SkiO Austria Cup 2.Lauf im Bodental
10.Februar 2007
Am Samstag 10.2. fand auf der südlichsten österreichischen OL-Karte der lang ersehnte 2.Austria-Cuplauf statt. Nach etlichen Absagen und Verschiebungen [Tarvis 20.+21.1. / Eisenerz 27.+28.1. / Mürzzuschlag 3.+4.2.] war es an diesem Wochenende schließlich soweit. Es gab endlich wieder einen nationalen Ski-OL-Event. Leider bewirkten diese andauernden Absageprozeduren, dass die österreichischen Ski-OLer bereits etwas wettkampfmüde waren, was sich in den Teilnehmerzahlen leider widerspiegelte. Nachdem Anfang Jänner in Trieben noch an die 160 Starter dabei waren, kamen nun nur mehr ca. 110-120 Teilnehmer nach Kärnten.
Austragungsort dieses 2.AC-Bewerbes war das Bodental, ein Paralleltal des Loiblpasses Richtung Slowenien. Das Wettkampfzentrum – GH Bodenbauer – war von vorigen Ski-OL-Veranstaltungen bereits mehrfach bekannt. In einer Seehöhe zwischen 1050 – 1200m SH lag diesmal gerade ausreichend Schnee, um einen regulären Ski-OL durchführen zu können. Zwar gab es einige wenige apere Stellen, v.a. an den Waldrändern, doch dies beeinflußte diesen Wettkampf nicht merklich. Das Bodental ist üblicherweise eines der schneesichersten Langlaufgebiete Kärntens, doch auch hier wäre bis Ende Jänner mangels Schnee kein regulärer Bewerb möglich gewesen. Erst ergiebiger Schneefall in den ersten Februartagen machten diesen Event erst einmal möglich.
Wettkampfleiter und Bahnleger war Curt Maier, der von seiner Familie und den Helfern vom HSV Klagenfurt – helvetia bestens unterstützt wurde.
Eine halbe Woche vor dem Bewerb lag noch ca. 30cm Pulverschnee im Bodental und es versprach ein Topbewerb bis hinein zum südlichsten Kartenpunkt der sog. Märchenwiese zur werden. Doch ein rapider Temperaturanstieg mit intensivem Regen und starkem Föhn 2-3 Tage vor dem Event ließ die Schneepracht wieder dahin schmelzen, ähnlich wie schon ein Monat zuvor im Triebental. Die Bahnen mussten daher ein wenig umgeplant werden, da die Forststraßen im Wald kaum mehr belaufbar waren.
Glücklicherweise fielen die Temperaturen in der Nacht vor dem SkiOL wieder stetig unter Null Grad, sodass der Schnee einigermaßen gefrieren konnte. Daher gab es beim Wettkampf schnelle Spuren und man konnte großteils überall gut quer laufen; man war also nicht unbedingt auf das Loipennetz angewiesen.
Allerdings hieß es genau schauen und die Routen gut überlegen.
In fast allen Klassen bestand die Bahn zuerst aus einem Postennetz (zwischen 3 – 6 Posten) und dann aus einem normalen Linien-OL mit 12 Posten. Allerdings war hier sicherlich die Anlaufreihenfolge dieses Postennetzes vorentscheidend, wobei man bei schlechter Wahl gut 3-4 Minuten verlieren konnte. Und dies war bei diesem Middle-Distance-Event mit einer durchschnittlichen Laufzeit zwischen 30-40min doch schon wesentlich.
Die Herren- und Damen-Eliteklasse hatten dieselbe Bahn zurückzulegen; die Streckenlänge betrug 6,3km+100Hm+18Posten.
Tagesschnellster war der in der H35-Klasse startende SU-Klagenfurt-Läufer Dieter Mikula. Was im Tennissport einst Wimbledon für Boris Becker war, ist hier das Bodental für Dieter Mikula – quasi sein 2.Wohnzimmer. Kein Wunder also, daß er mit 23:49 absolute Tagesbestzeit erzielte.
Schnellster in der Herren-Eliteklasse war hingegen Stephan Varga vom LZ OMAHA, der mit seiner Zeit von 24:46 fast um eine Minute langsamer war. Max Habenicht (SU Klagenfurt), der diesmal ebenfalls in der Eliteklasse startete, belegte hier mit knapp 5 Sekunden Rückstand auf Stephan Varga den 2.Platz (24:51). Den 3.Platz in der Eliteklasse belegte der bulgarische Weltklasse-Junior Stanimir Belomazhev in 25:36; der die Gelegenheit nützte, um sich für die Junioren-WM einzulaufen. Wenige Tage später belegte er beim WM-Sprint in Sportgastein den 5.Platz bei den Junioren (H-20) [später auf der Langdistanz wurde er sogar 4.ter]. Den 4.Platz in der Eliteklasse belegte mit einer Zeit von 25:46 Johann Kugler (LZ OMAHA).
Siegerin bei den Damen wurde mit einer überlegenen Bestzeit von 28:41 Regina Habenicht (Klagenfurt SU), vor Sonja Zinkl in 33:23 und Lisi Hochwarter in 41:27 (beide LZ OMAHA). Die Zeit von Regina Habenicht hätte in der Tageswertung bei den Herren (Elite) den ausgezeichneten 7.Platz bedeutet.
Für die österreichischen Nachwuchsläufer war dieser Event die letzte Möglichkeit zur Formüberprüfung vor der JWOC + EYOC in Henndorf und Sportgastein, da die Meisten am Sonntag bei der Sprint-MS am Dobratsch nicht mehr starteten bzw. nur mehr locker ausliefen.
Im Vergleich mit dem bulgarischen Juniorenteam konnte einzig der Villacher Raphael Mallweger mit seinen 27:57 (Sieger H-20) einigermaßen mithalten. Eine überzeugende Vorstellung gelang auch der Siegerin in der D15-17-Klasse Marlene Habenicht, die fast 5min Vorsprung auf ihre Konkurrentin Julia Varga herauslief.
Eine weitere Überraschung gab es auch in der H15-17, wo der nicht für die Jugend-EM nominierte Pinkafelder Martin Richter fast 4min vor seinem Vereinskollegen vom HSV Pinkafeld Helmut Gremmel gewinnen konnte.
Resümee dieses Ski-OLs im Bodental, der mit einfachen Mitteln und einem Mindestmaß an Posten und Bahnen durchgeführt wurde: man muss nicht jeden AustriaCup wie eine Weltmeisterschaft organisieren, unzählige Spuren ins Gelände legen und übermäßig viel Aufwand betreiben. Auch ein kleiner Verein wie der HSV Klagenfurt helvetia kann durchaus einen soliden Ski-OL problemlos und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer durchführen.
Der ÖFOL schuldet solch engagierten Veranstaltern wie Curt Maier (Fritz Marth, Bernhard Lieber und Co.) großen Dank, denn viel zu holen gibt es für die Vereinskassa bei solchen Ski-OLs sicher nicht. Da Ski-Doos vielfach auch noch angemietet werden müssen, bzw. enorme Benzinkosten zu begleichen sind, reicht die vom ÖFOL zugestandene Veranstaltungsförderung zumeist gerade noch aus, um diese zusätzlichen Betriebskosten abzudecken. Und diese sind bei einem Ski-O bedeutend höher als vergleichsweise beim MTB-O oder beim Fuß-OL.
Ergebnis
Fotos
Karte Herren Elite
Michael Melcher
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