent in der Tschechei.
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Ergebnis
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Paul Grün
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 Kevin Haselsberger
 Lisi Hohenwarter

Michaela Gigon
 Tobias Breitschädel
 Andi Rief
 Das österreichische Team freut sich mit Michaela Gigon
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