ÖFOL Hauptversammlung 2007
Am Samstag 17. November fand in Eugendorf bei
Salzburg die 21.ÖFOL-Mitgliederversammlung (MV) statt;
Sitzungsort war das Seminarhotel "Gastagwirt".
Diese Mitgliederversammlung (MV) findet alle 2 Jahre
statt und ist das allerwichtigste Gremium unseres
Fachverbandes. Alles was hier beschlossen wird, kann
weder vom Vorstand noch vom Präsidium, sondern nur von
einer später folgenden MV wieder aufgehoben oder
abgeändert werden. Ordentliche Vollmitglieder des
ÖFOLs sind jedoch nicht die Läufer als solche, sondern
nur die Vereine. Jeder Verein hat hier eine Grundstimme,
darüber hinaus ab jedem 20.Vereinsmitglied noch eine
weitere Stimme. So wird der Größe eines Vereines
entsprechend Rechnung getragen. Der größte Verein ist
derzeit der HSV Wr.Neustadt mit 109 Mitgliedern; damit
wurde heuer erstmals von einem einzelnen ÖFOL-Verein
die Hundertermarke übertroffen. Dahinter folgen ex
aequo die Naturfreunde Wien und der ASKÖ Henndorf mit
86 MG; der WAT Wien mit 64 MG und der HSV Pinkafeld mit
53MG komplettieren die Top 5. Nur knapp unter der
50er-Marke folgen dann die beiden stärksten steirischen
Vereine: Sportunion Schöckl (49) und der TV
Fürstenfeld (48). Insgesamt gibt es im ÖFOL derzeit 59
Vereine; im Jahr 2006 waren es noch 63; d.h. wieder
haben in dieser Funktionsperiode 4 kleine Vereine
"zugesperrt" und sind zu größeren
Nachbarvereinen gewandert. Eine wahrlich bedenkliche
Tendenz.
Die wichtigsten Punkte einer Hauptversammlung sind
stets die Wahlen eines neuen Vorstandes, sowie der
Beschluss von diversen Anträgen. Diese beiden Punkte
sollten heuer eine besondere Herausforderung sein. Zum
ersten Mal gab es heuer vor der Sitzung keinen
vollständigen Wahlantrag (weder vom Vorstand noch von
den Vereinen); d.h. es konnte vorab kein Kandidat für
ein Präsidentenamt gefunden werden. Auch standen
brisante Anträge wie die Umbenennung des ÖFOL in
"Orienteering Austria" am Programm. Natürlich
gab es "heiße" Diskussionen und Wortmeldungen
zu all möglichen Themen, wobei jedoch festgehalten
werden muss, dass dies immer mit Respekt und im
würdevollen Umgang mit seinem Gegenüber stattfand.
Festzuhalten wäre hier noch das Prozedere für den
Fall, dass an diesem Tag kein Präsident gewählt worden
wäre. Dann nämlich bliebe der derzeitige Präsident
inklusive den derzeitigen Vorstandsmitgliedern für 3
weitere Monate im Amt (Fortführung der laufenden
Geschäfte). In spätestens 3 Monaten müsste dann eine
außerordentliche Generalversammlung mit dem Ziel einer
gültigen Vorstandswahl stattfinden.
Der Beginn dieser Sitzung und die ersten Stunden
waren eher nüchterne formelle Akte, die lt. Gesetz
notwendig sind. D.h. "Genehmigung der
Tagesordnung", Genehmigung der Geschäftsordnung
der MV", Wahl der verschiedenen Kommissionen für
die HV (Mandatsprüfungs-, Antragsprüfungs-,
Wahlkommission), Feststellung der Beschlussfähigkeit,
sowie Aufnahme bzw. Ausschluss von Vereinen. Darauf
folgten die üblichen Berichte des Vorstandes; wobei der
scheidende Präsident Thomas HLOSTA über die
erfolgreichen beiden Jahre seiner Amtszeit referierte.
Fritz FRUHWIRTH berichtete danach über die Finanzlage
des Fachverbandes (Rechnungsabschluß 2005 +´06). Den
Schlusspunkt an Berichten setzte die Kontrolle; Rainer
PRAECEPTOR - als Sprecher der Kassakontrolle - stellte
abschließend fest, dass der Verband eine ordentliche
Finanzgebarung hat. Danach wurde der bisherige Vorstand
und die Geschäftsführung mit deutlicher Stimmmehrheit
entlastet.
Nach einer kurzen Verschnaufpause kam es dann gegen
Mittag zum ersten Höhepunkt dieser MV. Es gab einen
einzigen vorliegenden Wahlvorschlag des ÖFOL-Vorstandes,
der jedoch in dieser Form nicht ordnungsgemäß, d.h.
nicht wählbar war, v.a. da es keinen
Präsidentschaftskandidaten gab. Es musste also im
Rahmen dieser Sitzung noch schnell ein würdiger und
fähiger Nachfolger von Thomas HLOSTA gefunden werden. 2
Kandidaten kristallisierten sich nach internen
Gesprächen und Vorschlägen heraus und wurden sodann
auf die Kandidatenliste gesetzt. Zum Einen Erich
SIMKOVICS und zum Anderen Hans Georg GRATZER, die zuvor
beide als Vizepräsidenten zur Verfügung standen. Beide
hätten sich wohl das Amt als ÖFOL-Präsident verdient
und wären aufgrund ihrer Kompetenz und jahrelangen
Erfahrung prädestiniert dafür gewesen. Bevor es jedoch
zu einer Kampfabstimmung zwischen den beiden gekommen
wäre, zog Hans Georg Gratzer von sich aus seine
Kandidatur aus dem Wahlvorschlag zurück. Als Hauptgrund
nannte er wohl die weite Entfernung zum Sekretariat in
Wien, wobei bei einem Präsidenten aus dem Wiener Raum
wohl geringere Reisekosten anfallen würden. Zumal ist
es als Fachverbandspräsident wesentlich, einen
wöchentlichen engen Kontakt zum "Haus des
Sports" zu halten, was mit einer weiten Anreise aus
Tirol wohl ein wenig umständlicher wäre. Daher gab es
schließlich mit Erich SIMKOVICS nur mehr einen
Kandidaten für das Präsidentenamt; natürlich wurde er
dann mit der unbedingt notwendigen 2/3-Mehrheit
gewählt. Als seine beiden Vizepräsidenten stehen ihm
nun Erik ADENSTEDT und Hans Georg GRATZER zur Seite. Ein
dritter Vizepräsident (ev. für Leistungssportagenden)
konnte nicht gefunden werden; es wurde jedoch die
Möglichkeit erörtert, diesen in einer der folgenden
Vorstandssitzungen nachzukooptieren. Die bisherigen
Vizepräsidentinnen Claudia BONEK, Lucie ROTHAUER als
auch Kassier-Stv. Margit HUBER zogen sich freiwillig aus
dem Präsidium zurück, womit die Frauenquote nun leider
wieder auf Null gesunken ist.
Umschichtungen gab es dann auch noch im Präsidium
und im Vorstand. So übernahm Stefan FRUHWIRTH die
Funktion eines Kassierstellvertreters, neben seinem
Vater Fritz FRUHWIRTH, der auch weiterhin als
Chef-Kassier tätig sein wird. Nach dem freiwilligen
Ausscheiden von Wolfgang WALDHÄUSL wurde nun
BOLV-Präsident Eugen KAINRATH als Schriftführer in das
Präsidium gewählt. Als sein Stellvertreter wird auch
weiterhin Helmut SCHUSTER agieren. Bei den
Fachreferenten gab es durch den Aufstieg von Eugen
Kainrath ins Präsidium eine freie Position als
Schul-Referent, die nun Christian BREITSCHÄDEL
einnimmt. Ex-Präsident Thomas HLOSTA, der sich
freiwillig in die "zweite Reihe" zurückzog,
wird nun - nach dem freiwilligen Rückzug von Alois MAIR
-, das Amt eines Veranstaltungsreferenten innehaben. Die
einzige wirkliche Kampfabstimmung an diesem Tag gab es
im Bereich Elitesport. Hier traten Richard GATHERCOOLE
und Richard SCHUH gegeneinander an. Richard SCHUH konnte
nach einer spannenden Wahl mehr Stimmen für sich
vereinnahmen und ist somit neuer
Elitesportverantwortlicher. Damit erhält auch das
Heeressportzentrum Seebenstein eine gehörige Aufwertung
im ÖFOL.
Somit gibt es nun folgenden ÖFOL-Vorstand:
Präsident: Erich Simkovics
Vizepräsident: Erik Adenstedt
Vizepräsident: Hans Georg Gratzer
Kassier: Fritz Fruhwirth
Kassier-Stellvertreter: Stefan Fruhwirth
Schriftführer: Eugen Kainrath
Schriftführer-Stellvertreter: Helmut Schuster
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Elite: Richard Schuh
Jugend: Roland Arbter, Franz Helminger, Günter
Kradischnig
Ski-OL: Hans Georg Gratzer
MTB-O: Thomas Wieser
Schul-OL: Christian Breitschädel
Fun-OL: Richard Werner
Veranstaltungen: Thomas Hlosta
Technik: Alex Srb
Karten: Hubert Lukaseder
Ausbildung: Michael Melcher
Medien: Florian Elstner
Als Rechnungsprüfer wurden schließlich noch
einstimmig gewählt: Margit HUBER, Hermann KNOFLACH und
Rainer PRAECEPTOR .
Fritz WOITSCH wurde schließlich noch ohne
Gegenstimme zum Ehrenpräsidenten gewählt.
Nachdem die Wahlen vorüber waren und der neue
Präsident den Vorsitz übernommen hatte, kam es dann
zum zweiten Hauptbereich dieser MV, den verschiedenen
Anträgen. Hierbei muss zwischen verschiedenen Anträgen
unterschieden werden, wofür es eine
Antragsprüfungskommission gibt, die Meinrad HUEMER
souverän leitete. Als erstes wurde festgestellt, welche
Anträge fristgerecht eingelangt waren (bis 2 Wochen vor
der MV) und welche verspätet eingebracht wurden. Diese
verspätet eingelangten Anträge müssen von der MV erst
als dringlich erachtet werden (2/3-Zustimmung), bevor
darüber (über den Inhalt) abgestimmt werden kann. Auch
mußte erst festgestellt werden, ob ein eingebrachter
Antrag die Verbandsstatuten ändert, oder ob er
überhaupt an den Vorstand weitergeleitet werden müsse,
da dieser Antrag nicht Aufgabe der MV sei.
Als erstes wurde der Antrag auf Erhöhung der
ÖFOL-MG-Beiträge behandelt. Nach intensiver Diskussion
wurden die Beiträge um 10% erhöht. Allerdings wurde
das ermäßigte Jugendalter bis auf 20-Jahre (bisher 18)
angehoben. Danach folgte die Änderung diverser
Teilpunkte der Verbandsstatuten. So kann in Zukunft -
gem. Vereinsgesetz - eine außerordentliche MV bereits
dann einberufen werden, wenn 10% der ÖFOL-Vereine dies
beantragen (wichtiges Minderheitenrecht). Ein wichtiger
Punkt war danach die von der BSO gewünschte Aufnahme
der Anti-Doping-Gesetzgebung in die ÖFOL-Statuten. Im
Übrigen ist jeder österreichweit agierende Fachverband
in Zukunft verpflichtet, dies in die jeweiligen Statuten
aufzunehmen. Ebenso werden in Zukunft alle ÖFOL-Vereine
die gesetzlich gültigen Regelungen betreff Anti-Doping
in ihre Vereinsstatuten aufnehmen müssen. Ein
zeitlicher Rahmen wurde jedoch noch nicht gesetzt. Der
emotionale Höhepunkt dieser MV war dann sicherlich der
Antrag des "alten" ÖFOL-Vorstandes zur
Umbenennung des ÖFOL in "Orienteering Austria
-Orientierungssportverband". Allerdings muss hier
vorausgesetzt werden, daß zwar der ÖFOL-Vorstand (im
Rahmen einer vorangehenden Vorstandssitzung) diesen
Antrag eingebracht hatte, dass aber auch in diesem
Gremium nur knapp mehr als die Hälfte der Vertreter
für diese Umbenennung waren. Diese Namensänderung in
"Orienteering Austria" wurde in Folge mit 100%
Stimmehrheit abgelehnt. Damit heißt unser Verband auch
weiterhin ÖFOL. Antragskommissionsleiter Meinrad Huemer
meinte, dass dies die erste 100%-Ablehnung in der
Geschichte unseres Verbandes gewesen sei. Selbst die
eigenen Vereine stimmten gegen die einbringenden
Präsidiums- und Vorstandsmitglieder!!! Ehrenpräsident
Woitsch schlug sogar vor, man möge sich den Namen
schützen und eintragen lassen. Die beiden Buchstaben
"OL" sollten in jedem Fall im Verbandsnamen
erhalten bleiben, symbolisieren diese beiden Buchstaben
O und L doch wesentlich mehr als nur den Begriff des
Orientierungslaufen; es ist eine richtiggehende
Markenbezeichnung geworden. Es wäre wohl
nebensächlich, ob es sich um Fuß-OL, um Ski-OL,
Trail-O oder MTB-O handle. ORIENTIERUNGSLAUF gibt die
ganze Sportart wieder, ähnlich wie nordischer oder
alpiner "Skilauf" im ÖSV.
Ein weiterer wichtiger Punkt waren Anträge der NF
Villach und des HSV Pinkafeld zur Sicherstellung der
österreichischen Bundesschul-MS. Es wurde primär
festgestellt, daß diese Anträge aufgrund der Sachlage
an und für sich keine Anträge sind, die die MV zu
entscheiden hätte. Allerdings wird nach umfassender
Diskussion über einen gemeinsamen Antrag abgestimmt,
der an den Vorstand weitergeleitet wird, der diese
Empfehlung der MV wohlweißlich umsetzen solle. Dies
wurde mehrheitlich angenommen. Diese dringliche
Empfehlung zur Umsetzung beinhaltet: "der
ÖFOL-Vorstand möge Maßnahmen ergreifen, die a) die
Sicherung der jährlich durchzuführenden österr.
SchulMS beinhalten und b) die quasi wie eine
Ausfallshaftung betreff finanzieller Mittel (Minimum-, -
Maximumbetrag) zum Tragen kommt, sodass den
Veranstaltern keine unnötigen Kosten entstehen (keine
offenen Rechnungen überbleiben)." Auch wurde
festgehalten, dass die 1€-Nenngeldabgabe bei
ÖFOL-Veranstaltungen (nur für erwachsene Starter ab
18!) bestehen bleibt, und dass die Einnahmen daraus zur
Abdeckung eventueller Unkosten bei der österr. Schul-MS
herangezogen werden können.
Schließlich bildete - wie üblich - der Punkt
Allfälliges noch die Möglichkeit, Fragen an den neuen
Vorstand zu richten. Hier wurde die Frage betreff
Handhabung des Diskussionsforums ebenso angeschnitten,
wie schon zuvor das Meldesystem und die Datenbank
"ANNE". Es wurde bereits vom alten
Präsidenten Hlosta angemerkt, dass das Meldesystem ANNE
bestens funktioniert, [hervorragende Arbeit von Markus
PLOHN] und dass die eigentliche Mitglieder-Datenbank in
der kommenden Periode fertiggestellt werden müsse.
Betreff Diskussionsforum wurde betont, daß die freie
Meinungsäußerung ein prinzipielles Recht sei, dem auch
der ÖFOL Rechnung trage. Diese Meinungsfreiheit (trotz
Anonymität mancher Schreiber), dürfe keineswegs
eingeschränkt oder zensuriert werden, mit Ausnahme bei
rechtlich verfolgbaren Tatbeständen oder bei eindeutig
verbandsschädigenden oder menschenverachtenden
Äußerungen. Allerdings wird sich der neue Präsident
Erich Simkovics für eine Auslagerung aus der
offiziellen Verbandshomepage in eine externe (verlinkte)
Diskussionsseite (nach schwedischem Vorbild) stark
einsetzen.
Als Abschluss dieser Sitzung wurde ein Veranstalter
für die nächstfolgende MV in 2 Jahren gesucht.
Während sich der HSV Wr.Neustadt für die
nächstjährige Gala interessiert, hat sich der TV
Fürstenfeld für die MV 2009 beworben und erhielt auch
den Zuschlag.
Bericht Elstner
Michael Melcher
Ausbildungsreferent + Ski-OL-Koordinator
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